Campbell’s kürzt Dividende um 36 % und senkt Ausblick – Aktie verliert 6,8 %
Kurzüberblick
- Campbell’s erzielt im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 ein bereinigtes EPS von 0,39 US-Dollar und trifft damit die Konsensschätzung.
- Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet der Konzern einen organischen Umsatzrückgang von 4 bis 2 % und ein bereinigtes EPS von 1,65 bis 1,80 US-Dollar.
- Der Verwaltungsrat senkt die Quartalsdividende um 36 % auf 0,25 US-Dollar je Aktie, um den Schuldenabbau zu beschleunigen.
- Die Campbell’s-Aktie fällt am 3. September 2026 im europäischen Handel um 6,83 % auf 19,096 Euro und liegt seit Jahresbeginn 20,03 % im Minus.
Marktanalyse & Details
Quartalsergebnis erfüllt Erwartungen, operative Entwicklung bleibt schwach
Campbell’s meldete für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 2,137 Milliarden US-Dollar. Damit verfehlte der Lebensmittelkonzern die Schätzung von 2,144 Milliarden US-Dollar leicht. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 0,39 US-Dollar im Rahmen der Erwartungen, sank im Jahresvergleich jedoch deutlich.
Der organische Umsatz ging im Quartal um 1 % zurück. Niedrigere Absatzmengen und ein ungünstiger Produktmix belasteten das Geschäft, während die Bruttomarge wegen der Kosteninflation um 190 Basispunkte schrumpfte. Im Gesamtjahr 2026 fiel der Umsatz um 5 % auf 9,744 Milliarden US-Dollar, der organische Umsatz ging um 2 % zurück. Das bereinigte EPS sank um 27 % auf 2,17 US-Dollar.
Schwacher Ausblick für FY27
Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2027 liegt klar unter den bisherigen Markterwartungen. Campbell’s rechnet mit einem Rückgang des organischen Umsatzes um 2 bis 4 %. Das bereinigte EPS soll lediglich 1,65 bis 1,80 US-Dollar erreichen und damit 17 bis 24 % unter dem Vorjahreswert liegen. Beim bereinigten EBIT erwartet das Unternehmen einen Rückgang um 7 bis 12 %.
Als Belastungsfaktoren nennt Campbell’s ein weiterhin volatiles Umfeld, anhaltend erhöhte Inflation und mögliche Auswirkungen der Handelspolitik. Die Prognose berücksichtigt die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bekannten politischen Rahmenbedingungen, enthält jedoch keine Auswirkungen aus neuen oder geänderten Zöllen.
Dividendenkürzung soll Bilanz entlasten
Die Quartalsdividende sinkt von 0,39 auf 0,25 US-Dollar je Aktie. Auf Jahresbasis entspricht dies einer Reduzierung von 1,56 auf 1,00 US-Dollar beziehungsweise um 36 %. Die nächste Zahlung ist für den 2. November 2026 vorgesehen; maßgeblich für den Anspruch ist der Aktienbesitz zum Geschäftsschluss am 1. Oktober 2026.
Campbell’s will die eingesparten Mittel vor allem zur Reduzierung der Verschuldung einsetzen. Die Nettoverschuldung liegt derzeit bei rund dem 4,3-Fachen des bereinigten EBITDA. Zusätzlich startet der Konzern ein neues Kostensenkungsprogramm, das bis zum Geschäftsjahr 2030 Einsparungen von 500 Millionen US-Dollar erbringen soll. Aus dem vorherigen Programm wurden bislang rund 225 Millionen US-Dollar realisiert, davon etwa 25 Millionen US-Dollar im Schlussquartal.
Analysten-Einordnung und Reaktion der Aktie
Analysten-Einordnung: Stifel und TD Cowen bestätigten ihre Hold-Einstufungen. TD Cowen hält zudem an einem Kursziel von 22,00 US-Dollar fest. Dies deutet darauf hin, dass die geplanten Einsparungen und der Schuldenabbau zwar als potenziell stabilisierend gelten, die kurzfristigen Risiken durch sinkende Absatzmengen, Margendruck und die schwache Gewinnprognose aber weiterhin überwiegen.
Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass Campbell’s zunächst finanzielle Stabilität gegen laufende Ausschüttungen priorisiert. Die Dividendenkürzung kann die Bilanz stärken, nimmt der Aktie jedoch einen wichtigen Teil ihrer bisherigen Ertragsstory. Der Kursrückgang von 6,83 % im europäischen Handel und das Jahresminus von 20,03 % spiegeln die Enttäuschung über den Ausblick bereits deutlich wider.
Fazit & Ausblick
Campbell’s steht im Geschäftsjahr 2027 vor einer Übergangsphase: Der Konzern muss gleichzeitig Umsatzrückgänge stoppen, Margen stabilisieren und die hohe Verschuldung abbauen. Entscheidend wird sein, ob das 500-Millionen-Dollar-Programm tatsächlich zu besserem Cashflow und sinkendem Verschuldungsgrad führt. Kurzfristig bleibt der Ausblick jedoch belastet. Der nächste konkrete Dividendenschritt ist die Auszahlung von 0,25 US-Dollar je Aktie am 2. November 2026.
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