Boston Scientific Aktie: Prognosesenkung nach Cyberangriff verschärft Jahresdruck

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Boston Scientific senkt nach dem Cyberangriff die Umsatz- und Gewinnprognose für 2026.
  2. Für das vierte Quartal erwartet der Medizintechnikkonzern einen Umsatzrückgang von 1 bis 3 Prozent.
  3. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 1,5 Prozent auf 5,14 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn sank auf 582 Millionen US-Dollar.
  4. Die Aktie verlor am 28. Oktober bis 13:08 Uhr an der Lang & Schwarz Exchange 10,62 Prozent auf 36,09 Euro.

Marktanalyse & Details

Jahresausblick erneut reduziert

Boston Scientific rechnet für 2026 nun mit einem Umsatzwachstum von rund 4,25 Prozent auf berichteter Basis. Zuvor hatte die Spanne bei 5,5 bis 6,5 Prozent gelegen. Organisch, also ohne bestimmte Währungs- und Portfolioeffekte, erwartet der Konzern noch etwa 3,75 Prozent Wachstum. Die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie wurde auf 3,16 bis 3,18 US-Dollar gesenkt; zuvor waren 3,28 bis 3,32 US-Dollar in Aussicht gestellt worden.

Auch der Ausblick auf das vierte Quartal fällt schwach aus: Der Umsatz soll gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1 bis 3 Prozent zurückgehen. Beim bereinigten Gewinn je Aktie erwartet Boston Scientific 0,77 bis 0,79 US-Dollar.

Cyberangriff belastet Betrieb und Ergebnisse

Ein Cyberangriff im August beeinträchtigte die Fertigungs- und Versandabläufe der Medizintechniksparte. Bereits im September hatte das Unternehmen auf mögliche Abweichungen von den Quartals- und Jahreszielen hingewiesen. Zusätzlich belasteten Herausforderungen bei zwei wichtigen Herz-Kreislauf-Produkten den Geschäftsverlauf.

Im dritten Quartal erreichte der Umsatz 5,14 Milliarden US-Dollar und lag damit 1,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn sank dagegen von 755 auf 582 Millionen US-Dollar; der unbereinigte Gewinn je Aktie fiel von 0,51 auf 0,40 US-Dollar. Bereinigt erzielte Boston Scientific 0,73 US-Dollar je Aktie und übertraf damit die in den vorliegenden Daten genannte Erwartung von 0,72 US-Dollar.

  • Der Bereich MedSurg steigerte den Umsatz um 0,6 Prozent.
  • Das kardiovaskuläre Geschäft legte um 1,9 Prozent zu.
  • Neuromodulation wuchs um 13,1 Prozent; Endoskopie und Urologie verzeichneten Rückgänge.

Analysten-Einordnung: Die leicht besser als erwarteten bereinigten Quartalswerte ändern wenig am negativen Signal der erneuten Prognosesenkung. Sie zeigt, dass die Störungen nicht nur ein kurzfristiges Produktionsproblem sind, sondern die Planung für das Gesamtjahr und den Schlussabschnitt beeinträchtigen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die Erholung der Lieferfähigkeit und die Stabilisierung der betroffenen Produktlinien entscheidend dafür werden, ob das erwartete Wachstum wieder anzieht. Der Tagesverlust von 10,62 Prozent und das Minus von 55,44 Prozent seit Jahresbeginn spiegeln den erheblichen Vertrauens- und Erwartungsdruck wider.

Fazit & Ausblick

Im Fokus stehen nun die Wiederherstellung stabiler Abläufe nach dem Cyberangriff und die Entwicklung der beiden belasteten Herzprodukte. Für das vierte Quartal stellt Boston Scientific sinkende Umsätze und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,77 bis 0,79 US-Dollar in Aussicht. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob der Konzern diese operative Belastung eindämmen und seinen reduzierten Jahresausblick erreichen kann.

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