Boeing Aktie: Verfehlte Auslieferungsziele verschärfen Zweifel am Turnaround

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Boeing rechnet damit, das Jahresziel von 500 ausgelieferten 737-Jets zu verfehlen.
  2. Die Produktionsrate von 47 737-Flugzeugen pro Monat wird nach Unternehmensangaben erst 2027 erreicht.
  3. Im dritten Quartal meldete Boeing 24,2 Milliarden US-Dollar Umsatz und einen Verlust von 116 Millionen US-Dollar.
  4. Die Aktie verlor im Handel zeitweise rund zehn Prozent und fiel auf ein 18-Monats-Tief.

Marktanalyse & Details

Produktionsverzögerungen belasten die Perspektive

Boeing braucht mehr Zeit, um die Produktion seiner Verkehrsflugzeuge dauerhaft hochzufahren. Das Unternehmen wird deshalb das Jahresziel von 500 Auslieferungen der 737-Reihe verfehlen. Die angestrebte Monatsrate von 47 Maschinen soll erst Anfang 2027 erreicht werden. Bei der 787 Dreamliner erwartet Boeing weiterhin 90 bis 100 Auslieferungen, nun aber eher am unteren Ende der Spanne.

Die Verzögerungen treffen den Konzern in seinem größten Umsatzbereich. Die Verkehrsflugzeugsparte verbuchte im dritten Quartal einen Verlust von 697 Millionen US-Dollar. Konzernweit lag der ausgewiesene Quartalsverlust bei 116 Millionen US-Dollar; der bereinigte Verlust je Aktie betrug 34 US-Cent. Der Umsatz von 24,2 Milliarden US-Dollar übertraf zwar die Erwartungen, das Plus ging jedoch vor allem auf das Verteidigungsgeschäft zurück.

Cashflow und Fortschritte im Verteidigungsgeschäft

Zusätzlichen Druck erzeugten Aussagen zum langfristigen freien Cashflow: Für 2027 bis 2029 liegen Boeings Erwartungen laut den vorliegenden Angaben unter den Markterwartungen. Zugleich verwies das Management auf Fortschritte und betonte, der Weg zu höheren Produktionsraten verlaufe nicht geradlinig. Die Auslieferung des verspäteten Großraumjets 777-9 ist weiterhin für 2027 vorgesehen.

Ein Lichtblick ist das Verteidigungs- und Raumfahrtgeschäft, das im Quartal höhere Gewinne erzielte. Zudem erhielt Boeing einen Auftrag der US-Armee über eine Vertragsänderung im Wert von rund 499,76 Millionen US-Dollar für technische Unterstützung der Apache-Hubschrauber. Ein Analyst stufte die Aktie nach den Quartalszahlen von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch und setzte ein Kursziel von 250 US-Dollar. Er verwies unter anderem auf einen Auftragsbestand von 745 Milliarden US-Dollar und den Zuschlag für das F/A-XX-Programm der US Navy.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Boeings langfristige Nachfrage und das Verteidigungsgeschäft weiterhin als Stärken gelten. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch keinen kurzfristigen Freibrief: Der Kursrückgang zeigt, dass Investoren derzeit vor allem die Fähigkeit des Konzerns bewerten, Produktionsziele zuverlässig zu erreichen und den freien Cashflow zu verbessern. Ein einzelnes positives Analystenurteil ändert daran wenig.

Fazit & Ausblick

Für die Boeing-Aktie bleibt die Umsetzung des Turnarounds entscheidend. Als nächste Prüfsteine gelten die tatsächliche Entwicklung der 737- und 787-Auslieferungen, der Übergang zur höheren 737-Produktionsrate und belastbarere Aussagen zum Cashflow. Die starke Nachfrage und der hohe Auftragsbestand bieten eine Grundlage für Wachstum, können Verzögerungen und Verluste im Kerngeschäft aber nicht allein ausgleichen.

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