BASF Aktie: Quartalszahlen und Evonik-Offerte prägen den Mittwoch
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- BASF veröffentlicht am 28. Oktober die Zahlen für das dritte Quartal 2026; die Telefonkonferenz beginnt um 10.30 Uhr.
- Analysten erwarten im Schnitt 15,7 Milliarden Euro Umsatz und knapp 1,5 Milliarden Euro bereinigtes EBITDA.
- Im Fokus steht auch eine laut informierten Kreisen erhöhte Offerte von rund 24 Euro je Evonik-Aktie.
- Für 2026 peilt BASF weiterhin ein bereinigtes EBITDA von 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro an.
Marktanalyse & Details
Quartalszahlen zwischen Wachstum und Normalisierung
Mit der Veröffentlichung der Zahlen am Mittwoch steht BASF vor einem wichtigen Zwischencheck: Im zweiten Quartal hatten höhere Preise und Absatzmengen den Umsatz um gut 16 Prozent gesteigert, während das bereinigte EBITDA um mehr als die Hälfte zulegte. Dieser Rückenwind hing teilweise mit Lieferausfällen bei Wettbewerbern und Versorgungsunterbrechungen im Nahen Osten zusammen.
Für das dritte Quartal rechnen die von BASF erfassten Analysten im Durchschnitt mit einem Umsatz von knapp 15,7 Milliarden Euro. Das wären gut neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Beim bereinigten EBITDA erwarten sie fast 1,5 Milliarden Euro, ein Plus von knapp fünf Prozent. Der den Aktionären zurechenbare Gewinn könnte demnach von 172 auf 196 Millionen Euro steigen. Zum Vergleich: Im dritten Quartal 2025 hatte BASF 15,2 Milliarden Euro Umsatz und 1,54 Milliarden Euro bereinigtes EBITDA erzielt.
Die Erwartungen unterscheiden sich jedoch: Eine Analystenschätzung sieht das bereinigte EBITDA bei 1,65 Milliarden Euro und damit über dem Konsens. Zugleich wird mit einem Rückgang gegenüber dem außergewöhnlich starken zweiten Quartal gerechnet, weil vorübergehende Preisvorteile im Upstream-Geschäft nachlassen.
Evonik-Offerte erhöht den strategischen Einsatz
Neben den Geschäftszahlen dürfte der mögliche Kauf von Evonik die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. BASF soll dem Essener Spezialchemiekonzern zuletzt rund 24 Euro je Aktie geboten haben – insgesamt mehr als 11 Milliarden Euro. Zuvor war eine Offerte von 22,15 Euro je Aktie beziehungsweise rund 10,3 Milliarden Euro im Gespräch. Die höhere Summe wird informierten Kreisen zugeschrieben und ist nicht als öffentlich bestätigter endgültiger Kaufpreis zu verstehen. Die RAG-Stiftung hält rund 43 Prozent der Evonik-Aktien und ist damit ein zentraler Faktor für einen möglichen Deal.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass BASF im Quartal zwar weiteres Wachstum zeigen könnte, die außergewöhnlichen Marktbedingungen aus dem zweiten Quartal aber nicht einfach fortschreiben kann. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass neben Umsatz und Ergebnis vor allem die Belastbarkeit der Jahresprognose zählt. Ein Evonik-Kauf könnte strategisch neue Möglichkeiten eröffnen, würde aber zugleich Kapital binden und die Umsetzung komplexer machen. Entscheidend sind deshalb konkrete Aussagen zu Finanzierung, Zeitplan und erwarteten Vorteilen.
Umbau und Jahresziel
BASF hält für 2026 an einem bereinigten EBITDA-Ziel von 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro fest. 2025 hatte das Unternehmen ein operatives Ergebnis von 6,6 Milliarden Euro ausgewiesen. Gleichzeitig setzt der Konzern auf Kostensenkungen und Umbau: In Ludwigshafen werden Stellen abgebaut, das Geschäft mit Landwirtschaft soll an die Börse gebracht werden. Den Teilverkauf des Fahrzeugserien- und Autoreparaturlack-Geschäfts hatte BASF Ende Juni abgeschlossen; 40 Prozent des Gemeinschaftsunternehmens verbleiben beim Konzern.
Fazit & Ausblick
Die Quartalszahlen und mögliche Neuigkeiten zur Evonik-Offerte dürften die nächsten Impulse für die BASF-Aktie liefern. Besonders relevant sind die Entwicklung des bereinigten EBITDA nach dem starken Vorquartal und eine mögliche Bestätigung des Jahresziels. In der Telefonkonferenz am 28. Oktober um 10.30 Uhr werden zudem Aussagen zum Jahresendgeschäft und zum Stand der Übernahmebemühungen erwartet.
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