BASF Aktie: Konzern hält höheres Evonik-Gebot nach Prüfung der Bücher offen

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Das Wichtigste in Kürze

  1. BASF ist laut transaktionsnahen Kreisen bereit, nach einer Prüfung der Evonik-Unterlagen über ein höheres Gebot zu sprechen.
  2. Ein erstes Angebot von 22,15 Euro je Evonik-Aktie wurde als zu niedrig abgelehnt; der Konzern wäre inklusive Schulden mit mehr als 14 Milliarden Euro bewertet.
  3. BASF würde bestehende Beschäftigungs- und Standortzusagen einhalten und auch mögliche Verkäufe von Evonik-Geschäftsbereichen prüfen.
  4. Die BASF-Aktie notiert am 14. Oktober um 12:52 Uhr bei 52,59 Euro und liegt 2,73 Prozent im Plus.

Marktanalyse & Details

Höheres Gebot erst nach Einblick in die Bücher

BASF signalisiert grundsätzlich Bereitschaft, das Angebot für den Spezialchemiekonzern Evonik aufzustocken. Voraussetzung dafür ist nach Angaben aus transaktionsnahen Kreisen jedoch zunächst ein Blick in die Bücher des Unternehmens. Ein erstes Angebot von 22,15 Euro je Aktie wurde von Evonik als zu niedrig zurückgewiesen. Einschließlich Schulden entspräche dieser Preis einer Bewertung von mehr als 14 Milliarden Euro.

Evonik-Aktien kosteten zuletzt 21,68 Euro. Damit liegt der Börsenkurs nahe am ursprünglichen Angebot, während eine höhere Offerte weiterhin offen ist. Ein Analyst hält laut einer jüngsten Einschätzung einen Preis von 24 bis 25 Euro je Aktie für denkbar. Das ist eine mögliche Bewertung, keine bestätigte Verhandlungsposition von BASF.

Beschäftigungsschutz und mögliche Verkäufe im Blick

BASF würde bestehende Vereinbarungen zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten nach den vorliegenden Angaben vollständig einhalten. Bei Evonik sind betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland bis 2032 ausgeschlossen; der geplante Stellenabbau soll auf freiwilliger Basis über Abfindungen erfolgen. Außerdem will BASF im Rahmen einer Prüfung auch Evoniks Pläne zu möglichen Verkäufen des Basischemiegeschäfts Oxeno und des Chemieparkbetreibers Syneqt bewerten.

Evonik hatte die BASF-Offerte zuvor als unverbindliche Ansprache für ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien beschrieben. Gespräche fanden nach damaliger Unternehmensangabe nicht statt; BASF hatte den Ausgang der Sondierungen als offen bezeichnet.

Analysten-Einordnung und Börsenumfeld

Analysten-Einordnung: Dass BASF ein höheres Gebot an eine Prüfung der Bücher knüpft, spricht für einen noch nicht abgeschlossenen Bewertungsprozess und nicht für eine bereits vereinbarte Transaktion. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Die Übernahmefantasie kann den Evonik-Kurs weiter stützen, zugleich bleiben Preis, Finanzierung und mögliche Synergien unklar. Auch die Zusage, Beschäftigungs- und Standortverträge einzuhalten, dürfte für die politische und soziale Akzeptanz wichtig sein, begrenzt aber mögliche kurzfristige Einsparungen.

Zusätzlichen Rückenwind erhielt der Chemiesektor durch die Aussicht, dass beim EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag Schutzmaßnahmen gegen Importe chemischer Produkte aus China diskutiert werden könnten. Die BASF-Aktie lag laut dem genannten Kursstand am Mittag 2,73 Prozent höher. Der Anstieg lässt sich daher nicht eindeutig allein der Evonik-Offerte zuordnen: Auch die handelspolitischen Erwartungen können die Stimmung im Sektor beeinflussen.

Fazit & Ausblick

Der nächste entscheidende Schritt wäre ein Zugang zu Evoniks Geschäftsbüchern. Erst danach dürfte sich zeigen, ob BASF ein höheres Angebot vorlegt und zu welchem Preis. Bis dahin bleiben sowohl der Ausgang der Sondierungen als auch mögliche politische und regulatorische Rahmenbedingungen offen. Der EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag ist ein kurzfristiger Termin für die Chemiebranche, aber keine Entscheidung über die Übernahme.

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