BASF Aktie: Höheres Evonik-Gebot bleibt an Einblick in Bücher geknüpft

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Das Wichtigste in Kürze

  1. BASF hält sich laut Kreisen ein höheres Angebot für Evonik offen, will dafür aber zunächst Einblick in die Bücher des Konzerns erhalten.
  2. Ein erster Vorstoß über 22,15 Euro je Evonik-Aktie wurde als zu niedrig abgelehnt; inklusive Schulden läge die Bewertung bei mehr als 14 Milliarden Euro.
  3. Die nordrhein-westfälische Landesregierung lehnt eine Übernahme ab und verweist auf mehr als 11.000 Evonik-Beschäftigte im Bundesland.
  4. BASF würde bestehende Beschäftigungs- und Standortvereinbarungen laut Kreisen einhalten; der Ausgang der Sondierungen ist weiterhin offen.

Marktanalyse & Details

Höheres Angebot hängt an einer Prüfung

BASF ist nach Angaben einer mit der Transaktion vertrauten Person bereit, über ein höheres Gebot für Evonik zu sprechen. Voraussetzung wäre zunächst ein Blick in die Bücher des Spezialchemiekonzerns. Der bisherige Vorstoß über 22,15 Euro je Aktie wurde zurückgewiesen. Evonik hatte zuvor erklärt, dass derzeit keine Gespräche stattfänden; auch BASF betonte, dass Fortgang und Ausgang der Sondierungen offen seien.

Ein höherer Preis wäre für BASF nicht die einzige offene Frage. Der Konzern will sich laut Kreisen auch mit Evoniks Plänen befassen, das Basischemiegeschäft Oxeno und den Chemieparkbetreiber Syneqt zu verkaufen. Eine Übernahme könnte BASFs Kerngeschäft stärken, würde aber zugleich eine Transaktion mit einem Gesamtwert von mehr als 14 Milliarden Euro bedeuten, wenn Schulden berücksichtigt werden.

Politischer Widerstand in Nordrhein-Westfalen

Im Düsseldorfer Landtag rückten mögliche Folgen für Beschäftigte und Standorte in den Mittelpunkt. Die Landesregierung sprach sich gegen die Übernahme aus und betonte, industrielle Wertschöpfung sowie zentrale Funktionen müssten in Nordrhein-Westfalen bleiben. Dort arbeiten nach Angaben der Wirtschaftsministerin mehr als 11.000 Menschen für Evonik. Die SPD forderte verbindliche Beschäftigungs- und Standortgarantien; die FDP stellte dagegen den Erhalt von Arbeitsplätzen und Produktion über die Frage, ob Evonik eigenständig bleibt.

BASF würde nach Angaben aus Kreisen bestehende Vereinbarungen zum Beschäftigungs- und Standortschutz vollständig einhalten. Bei Evonik sind betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland bis 2032 ausgeschlossen; ein geplanter Stellenabbau soll über freiwillige Maßnahmen erfolgen. Die politischen Vorbehalte schaffen damit eine zusätzliche Hürde, auch wenn sie für sich genommen keinen formalen Abschluss der Transaktion entscheiden.

Einordnung für BASF-Anleger

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass BASF zunächst den strategischen und finanziellen Wert von Evonik genauer prüfen will, bevor es sich auf einen höheren Kaufpreis festlegt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung eine weiterhin offene Übernahmesituation statt eines bereits ausgehandelten Deals. Ein höheres Gebot könnte die Chancen auf eine Einigung verbessern, zugleich aber den Kapitalbedarf und die Integrationsrisiken für BASF erhöhen. Hinzu kommen der Widerstand der nordrhein-westfälischen Landesregierung und die Interessen der RAG-Stiftung als größter Evonik-Anteilseignerin.

Die BASF-Aktie notierte am 14. Oktober bei 52,36 Euro und lag damit 2,29 Prozent im Plus. Parallel standen mögliche EU-Schutzmaßnahmen gegen Chemieimporte aus China vor dem EU-Gipfel im Fokus des Sektors. Der Tagesanstieg lässt sich daher nicht eindeutig dem Evonik-Vorhaben zuordnen.

Fazit & Ausblick

Entscheidend ist, ob BASF Zugang zu Evoniks Unternehmensbüchern erhält und danach ein verbessertes Angebot vorlegt. Ebenso wichtig werden die Haltung der Evonik-Aktionäre und die konkreten Zusagen zu Beschäftigung und Standorten sein. Bis dahin bleibt die Übernahme eine unverbindliche Sondierung; ein Zeitplan für den nächsten Schritt wurde nicht genannt.

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