BASF Aktie: Evonik kritisiert Zeitpunkt des Übernahmeangebots

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Evonik-Finanzchef Michael Rauch kritisiert, BASF habe das Sondierungsangebot kurz nach der Krankheitsmeldung zu Vorstandschef Christian Kullmann bekannt gemacht.
  2. Evonik will sich weiter eigenständig aufstellen und tritt derzeit nicht in Übernahmeverhandlungen mit BASF ein.
  3. Für einen vertraulichen, informativen Austausch bleibt der Spezialchemiekonzern offen.
  4. Evoniks operativer Gewinn stieg im dritten Quartal um 40 Prozent auf 629 Millionen Euro; für 2026 erwartet der Konzern sein bereinigtes EBITDA eher in der oberen Hälfte der Prognosespanne.

Marktanalyse & Details

Evonik weist BASF-Vorstoß zurück

Evonik hat den Zeitpunkt des Sondierungsangebots von BASF öffentlich kritisiert. Finanzchef Michael Rauch verwies darauf, dass BASF sein Interesse unmittelbar nach der Mitteilung über den vorübergehenden krankheitsbedingten Ausfall von Vorstandschef Christian Kullmann bekannt gemacht habe. Zugleich betonte Rauch die Stärke des Unternehmens und dessen Anspruch, die laufenden Maßnahmen zur Verbesserung des Portfolios eigenständig umzusetzen.

Die Position des Essener Konzerns bleibt damit klar: Der Vorstand konzentriert sich auf die strategische Weiterentwicklung als eigenständiges Unternehmen und tritt auf Basis der bisher vorliegenden Informationen nicht in Verhandlungen über eine Übernahme ein. Ein rein informativer und vertraulicher Austausch mit BASF ist jedoch weiterhin möglich. Frühere Berichte bezifferten das im Raum stehende Interesse auf rund 24 Euro je Evonik-Aktie beziehungsweise etwa elf Milliarden Euro.

Operative Erholung stärkt Evoniks Argumentation

Die Zurückweisung fällt in eine Phase, in der Evonik operativ Fortschritte meldet. Im dritten Quartal legte der operative Gewinn im Jahresvergleich um 40 Prozent auf 629 Millionen Euro zu. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf knapp 3,83 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieb wegen Belastungen aus dem Sparprogramm allerdings ein Verlust von 53 Millionen Euro.

Für 2026 erwartet Evonik beim bereinigten EBITDA inzwischen eher die obere Hälfte der Prognosespanne von 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro. Das verbessert die Ausgangslage des Unternehmens in der Debatte über seine Zukunft, beseitigt aber nicht die Belastungen, die sich im Quartalsverlust zeigen.

Analysten-Einordnung: Die Kritik am Zeitpunkt verschärft den öffentlichen Konflikt, ändert aber zunächst nichts an der entscheidenden Hürde für BASF: Evonik ist nicht zu Übernahmeverhandlungen bereit. Die operative Erholung und die betonte Eigenständigkeit geben dem Vorstand Argumente, auf eine eigene Strategie zu setzen. Für BASF bedeutet das, dass ein Abschluss keineswegs gesichert ist und ein weiterer Vorstoß sowohl strategisch als auch finanziell überzeugend sein müsste.

Fazit & Ausblick

Für die BASF-Aktie bleibt der mögliche Evonik-Zukauf ein strategischer, aber unsicherer Faktor. Kurzfristig kommt es darauf an, ob BASF den vertraulichen Austausch nutzt und ob sich daraus eine Annäherung ergibt. Evoniks heutige Aussagen signalisieren jedenfalls, dass der Konzern vorerst an seiner Eigenständigkeit festhält; ein konkreter Zeitplan für weitere Gespräche ist nicht bekannt.

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