ASML ADR Aktie: UBS sieht attraktive Bewertung, aber 57 Prozent KI-Gewinnrückgang eingepreist
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- UBS zählt ASML zu den am attraktivsten bewerteten europäischen Halbleiteraktien.
- Der ASML-Kurs preist laut UBS-Modell einen Rückgang der für 2028 geschätzten KI-Gewinne um rund 57 Prozent ein.
- Für europäische Technologiewerte insgesamt sieht UBS Bewertungsabschläge, die Kürzungen der KI-Gewinnschätzungen um mehr als 50 Prozent widerspiegeln.
- Auch STMicroelectronics und NXP Semiconductors stuft UBS in ihrem Vergleich als attraktiv bewertet ein.
Marktanalyse & Details
Bewertung berücksichtigt deutliche KI-Abschläge
UBS vergleicht europäische Technologiewerte anhand eines Bewertungsmodells und trennt dabei für 2028 erwartete Gewinne aus KI-Geschäften von übrigen Ergebnissen. Der Analyse zufolge preisen die aktuellen Bewertungen im Durchschnitt einen Rückgang der erwarteten KI-Gewinne je Aktie um mehr als 50 Prozent ein. Für ASML beziffert UBS den im Kurs reflektierten Abschlag auf rund 57 Prozent gegenüber der eigenen Schätzung der KI-Gewinne für 2028.
Das ist eine Aussage über die Erwartungen, die sich aus der Bewertung ableiten lassen – keine Prognose, dass ASMLs Gewinne tatsächlich um diesen Betrag sinken werden. UBS nennt ASML neben STMicroelectronics und NXP als eine der attraktivsten Aktien im untersuchten Feld. Nokia und Soitec zählen dagegen zu den am wenigsten attraktiven Werten.
Starke Unterschiede innerhalb der Halbleiterbranche
Die UBS-Analyse findet erhebliche Bewertungsunterschiede zwischen Teilbereichen und einzelnen Unternehmen. Während optische Technologieunternehmen laut Modell noch steigende oder nur leicht sinkende Gewinnschätzungen widerspiegeln, seien bei Analogchips und Halbleiterausrüstung deutlich stärkere Rückgänge eingepreist. Für Analogwerte nennt UBS Abschläge von etwa 70 bis 100 Prozent auf die eigenen KI-Gewinnschätzungen für 2028.
Auch bei ASML verweist UBS auf eine auffällige Kennzahl: Im HOLT-Modell sei bei dem Unternehmen der stärkste Rückgang der Cashflow-Rendite auf das investierte Kapital gegenüber den Prognosen eingepreist. Das steht neben der Einstufung als attraktiv bewertet und zeigt, dass die relative Bewertung nicht mit einer uneingeschränkt positiven Geschäftsaussicht gleichzusetzen ist.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt bei ASML bereits erhebliche Abkühlungserwartungen für KI-bezogene Gewinne berücksichtigt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Die UBS-Einstufung signalisiert ein vergleichsweise günstiges Bewertungsprofil innerhalb der Branche, nicht aber, dass das operative Risiko verschwunden ist. Entscheidend bleibt, ob die Nachfrage nach Anlagen für die Chipfertigung und die daraus abgeleiteten Gewinnschätzungen den Erwartungen standhalten.
Fazit & Ausblick
UBS sieht bei ASML im Branchenvergleich Bewertungsreserven, während das eigene Modell zugleich einen deutlichen Rückgang der für 2028 erwarteten KI-Gewinne im Kurs abgebildet sieht. Für die weitere Einordnung sind daher vor allem die Entwicklung der KI-Investitionen, die Bestellungen für Fertigungsanlagen und mögliche Änderungen der Gewinnschätzungen relevant. Einen konkreten nächsten Termin nennt die Analyse nicht.
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