Amgen-Aktie: HSBC stuft auf Hold ab und senkt Kursziel auf 425 US-Dollar
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- HSBC stuft Amgen von Buy auf Hold herab und senkt das Kursziel von 445 auf 425 US-Dollar.
- Die Aufwertung der Aktie nach starker operativer Entwicklung hat laut HSBC den fairen Wert weitgehend erreicht.
- Amgen bleibt langfristig durch seltene Erkrankungen, neue Produkte und ein wachsendes Biosimilar-Geschäft abgesichert.
- Patentabläufe und spät erwartete Pipeline-Treiber begrenzen jedoch das kurzfristige Aufwärtspotenzial.
Marktanalyse & Details
HSBC sieht ausgewogenes Chance-Risiko-Verhältnis
HSBC-Analyst Morten Herholdt hat seine Einstufung für Amgen von Buy auf Hold gesenkt. Gleichzeitig reduzierte er das Kursziel von 445 auf 425 US-Dollar. Begründet wird der Schritt mit der deutlichen Neubewertung der Aktie nach einer starken operativen Umsetzung und positiven Anpassungen der Gewinnschätzungen.
Die Amgen-Aktie notierte am 10. September gegen 11:01 Uhr bei 335,95 Euro und lag damit 0,3 Prozent im Plus. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursanstieg auf 20,61 Prozent. Das HSBC-Kursziel ist in US-Dollar angegeben und daher nicht unmittelbar mit dem Euro-Kurs vergleichbar.
Patentabläufe bleiben zentrale Belastung
Die langfristige Investmentthese stellt HSBC trotz der Abstufung nicht infrage. Amgen könne den bevorstehenden Patentablauf wichtiger Medikamente nach Einschätzung der Bank durch seine Präsenz bei seltenen Erkrankungen, neue Markteinführungen und ein wachsendes Biosimilar-Portfolio abfedern.
Für die kommenden Jahre erwartet HSBC dennoch ein anspruchsvolleres Umfeld. Laufende Patentabläufe dürften das Wachstum zunächst auf niedrige einstellige Raten begrenzen. Zugleich werden wichtige Werttreiber wie MariTide, Olpasiran und Imdelltra erst mit größerem Abstand erwartet, wobei wesentliche Impulse vor allem ab Ende 2027 eintreten könnten.
Pipeline liefert positive Signale, aber auch Risiken
Ein positives Gegengewicht bildet die Phase-3-Studie DeLLphi-305 zu Imdelltra in Kombination mit AstraZenecas Imfinzi. Die Untersuchung erreichte den primären Endpunkt und zeigte bei zuvor behandelten Patienten mit kleinzelligem Lungenkrebs eine statistisch signifikante und klinisch relevante Verbesserung des Gesamtüberlebens. Auch progressionsfreies Überleben und objektive Ansprechrate verbesserten sich.
Dem steht das erhöhte Risiko für Amgens Olpasiran gegenüber. Nach dem Scheitern der Phase-3-Studie zu Novartis’ Pelacarsen bei der Senkung kardiovaskulärer Ereignisse ist die wirtschaftliche Perspektive von Medikamenten gegen erhöhte Lipoprotein-a-Werte schwerer einzuschätzen. Unterschiede im Studiendesign können Olpasiran zwar abgrenzen, beseitigen das sogenannte Lp(a)-Risiko jedoch nicht vollständig.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass HSBC Amgen weiterhin eine robuste langfristige Geschäftsbasis zutraut, kurzfristig aber bereits viel operative Verbesserung im Aktienkurs berücksichtigt sieht. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass neue Produktzulassungen und klinische Daten wichtiger werden, um die hohe Bewertung und weiteres Wachstum über die Patentabläufe hinaus zu rechtfertigen. Der Wechsel auf Hold ist damit eher eine Bewertungs- als eine fundamentale Verkaufsempfehlung.
Fazit & Ausblick
Amgen verfügt mit Imdelltra, MariTide und weiteren Pipeline-Projekten über mehrere potenzielle Wachstumstreiber. Entscheidend bleiben nun die klinische und kommerzielle Entwicklung dieser Produkte sowie der Umgang mit den Patentabläufen. Bis zu den erwarteten größeren Pipeline-Impulsen ab Ende 2027 dürfte die Aktie stärker auf Quartalszahlen, Markteinführungen und neue Studiendaten reagieren.
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