Amgen-Aktie: HSBC stuft auf Hold ab und senkt Kursziel auf 425 US-Dollar
Kurzüberblick
- HSBC stuft Amgen von Buy auf Hold herab und senkt das Kursziel von 445 auf 425 US-Dollar.
- Die Neubewertung folgt auf Kursrisiken durch den Rückschlag bei Novartis’ Lp(a)-Programm und die Unsicherheit um Amgens Olpasiran.
- Amgen meldete zugleich positive Phase-3-Daten für Imdelltra in Kombination mit AstraZenecas Imfinzi bei kleinzelligem Lungenkrebs.
- Die Amgen-Aktie notierte am 10. September bei 335,80 Euro und lag damit 0,25 Prozent im Plus; seit Jahresbeginn beträgt das Plus 20,55 Prozent.
Marktanalyse & Details
HSBC nimmt eine neutralere Haltung ein
HSBC hat die Einstufung der Amgen-Aktie von „Buy“ auf „Hold“ gesenkt. Gleichzeitig reduzierte die Bank ihr Kursziel von 445 auf 425 US-Dollar. Die Entscheidung signalisiert, dass HSBC nach dem starken Kursanstieg ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Chancen und Risiken sieht.
Das neue Kursziel ist weiterhin in US-Dollar angegeben und lässt sich nicht ohne Wechselkursumrechnung direkt dem europäischen Kurs von 335,80 Euro gegenüberstellen. Für die Marktbewertung entscheidend ist daher vor allem der Wechsel der Empfehlung von Kaufen auf Halten sowie die Absenkung des Zielniveaus.
Mehrere Belastungsfaktoren prägen die Einschätzung
Im Mittelpunkt steht der Rückschlag für Novartis’ Wirkstoff Pelacarsen. Das Medikament senkte zwar den Lipoprotein(a)-Spiegel, verfehlte in einer Phase-3-Studie jedoch den entscheidenden Nachweis, kardiovaskuläre Ereignisse zu reduzieren. Dadurch gerieten auch vergleichbare Entwicklungsprogramme unter Druck, insbesondere Amgens Olpasiran.
Zusätzliche Vorsicht ergibt sich aus dem bevorstehenden Verlust von Exklusivrechten bei wichtigen Produkten. Außerdem muss Amgen für MariTide noch überzeugend zeigen, wie sich das Präparat im Wettbewerb positionieren kann. Bereits zuvor hatte BMO Capital die Aktie deshalb von Outperform auf Market Perform abgestuft, das Kursziel jedoch bei 450 US-Dollar belassen.
Positive Studiendaten setzen einen Gegengewicht
Amgen und AstraZeneca meldeten für die Phase-3-Studie DeLLphi-305 einen statistisch signifikanten und klinisch bedeutsamen Vorteil beim Gesamtüberleben. Untersucht wurde Imdelltra, auch Tarlatamab genannt, in Kombination mit Imfinzi als Erhaltungstherapie bei Patienten mit kleinzelligem Lungenkrebs im extensiven Stadium.
- Der primäre Endpunkt Gesamtüberleben wurde bei einer geplanten Zwischenanalyse erreicht.
- Auch progressionsfreies Überleben und objektive Ansprechrate verbesserten sich statistisch signifikant.
- Neue oder unerwartete Sicherheitssignale wurden laut Unternehmen nicht beobachtet.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Amgens Pipeline trotz des Rückschlags im Lp(a)-Bereich wichtige klinische Fortschritte liefert. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch keinen vollständigen Ausgleich der Risiken: Die positiven Imdelltra-Daten müssen sich erst in Zulassungen, einer breiteren Anwendung und höheren Umsätzen niederschlagen, während Olpasiran und MariTide weiterhin mit hohen Erwartungen und erheblicher Konkurrenz verbunden sind. Die Hold-Einstufung von HSBC spiegelt damit eher eine abwartende Haltung als eine grundsätzliche Abkehr von Amgens langfristigem Potenzial wider.
Fazit & Ausblick
Nach dem HSBC-Downgrade rückt die Frage in den Vordergrund, ob Amgen den jüngsten Kursanstieg durch nachhaltiges kommerzielles Wachstum rechtfertigen kann. Anleger sollten insbesondere die weitere Entwicklung von Olpasiran, die Wettbewerbsfähigkeit von MariTide sowie die nächsten regulatorischen Schritte für Imdelltra beobachten. Bis dahin bleibt die Aktie von einem Spannungsfeld aus starken Pipeline-Daten, Verlusten durch auslaufenden Patentschutz und erhöhten Bewertungserwartungen geprägt.
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