Micron-Aktie steigt vor Quartalszahlen: Speicherknappheit treibt Gewinnschätzungen
Kurzüberblick
- Micron Technology veröffentlicht am 30. September die Ergebnisse des vierten Geschäftsquartals.
- Analysten erwarten einen Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie von 2,84 auf 30,89 US-Dollar.
- Der Umsatz soll von 11,32 auf 50,41 Milliarden US-Dollar steigen, während Speicherpreise weiter anziehen.
- Der Kurs liegt an der Lang & Schwarz Exchange bei 877,40 Euro und notiert seit Jahresbeginn 248,24 Prozent höher.
Marktanalyse & Details
Quartalszahlen werden zum nächsten Kurstreiber
Micron steht vor einem entscheidenden Ergebnistermin: Am 30. September legt der Speicherchipkonzern seine Zahlen für das vierte Geschäftsquartal vor. Die Erwartungen sind außergewöhnlich hoch. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll sich gegenüber dem Vorjahresquartal von 2,84 auf 30,89 US-Dollar erhöhen. Beim Umsatz rechnen Analysten mit einem Anstieg von 11,32 auf 50,41 Milliarden US-Dollar.
Die Prognosen spiegeln vor allem die starke Nachfrage nach Speicher für Rechenzentren und Anwendungen der künstlichen Intelligenz wider. Im US-Handel legte die Aktie zuletzt trotz eines schwächeren Gesamtmarkts zu. An der Lang & Schwarz Exchange wurde Micron am 9. September 2026 um 18:15 Uhr mit 877,40 Euro gehandelt, die Tagesperformance lag bei plus 1,7 Prozent.
Speicherknappheit stützt Preise und Margen
Der entscheidende Faktor für Micron bleibt das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Analystenschätzungen zufolge könnten die durchschnittlichen Verkaufspreise für Speicherchips im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um mehr als 20 Prozent steigen. Für DRAM, den kurzfristigen Arbeitsspeicher, werden noch deutlich höhere Zuwächse erwartet. DRAM macht etwa drei Viertel des Micron-Umsatzes aus. NAND-Speicher profitiert ebenfalls von der wachsenden Nachfrage nach Datenspeicherung.
- Für DRAM wird im laufenden Quartal ein sequenzieller Preisanstieg von rund 50 Prozent erwartet.
- Für das vierte Quartal 2026 könnte DRAM nochmals um etwa 20 Prozent zulegen.
- Bei NAND werden im laufenden Quartal rund 60 Prozent und im Folgequartal weitere 25 Prozent Preisanstieg erwartet.
Damit hat sich Speicher zu einem zentralen Wachstumstreiber der Halbleiterbranche entwickelt. Nach Einschätzung von Analysten entfallen inzwischen rund 50 bis 55 Prozent der weltweiten Halbleiterumsätze auf Speicher, während der historische Anteil eher bei 20 bis 30 Prozent lag.
HBM-Ausbau erhöht die Chancen, aber auch das Zyklusrisiko
Besonders wichtig ist High Bandwidth Memory, kurz HBM. Dieser gestapelte DRAM-Typ ist für KI-Beschleuniger besonders geeignet, weil er hohe Datenmengen schnell und energieeffizient verarbeitet. Berichten zufolge will Micron seine monatliche HBM-Kapazität bis zum Jahresende deutlich ausbauen. Ausgehend von zuletzt etwa 40.000 bis 50.000 Wafern pro Monat könnte die Kapazität demnach auf rund 100.000 Wafer steigen. Eine Bestätigung dieser Planung durch das Unternehmen liegt in den vorliegenden Angaben nicht vor.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Micron derzeit von einer ungewöhnlich starken Kombination aus Preisauftrieb, hoher Auslastung und wachsendem HBM-Anteil profitiert. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch nicht, dass der Speicherzyklus dauerhaft risikofrei ist: Ein zu schneller Kapazitätsausbau oder eine Abschwächung der KI-Investitionen könnte später erneut zu Überangebot und Preisdruck führen. Nach dem Anstieg von 248,24 Prozent seit Jahresbeginn ist zudem bereits ein großer Teil der positiven Erwartungen im Kurs enthalten.
Fazit & Ausblick
Der 30. September wird zum Belastungstest für Microns KI- und Speicherstory. Neben Gewinn und Umsatz sollten Anleger besonders auf die Entwicklung der DRAM- und NAND-Preise, die HBM-Lieferfähigkeit sowie den Ausblick auf die Versorgungslage bis 2027 achten. Bestätigt Micron die starke Nachfrage und kann das Unternehmen die hohen Erwartungen übertreffen, bleibt der Aufwärtstrend grundsätzlich intakt. Enttäuschungen bei Prognose oder Ausblick könnten nach der starken Jahresrally jedoch eine überproportionale Kursreaktion auslösen.
Hinweise zu diesem Inhalt
Diese Inhalte wurden ganz oder teilweise automatisiert unter Einsatz künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler, Ungenauigkeiten oder unvollständige Informationen enthalten. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen.
Die Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen keine individuelle, fachkundige Beratung.
Eine Haftung für Vermögensschäden oder sonstige Schäden, die aus der Nutzung der Inhalte entstehen, ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen.