American Express Aktie: Gewinnprognose steigt trotz Kursdruck und Stellenabbau
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- American Express hebt die Gewinnprognose für 2026 auf 18,30 bis 18,60 US-Dollar je Aktie an.
- Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 9 Prozent auf 20,1 Milliarden US-Dollar; der Nettogewinn legte auch dank eines Verkaufsgewinns um 28 Prozent zu.
- Der Konzern will weltweit rund 5 Prozent seiner Belegschaft abbauen und seine Organisation effizienter ausrichten.
- CEO Stephen Squeri sieht KI als Möglichkeit, Kartenangebote und Kundenerlebnisse stärker zu personalisieren.
Marktanalyse & Details
Quartalszahlen und angehobener Ausblick
American Express rechnet für das Gesamtjahr 2026 nun mit einem Gewinn je Aktie von 18,30 bis 18,60 US-Dollar. Zuvor hatte die Spanne bei 17,60 bis 17,90 US-Dollar gelegen. Im dritten Quartal erhöhte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9 Prozent auf 20,1 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn stieg um 28 Prozent auf 3,7 Milliarden US-Dollar.
Ein Teil des Gewinnanstiegs geht auf den Verkauf der Beteiligung an der Global Business Travel Group zurück, der nach Steuern rund 750 Millionen US-Dollar einbrachte. Auch bereinigt übertraf der Gewinn je Aktie mit 4,68 US-Dollar die Analystenschätzungen von rund 4,50 US-Dollar. Die Erlöse lagen dagegen laut Analystenschätzungen leicht unter den Erwartungen. Zudem stiegen die Gesamtausgaben um 9 Prozent auf 14,5 Milliarden US-Dollar, unter anderem wegen höherer Kosten für Kundenangebote und der Überarbeitung der US-Platinum-Karte.
Umbau, KI und Kundenbindung
Parallel zu den guten Ergebnissen plant American Express den Abbau von etwa 5 Prozent der weltweiten Stellen, rund 3.500 Positionen. Vorstandschef Stephen Squeri begründete den Schritt mit dem Ziel, Entscheidungsebenen zu reduzieren, Abläufe zu beschleunigen und Investitionen auf zentrale Prioritäten zu konzentrieren. Dazu zählt auch der Ausbau von Leistungen für Kartenmitglieder.
Squeri sieht außerdem Potenzial, künstliche Intelligenz für persönlich zugeschnittene Angebote zu nutzen – etwa bei Restaurantpartnerschaften und dem Zugang zu gefragten Reservierungen. Das eigene Zahlungsnetzwerk und die Kundendaten könnten dabei Wettbewerbsvorteile liefern. Der Ansatz passt zum Geschäftsmodell von Amex, das Gebühren und Kundenbindung über Zusatzleistungen mit dem Zahlungsverkehr verbindet.
Analysten-Einordnung: Die Zahlen sind nicht uneingeschränkt stark: Der bereinigte Gewinn je Aktie übertraf zwar die Erwartungen, doch der Umsatz blieb leicht zurück und das Vorsteuergewinnwachstum fiel nach Einschätzung eines Analystenteams schwächer aus als erwartet. Der angehobene Jahresausblick berücksichtigt zudem die bessere Quartalsentwicklung und signalisiert für sich genommen keinen zusätzlichen Schub im Schlussquartal. Dies deutet darauf hin, dass Anleger neben dem ausgewiesenen Gewinn besonders auf die Entwicklung des laufenden Geschäfts und die Kosten achten dürften. Ein Analyst von William Blair bekräftigte dennoch sein positives Votum und erwartet eine Beschleunigung des Vorsteuergewinnwachstums 2027.
Fazit & Ausblick
Die höhere Jahresprognose stützt die operative Perspektive, wird aber durch den Beitrag aus dem Beteiligungsverkauf und gemischte Details relativiert. Für Anleger wird entscheidend sein, ob American Express das Wachstum aus dem Kartengeschäft und seinen Kundenangeboten fortsetzen kann, während der Stellenabbau Effizienzgewinne bringt. Auch die Umsetzung der KI-Pläne und die Kosten für attraktive Kartenleistungen bleiben wichtige Beobachtungspunkte. Ein Termin für die nächsten Quartalszahlen ist in den vorliegenden Angaben nicht genannt.
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