AMD Aktie: Aletheia hebt Kursziel auf 800 US-Dollar an
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Aletheia Capital erhöht das AMD-Kursziel von 700 auf 800 US-Dollar und bestätigt die Kaufempfehlung.
- Der Analyst erwartet starkes Wachstum im Rechenzentrumsgeschäft, insbesondere bei Server-CPUs und KI-GPUs.
- Rosenblatt sieht AMD vor den anstehenden Quartalszahlen als Top-Pick; Lieferkettenkapazitäten bleiben ein Risiko.
- Am Mittwoch legten Halbleiterwerte im Zuge steigender Nasdaq-Futures zu; AMD gewann bis zum Mittag 1,52 Prozent.
Marktanalyse & Details
Höheres Kursziel beruht auf kräftigeren Gewinnannahmen
Aletheia-Capital-Analyst Warren Lau hob sein Kursziel für AMD auf 800 US-Dollar von zuvor 700 US-Dollar an und hält an der Kaufempfehlung fest. Die Bewertung stützt sich laut seiner Einschätzung auf eine Sum-of-the-Parts-Analyse beziehungsweise ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 24 auf Basis der geschätzten Gewinne für das Geschäftsjahr 2027 bis 2028. Anlass seien höhere Gewinnerwartungen, eine bessere Unterstützung durch die Lieferkette und die Nachfrage nach Serverprozessoren sowie KI-Rechenleistung.
Für das vierte Quartal 2026 erwartet Lau, dass sich der Umsatz im Rechenzentrumsgeschäft gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt. 2027 könnte sich das Geschäftsfeld nach seiner Prognose verdreifachen. Dabei rechnet er mit mehr als einer Verdopplung bei Server-CPUs und einer Vervierfachung bei GPUs. Sein Modell sieht außerdem eine Verdreifachung des verwässerten Gewinns je Aktie 2027 und ein weiteres Plus von rund 80 Prozent 2028 vor. Diese Prognosen liegen nach seiner Einschätzung deutlich über dem Marktkonsens und sind Analystenerwartungen, keine Unternehmensprognose.
Nachfrage trifft auf Kapazitäts- und Kostenthemen
Auch Rosenblatt bewertet AMD positiv und bezeichnet den Chipentwickler vor den anstehenden Quartalszahlen als Top-Pick. Als Treiber gelten der Ausbau von KI-Anwendungen und die Nachfrage nach Serverprozessoren. Für die kommende Venice-Generation verweist die Analyse auf eine höhere Zahl von Speicherkanälen als beim Vorgänger. Zugleich sieht sie Kapazitätsengpässe in Teilen der Lieferkette als Herausforderung für das Wachstum ab 2027.
Zusätzlichen Kostendruck könnten höhere Preise für fortschrittliche Chipverpackung verursachen: Eine Erhöhung der TSMC-Preise für entsprechende Verfahren um 10 bis 20 Prozent wird derzeit als Möglichkeit berichtet, ist aber nicht als beschlossen dargestellt. Für AMD wäre deshalb entscheidend, ob der erwartete Nachfrage- und Absatzanstieg solche Mehrkosten auffangen kann.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass die optimistische Einschätzung wesentlich auf der erwarteten Skalierung des Rechenzentrumsgeschäfts und stark steigenden Gewinnen beruht. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung zugleich, dass ein erheblicher Teil der positiven Perspektive von Prognosen abhängt, die deutlich über dem Konsens liegen. Engpässe bei Fertigung und Verpackung sowie mögliche Kostensteigerungen könnten die Umsetzung bremsen. Am Mittwoch unterstützte zudem ein breiterer Rückenwind für Halbleiterwerte die Aktie: Nach starken Zahlen des Speicherchipkonzerns SK Hynix stiegen die Nasdaq-Futures, während der Markt auch auf Quartalsberichte großer Technologiekonzerne und die US-Zinsentscheidung blickte.
Fazit & Ausblick
Das höhere Kursziel unterstreicht die Erwartung, dass AMD seine Position bei Server-CPUs und KI-Beschleunigern rasch ausbauen kann. Für die nächsten Quartalszahlen werden daher Hinweise auf das Wachstum im Rechenzentrumsgeschäft und die verfügbare Lieferkapazität besonders wichtig. Die US-Notenbankentscheidung und die Ergebnisse großer Technologiekonzerne könnten kurzfristig zusätzlich die Stimmung im Technologiesektor beeinflussen.
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