Alphabet A Aktie: Milliarden-Capex rückt vor Quartalszahlen in den Fokus
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Alphabet legt am Mittwoch, 28. Oktober, nach US-Börsenschluss die Zahlen für das dritte Quartal vor.
- Analysten erwarten für Google Cloud rund 29 Milliarden US-Dollar Umsatz und ein starkes Plus beim operativen Ergebnis.
- Für 2026 plant Alphabet Investitionen von etwa 200 Milliarden US-Dollar; zugleich blieben Aktienrückkäufe zuletzt aus.
- Berichte über einen möglichen Kauf von Google-KI-Chips durch OpenAI könnten die Nachfrageperspektive für TPUs stärken, ein Vertrag ist aber nicht bestätigt.
Marktanalyse & Details
Cloud-Wachstum trifft auf hohe Investitionskosten
Bei Alphabets Quartalsbericht steht neben dem Werbegeschäft vor allem Google Cloud im Mittelpunkt. Analysten rechnen im dritten Quartal mit einem Umsatz von etwa 29 Milliarden US-Dollar, rund 90 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis der Sparte könnte sich den Erwartungen zufolge auf knapp 10 Milliarden US-Dollar erhöhen. Für den Konzern insgesamt liegt der Konsens bei einem Umsatzplus von 25 Prozent auf 128 Milliarden US-Dollar.
Das Wachstum verlangt jedoch erhebliche Investitionen. Alphabet erwartet für 2026 Investitionsausgaben von ungefähr 200 Milliarden US-Dollar. Nach zwei Quartalen entfielen demnach noch rund 120 Milliarden auf die zweite Jahreshälfte. Finanzchefin Anat Ashkenazi hatte zudem angekündigt, dass die Ausgaben im kommenden Jahr deutlich steigen dürften. Die Investitionen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur belasten damit die kurzfristige Finanzierungsrechnung, auch wenn Cloud-Umsatz und operative Marge zulegen.
Finanzierung und mögliche TPU-Nachfrage
Der Konzern hat seine Finanzierung bereits ausgeweitet: In den vergangenen neun Monaten nahm Alphabet nach den vorliegenden Angaben 77 Milliarden US-Dollar zusätzliche Schulden auf. Im ersten Halbjahr kamen 30 Milliarden US-Dollar aus Aktienverkäufen und 19 Milliarden US-Dollar aus wandelbaren Vorzugsaktien hinzu. Gleichzeitig gab es in den vergangenen beiden Quartalen keine Aktienrückkäufe – erstmals seit 2017. Alphabet meldete außerdem künftige Liefer- und Leasingverpflichtungen von 900 Milliarden US-Dollar.
Eine zusätzliche Nachfragequelle könnten Googles Tensor Processing Units (TPUs) sein. Berichten zufolge bereitet OpenAI einen Kauf der KI-Chips vor; konkrete Vertragsbedingungen seien noch nicht abgeschlossen. Google hat TPUs zudem über Cloud-Angebote zugänglich gemacht. Ein möglicher Auftrag würde die kommerzielle Bedeutung der Chips unterstreichen, sollte aber nicht als gesicherter Umsatz verbucht werden.
Auch die Abhängigkeit von Anthropic ist für Anleger relevant: Das KI-Unternehmen zählt zu Alphabets Beteiligungen, nutzt Google-Cloud-Dienste und hat umfangreiche Vereinbarungen für Rechenleistung. Damit kann Anthropic zugleich Kunde, Beteiligung und Wettbewerber sein. Entwicklungen bei seiner Finanzierung und Nachfrage könnten deshalb sowohl die erwarteten Cloud-Erlöse als auch die Risikoeinschätzung beeinflussen.
Analysten-Einordnung: Gewinnvergleich mit Vorbehalt
Dies deutet darauf hin, dass die zentrale Bewährungsprobe nicht allein das Umsatzwachstum ist, sondern ob Alphabet die hohen KI-Ausgaben in dauerhaft rentable Cloud-Kapazitäten umwandelt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass Investitionshöhe, Cashflow und Auslastung ebenso wichtig sein dürften wie die gemeldeten Wachstumsraten.
Der Vergleich des Gewinns je Aktie ist zudem durch nicht realisierte Wertänderungen bei Beteiligungen verzerrbar. Alphabet hielt zum Ende des Vorquartals 551 Millionen SpaceX-Aktien. Nach einem berichteten Kursrückgang von 11,7 Prozent im dritten Quartal könnte daraus – falls Alphabet die Position unverändert hielt – ein nicht realisierter Verlust von etwa 11 Milliarden US-Dollar entstehen. Für das dritte Quartal erwarten Analysten dennoch 3,02 US-Dollar je Aktie. Im Vorjahresquartal hatten nicht realisierte Beteiligungsgewinne und eine EU-Strafe das Ergebnis mitgeprägt; der Jahresvergleich ist daher nur eingeschränkt aussagekräftig.
Fazit & Ausblick
Der Quartalsbericht am Mittwochabend soll zeigen, ob Google Cloud das hohe Wachstum mit steigender Profitabilität fortsetzt und wie Alphabet die geplanten Investitionen finanzieren will. Besonders aufschlussreich dürften Aussagen zu den Investitionsausgaben für 2027, zum Cashflow und zur Nachfrage nach Cloud- und TPU-Kapazitäten sein. Ein möglicher OpenAI-Deal bleibt bis zu einer Bestätigung eine Perspektive, kein belastbarer Auftrag.
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