adidas ADR Aktie: UBS stuft auf Sell ab und warnt vor schwierigem Umfeld
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- UBS senkt adidas von Neutral auf Sell und reduziert das Kursziel von 160 auf 156 Euro.
- Die Bank hält die starken Wachstumstreiber von 2026 für wenig aussagekräftig für die zugrunde liegende Nachfrage.
- Für 2027 erwartet UBS nur 4 Prozent Umsatzwachstum und sieht Margendruck sowie ein schwierigeres Branchenumfeld.
- adidas hatte zuletzt für das dritte Quartal ein EBIT-Plus von 37 Prozent gemeldet und die Jahresprognose angehoben.
Marktanalyse & Details
UBS sieht Risiken für die Erwartungen an 2027
Die UBS stuft adidas auf Sell herab. Das Kursziel sinkt von 160 auf 156 Euro. Als Grund nennt die Bank ein „deutlich schwierigeres“ Umfeld. Nach Einschätzung des Analysten Robert Krankowski hätten die Fußball-Weltmeisterschaft und ein überzeugendes Bekleidungsangebot das Wachstum 2026 gestützt, zugleich aber strukturelle Schwächen überdeckt.
UBS rechnet für die Branche 2026 und 2027 jeweils nur mit Wachstum im niedrigen einstelligen Bereich. Das liegt unter dem historischen Durchschnitt im hohen einstelligen Bereich. Ohne eine spürbare Belebung bei Schuhen und Lifestyle-Produkten könnte adidas sein Wachstumsziel im hohen einstelligen Bereich für 2027 verfehlen: UBS kalkuliert mit 4 Prozent, während der Konsens bei 7 Prozent liegt.
Margen und Bewertung im Fokus
Zusätzlich erwartet UBS Belastungen durch den Produktmix und höhere Beschaffungskosten. Die Bruttomarge könnte nach ihrer Schätzung rund 100 Basispunkte unter den Konsenserwartungen liegen. Die EBIT-Schätzungen der Bank für 2027 und 2028 liegen damit mehr als 10 Prozent unter dem Konsens; ihre eigenen Prognosen für 2026 bis 2028 hat sie um bis zu rund 7 Prozent reduziert.
Die Herabstufung kommt trotz zuletzt starker Geschäftszahlen: adidas meldete für das dritte Quartal einen Umsatz von 7,252 Milliarden Euro, ein Plus von 9 Prozent, und ein EBIT von 1,008 Milliarden Euro, 37 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Prognose für das Betriebsergebnis 2026 wurde auf rund 2,5 Milliarden Euro angehoben. Ein Teil des Quartalsanstiegs beim EBIT entfiel allerdings auf eine US-Zollrückerstattung von rund 200 Millionen Euro.
Analysten-Einordnung: Die UBS stellt nicht die zuletzt erreichte operative Stärke infrage, sondern deren Übertragbarkeit auf 2027. Dies deutet darauf hin, dass für die Aktie künftig weniger die jüngste Prognoseanhebung als die Nachhaltigkeit des Wachstums und die Entwicklung der Bruttomarge entscheidend sein könnten. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung ein erhöhtes Risiko, dass optimistische Erwartungen an das kommende Jahr nach unten angepasst werden. Das Sell-Rating ist die Einschätzung der UBS und keine einheitliche Marktmeinung.
Fazit & Ausblick
Im Mittelpunkt stehen nun die Sichtbarkeit der Bestellungen für 2027, die Nachfrage nach Schuhen und Lifestyle-Produkten sowie mögliche Kostensteigerungen bei Rohstoffen. Die starken Q3-Zahlen und die höhere Jahresprognose bilden einen positiven Ausgangspunkt, beantworten aber noch nicht die von UBS aufgeworfenen Fragen zur Wachstumsdynamik im Folgejahr.
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