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stock3 in Börsennews

15.05.2023 13:15

Blogartikelbild Zwei weitere US-Banken kurz vor Bankrott

Zwei weitere US-Banken kurz vor Bankrott

Transparenz ist gut, kann manchmal aber auch schädlich sein. Die Transparenz der US-Notenbank dürfte Regionalbanken derzeit jedenfalls mehr schaden als nützen.

Der aktuell wohl spannendste wöchentliche Datensatz zeigt, wie viel Geld sich Banken bei der Fed leihen. Grundsätzlich gibt es drei Kategorien. Das neue Bank Term Funding Program (BTFP), das Discount Window und andere Ausleihungen. Letzteres bezieht sich vor allem auf die Finanzierung der Einlagensicherung. Wirklich aussagekräftig sind die Ausleihungen unter dem BTFP, dem Discount Window und die Gesamtsumme. Die Gesamtsumme ist seit Krisenbeginn kaum rückläufig. Solange das der Fall ist, ist auch die Krise nicht vorbei. Will man wissen, welche Bank als nächstes akut vom Bankrott bedroht ist, muss man lediglich eins und eins zusammenzählen.

Ein Datensatz sind die Ausleihungen, ein anderer die Bilanzdaten von Banken. Die Ausleihungen unter dem Discount Window stiegen in der Woche bis 10. Mai um 3,98 Mrd. an.

Nur eine Bank zeigt einen Anstieg von Verbindlichkeiten in der gleichen Höhe. Das ist PacWest Bancorp. PacWest hat Ausleihungen unter dem BTFP praktisch ausgeschöpft. Da unter diesem Programm nur Anleihen als Sicherheiten hinterlegt werden können und PacWest die Anleihen ausgehen, muss sie auf andere Mittel zurückgreifen.

Vergebene Kredite können zu ca. 60 % im Discount Window belehnt werden. Genau das hat PacWest getan, im Umfang von 3,9 Mrd. Es erklärt den Anstieg in der vergangenen Woche (Grafik 1).

Es ist kein gutes Zeichen, wenn einer Bank die Anleihen ausgehen, um sich Liquidität zu beschaffen. Das neu geschaffene BTFP hilft dann nicht mehr. Ist es erst so weit, dass vergebene Kredite im großen Umfang als Sicherheit für Liquidität dienen müssen, kann ein Bankrott nur durch Glück vermieden werden.

Eine andere Bank muss sich ebenfalls Liquidität beschafft haben. Die Ausleihungen unter dem BTFP stiegen um 7,3 Mrd. an. Es ist wahrscheinlich, wenn auch nicht sicher, dass dieser Anstieg auf Western Alliance zurückgeht. Wohl wissend, dass Anleger eins und eins zusammenzählen können, verzichtete Western Alliance beim letzten Update ihrer Zahlen darauf, Details in Bezug auf die Ausleihungen bei der Fed zu geben.

Der Anstieg würde allerdings dazu passen, was sich Western Alliance noch unter dem BTFP leihen konnte. Benötigt die Bank nun noch zusätzliche Liquidität, muss sie auf das Discount Window zurückgreifen. Die neuen Daten diese Woche werden darüber Aufschluss geben.

Während sich die Gesamtsituation stabilisiert, sind weitere Bankpleiten keineswegs ausgeschlossen. Einlagen sind weiterhin rückläufig, wenn auch deutlich langsamer. Grafik 2 zeigt die kumulierte Entwicklung seit Krisenbeginn für Groß-, Klein- und Auslandsbanken. Der Prozentsatz zeigt, um wie viel die Einlagen geschrumpft sind.

Kurzfristig brauchen WestPac und Western Alliance viel Glück, um nicht notverkauft werden zu müssen. Wenn es Anleger reizt, mit diesen hochspekulativen Werten zu handeln, sollten sie im Blick behalten, dass diese beiden Banken akut bedroht sind.

Clemens Schmale

Das war ein Beitrag aus stock3 PLUS, der exklusiv für Goldesel-Leser kostenlos erscheint.

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