Warum Tui trotz guter Zahlen abstürzt
Der Touristikkonzern Tui hat heute morgen seinen Geschäftsbericht mit durchaus sehenswerten Zahlen veröffentlicht. Allerdings ist die Finanzierung des Geschäfts durch Corona-Staatshilfen nach wie vor ein Thema, das das Unternehmen belastet. Zudem will Tui eine Kapitalerhöhung durchführen – und das verschreckt viele Aktionäre.
Die Zahlen im Detail
Der Verlust von Tui ist deutlich zurückgegangen: von fast 2,5 Milliarden EUR im Vorjahr auf 277,3 Millionen EUR in diesem Jahr. Erwartet wurde allerdings nur ein Verlust von 97 Millionen EUR.
Allerdings ist der Ausblick deutlich positiver. Bereits 52 % des Programms für den Winter 2022/23 ist verkauft. Tui erwartet für das kommende Geschäftsjahr einen starken Umsatzanstieg. Der Umsatz im 4. Quartal hat sich mehr als verdoppelt auf 7,61 Milliarden EUR. Auch insgesamt ist der Umsatz für das Geschäftsjahr mit 16,54 Milliarden EUR höher ausgefallen als angenommen.
Die Verschuldung von Tui hat deutlich abgenommen, diese sank von 5 Milliarden auf 3,4 Milliarden EUR (Stand: Ende September).
Die Kapitalerhöhung
Tui plant eine Kapitalerhöhung. Doch diese Maßnahme ist bei Aktionären äußerst unbeliebt, da sie den Wert der Aktien verwässert. Zusätzlich zur Kapitalerhöhung soll man zudem für 10 alte Aktien eine neue bekommen, also ein Aktien-Reverse-Split. Dadurch wirkt der Kurs wieder teurer.
Das sagen die Analysten
Das Analysehaus Jefferies belässt das Kursziel bei 2,10 EUR und die Einstufung auf ‘Underperform‘.
Auch Barclays belässt die Einstufung bei ‘Underweight’ und das Kursziel bei 125 Pence.
Bernstein belässt Tui auf ‘Market-Perform‘ und das Kurziel bei 2 EUR. Das Analysehaus sieht die Einigung mit dem Wirtschaftstabilisierungsfonds (WSF) als positiv an. Der WSF verzichtet bis Ende 2023 auf das Recht, die stille Einlage in Tui-Aktien umzuwandeln.

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