Nancy Pelosi Aktien, VW macht Rüstung und KI-Chips ziehen wieder an
In der aktuellen Ausgabe des Aktienpodcasts “Aktientalk” sprechen unser Goldesel Michael Flender und Daniel von Investflow über Aktien, die Nancy Pelosi zuletzt gekauft hat.
Außerdem analysieren Michael und Daniel die Lage im Chip-Universum und schauen sich den Strategiewechsel bei VW an. Der deutsche Autobauer setzt jetzt teilweise sogar auf Rüstung, einen Umstand, den es seit den Weltkriegen nicht mehr gab.
Weiterhin geht es um das Apple Event, Intel und kurzfristige Positionen unserer Podcast-Hosts.
Welche Aktien Nancy Pelosi gekauft hat, warum VW auf Rüstung setzt und was es beim Apple-Event neues gab, das und vieles mehr erfahrt ihr in der aktuellen Podcast-Episode bei Apple Podcasts, Spotify oder direkt bei YouTube.
Key Takeaways
- KI-Modelle und Rechenzentren beleben kurzfristig Halbleiter-, Speicher- und Infrastrukturaktien erneut.
- Nancy Pelosi Aktien: gemeldete Käufe betreffen unter anderem Bloom Energy, Intel-Optionen und Uber-Optionen.
- Volkswagens Werk in Osnabrück könnte künftig Verteidigungssysteme produzieren und zahlreiche Arbeitsplätze sichern.
- Novo Nordisk meldet Fortschritte bei Semaglutid, stoppt jedoch zwei Studien für ein Herzmedikament.
KI-Infrastruktur bleibt der wichtigste Wachstumstreiber
Bei den Halbleitern war zuletzt wieder deutlich mehr Leben drin. Namen wie Micron, SanDisk, Intel und Marvell konnten sich gut entwickeln. Dahinter steht erneut das große Thema künstliche Intelligenz, insbesondere neue leistungsfähige KI-Modelle und die wachsenden Anforderungen an Rechenleistung.
Was derzeit besonders fasziniert: Moderne KI-Systeme sollen zunehmend in der Lage sein, eigenständig Lösungswege zu finden, auch wenn sie für eine konkrete Situation nicht bis ins kleinste Detail trainiert wurden. Das bringt die Diskussion über Artificial General Intelligence, kurz AGI, wieder deutlich nach vorne.
Die Folgen für die Börse liegen auf der Hand. Wenn die Modelle leistungsfähiger werden und mehr Unternehmen KI praktisch einsetzen wollen, steigt der Bedarf an:
- Rechenzentren mit gewaltiger Kapazität
- GPUs und Chips für Training und Inferenz
- Speicherlösungen für riesige Datenmengen
- Strom und Energieinfrastruktur für den Betrieb der Systeme
- Netzwerken und Kühlung als Basis der gesamten Infrastruktur
Gerade der Energieaspekt wird häufig unterschätzt. KI ist längst nicht mehr nur ein Softwarethema. Je mehr Datenzentren gebaut werden, desto wichtiger werden Stromversorgung, Speicher, Netze und dezentrale Energieerzeugung. Das erklärt auch, warum Aktien aus dem Umfeld von Rechenzentren und Energieversorgung immer wieder in den Fokus kommen.
Physische KI und humanoide Roboter
Die nächste große Stufe könnte physische KI sein. Gemeint sind Anwendungen außerhalb des Rechenzentrums: humanoide Roboter, autonome Fahrzeuge, industrielle Automatisierung, Maschinensteuerung und intelligente Systeme, die direkt in der realen Welt agieren.
Wenn Roboter künftig in Fabriken, Lagern, Krankenhäusern oder im Alltag unterwegs sind, benötigen sie nicht weniger, sondern noch mehr spezialisierte Hardware. Kameras, Sensorik, Prozessoren, Speicher und Kommunikationschips werden dann zum Kernbestandteil physischer KI.
Das ist der Grund, warum wir in diesem Themenfeld weiter genau hinschauen. Es geht nicht nur darum, welches KI-Modell gerade beeindruckende Fähigkeiten zeigt. Es geht darum, welche Unternehmen von der gesamten Wertschöpfungskette profitieren könnten.
Gleichzeitig bleiben Risiken bestehen. Je autonomer KI-Systeme werden, desto schwieriger wird es, ihre Entscheidungen vollständig nachzuvollziehen. Cybersecurity, Kontrolle und verantwortungsvoller Umgang mit solchen Technologien werden deshalb immer relevanter.
Öl nähert sich der 100-Dollar-Marke
Neben KI bleibt auch der Ölpreis ein Thema. Er bewegt sich wieder deutlich nach oben und nähert sich der Marke von 100 US-Dollar. Geopolitische Spannungen und die weiterhin schwierige Lage rund um Iran spielen dabei eine wichtige Rolle.
Ein steigender Ölpreis ist für die Gesamtbörse nie ganz egal. Er kann Energieunternehmen helfen, erhöht aber gleichzeitig die Belastung für Verbraucher, Industrie und inflationsempfindliche Bereiche. Genau deshalb dürften die anstehenden US-Inflationsdaten besonders genau beobachtet werden.
Wenn Energie teurer wird, kann das die Erwartung an künftige Zinsschritte beeinflussen. Und Zinsen bleiben ein zentraler Faktor für Wachstumsaktien, Technologieunternehmen und hoch bewertete Zukunftsthemen.
Europa sucht eine Starlink-Alternative
Telekom, Orange, Vodafone und Telefónica sollen über ein gemeinsames europäisches Satellitenprojekt sprechen. Die Idee: bessere direkte Mobilfunkverbindungen über Satelliten und damit eine europäische Antwort auf Starlink.
Für Verbraucher wäre eine bessere Netzabdeckung natürlich grundsätzlich positiv. Gleichzeitig muss man nüchtern sagen, dass Starlink technologisch aktuell auf einem anderen Level unterwegs ist. SpaceX profitiert von einer enormen Startfrequenz, eigener Raketeninfrastruktur und einer bereits riesigen Satellitenkonstellation.
Europa kann und sollte trotzdem eigene Fähigkeiten aufbauen. Ein interessanter Lichtblick ist dabei Isar Aerospace. Der erfolgreiche Flug einer Trägerrakete von europäischem Boden zeigt, dass hierzulande durchaus etwas entsteht. Auch OHB bleibt als Unternehmen aus dem europäischen Raumfahrtumfeld interessant, zumal weitere Großaufträge die Bedeutung des Sektors unterstreichen.
Die große Frage bleibt aber: Wie schnell kann Europa handeln? Während hier noch Konsortien gebildet und Entscheidungen vorbereitet werden, bringt SpaceX bereits die nächste Generation seiner Satellitentechnik voran. Geschwindigkeit wird in diesem Wettbewerb entscheidend sein.
VW macht Rüstung: Ein deutliches Signal für den Industriestandort
Volkswagen steht seit Längerem unter erheblichem Druck. Hohe Kosten, schwächere Nachfrage, Veränderungen in der Automobilbranche und mögliche Arbeitsplatzverluste zeigen, wie ernst die Lage ist. Umso bemerkenswerter ist die geplante Neuausrichtung des Werks in Osnabrück.
Für den Standort soll eine vorläufige Vereinbarung mit Aurelius Capital und dem Land Niedersachsen getroffen worden sein. Künftig könnten dort Verteidigungssysteme produziert werden, möglicherweise mit Bezug zu einem israelischen Anbieter im Bereich Luftverteidigung.
Rund 1.400 von insgesamt 1.800 Arbeitsplätzen könnten auf diese Weise erhalten bleiben. Das wäre für die Region natürlich ein wichtiges Signal. Gleichzeitig zeigt es, wie stark sich die europäische Industrie gerade verändert.
Es dürfte nicht die letzte Meldung dieser Art bleiben. Wenn Automobilkapazitäten nicht mehr vollständig ausgelastet sind und der Verteidigungsbereich weiter wächst, werden sich weitere Unternehmen mit neuen Geschäftsfeldern beschäftigen müssen. Auch bei Mercedes wurde in der Vergangenheit immer wieder über eine stärkere Rolle im Rüstungsumfeld spekuliert.
Das ist keine einfache Entwicklung, aber sie macht deutlich: Industriepolitik, Sicherheitspolitik und Kapitalmarkt hängen inzwischen viel enger zusammen als noch vor einigen Jahren.
Apple und das mögliche faltbare iPhone
Beim Apple-Event richtet sich der Fokus vor allem auf mögliche neue iPhone-Modelle. Besonders spannend ist die Erwartung eines faltbaren iPhones. Apple wäre damit keineswegs der erste Anbieter in diesem Segment. Samsung, Huawei, Xiaomi und andere Hersteller aus Asien haben bereits seit Jahren faltbare Smartphones im Angebot.
Apple war allerdings noch nie zwingend der Pionier. Die Stärke lag oft darin, bestehende Kategorien einfacher, besser integriert oder massentauglicher zu machen. Trotzdem ist die Skepsis hoch. Ein faltbares iPhone dürfte sehr teuer werden, und viele Menschen fragen sich berechtigt, ob sie wirklich ein noch empfindlicheres Gerät für deutlich über 2.000 Dollar brauchen.
Am Ende wird entscheidend sein, ob Apple einen überzeugenden praktischen Nutzen liefert. Eine bessere Kamera, ein schnellerer Chip und ein paar Softwareverbesserungen reichen nach einem Jahr meist nicht aus, um ein Upgrade zwingend erscheinen zu lassen. Bei einem neuen Formfaktor könnte das anders sein, aber nur, wenn die Umsetzung wirklich überzeugt.
Novo Nordisk: Fortschritte bei Abnehmmedikamenten, Rückschlag bei Herzmitteln
Bei Novo Nordisk gab es zuletzt Licht und Schatten. Positiv waren die Daten einer Phase-3-Studie mit Semaglutid bei Kindern im Alter von sechs bis elf Jahren. Nach 68 Wochen lagen mehr als 40 Prozent der vollständig behandelten Kinder nicht mehr über der klinischen Adipositas-Schwelle.
Aus unternehmerischer Perspektive eröffnet das einen weiteren möglichen Markt für Novo Nordisk. Gleichzeitig ist das Thema gesellschaftlich und medizinisch hochsensibel. Medikamente können bei bestimmten Erkrankungen und Fällen eine wichtige Rolle spielen. Dennoch darf man nicht ausblenden, dass Ernährung, Bewegung und das Umfeld von Kindern ebenfalls eine enorme Bedeutung haben.
Gerade bei sehr jungen Kindern liegt Verantwortung ganz klar bei den Erwachsenen. Wer Kinder dauerhaft mit Süßigkeiten, Softdrinks, Eistee, Chips und Energydrinks versorgt, schafft Gewohnheiten, die später schwer wieder loszuwerden sind. Natürlich geht es nicht darum, jedes Stück Schokolade zu verbieten. Es geht um Maß, Alltag und einen vernünftigen Umgang mit Zucker.
Auf der anderen Seite musste Novo Nordisk zwei Studien für ein Herzmedikament einstellen, weil die Erfolgsaussichten als zu gering bewertet wurden. Das zeigt erneut, wie stark der Konzern aktuell von seinen erfolgreichen Stoffwechsel- und Abnehmprodukten geprägt wird. Eine breitere Diversifizierung wäre langfristig wünschenswert, doch dafür braucht es echte Durchbrüche in anderen Therapiegebieten.
Nancy Pelosi Aktien: Welche Aktien kauft der US-Kongress
Kommen wir zu einer Investorengruppe, die regelmäßig für Diskussionen sorgt: Mitglieder des US-Kongresses. Ihre Aktiengeschäfte werden besonders genau verfolgt, weil politische Entscheidungen und wirtschaftliche Interessen nicht immer leicht voneinander zu trennen sind. Das Ganze sollte man deshalb mit einem gewissen Augenzwinkern, aber auch mit kritischem Blick betrachten.
Die gemeldeten Käufe sind keine Kaufempfehlung. Sie können aber Hinweise darauf geben, welche Branchen und Unternehmen bei politisch gut vernetzten Investoren gerade Aufmerksamkeit bekommen.
Bei Nancy Pelosi fielen zuletzt vor allem drei Themen auf. Über ihren Ehemann wurden laut den gemeldeten Spannen unter anderem Positionen in Bloom Energy aufgebaut, außerdem Call-Optionen auf Intel und Uber.
Bloom Energy passt zum Rechenzentrums-Thema
Bloom Energy ist besonders interessant, weil das Unternehmen in das Thema Energieversorgung für den wachsenden Strombedarf von Rechenzentren passen könnte. Wenn KI-Infrastruktur weiter skaliert, werden Lösungen gefragt sein, die Stromversorgung möglichst zuverlässig und flexibel machen.
Die Aktie hat bereits einiges an Bewegung gesehen. Gerade deshalb reicht es nicht, nur auf die Käufe prominenter Investoren zu schauen. Entscheidend sind Geschäftsmodell, Bewertung, Wachstumschancen und die Frage, wie nachhaltig die Nachfrage tatsächlich ist.
Uber zwischen Robotaxi-Chance und Konkurrenzdruck
Bei Uber ist die Lage komplexer. Partnerschaften und autonome Mobilität können große Chancen eröffnen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, welche Rolle Uber langfristig einnimmt, wenn Anbieter wie Waymo und Tesla ihre Robotaxi-Pläne aggressiv ausbauen.
Uber könnte von einer Plattformrolle profitieren, doch das ist keineswegs garantiert. Wenn führende Robotaxi-Anbieter ihre Fahrten direkt vermarkten wollen, bleibt für Vermittlungsplattformen weniger Raum. Genau deshalb ist Uber spannend, aber auch alles andere als risikolos.
Intel: Trading-Chance, aber Bewertung genau prüfen
Intel ist für viele derzeit wieder ein heißer Name, vor allem im Umfeld von Halbleitern, Foundry-Geschäft und US-Industriepolitik. Kurzfristig kann die Aktie von einem erneuten KI- und Chip-Momentum profitieren. Mittel- bis langfristig bleibt die Lage aber anspruchsvoll.
Intel muss operativ beweisen, dass die Erholung nachhaltig ist. Im Vergleich zu manchen Wettbewerbern ist das Wachstum langsamer, während gleichzeitig viel Hoffnung eingepreist sein kann. Für kurzfristige Trades kann das interessant sein. Für langfristige Investments sollte man aber genauer hinschauen und nicht allein wegen politischer Käufe aufspringen.
Weitere auffällige Käufe im Kongressumfeld gab es unter anderem bei IBM, Berkshire Hathaway, Hubbell, Eli Lilly, C.H. Robinson und Liberty Formula One. Auch Tempus AI taucht immer wieder auf. Das Unternehmen bewegt sich im Schnittfeld von KI und Gesundheitsdaten, einem Bereich, der nach den jüngsten Entwicklungen rund um personalisierte Med
Unsere kurzfristigen Positionen im KI- und Chipbereich
Kurzfristig bleiben wir in mehreren Titeln aus dem KI- und Halbleiterumfeld engagiert. Dazu gehören Meta, Nvidia, Nebius und Marvell. Die Überlegung dahinter ist nicht, dass diese Aktien schon morgen explodieren müssen. Vielmehr stimmen Nachrichtenlage, operative Entwicklung und das wieder zunehmende Interesse am KI-Sektor aus unserer Sicht aktuell zusammen.
Auch Micron bleibt ein Name, der nach der jüngsten Bewegung wieder stärker auffällt. Speicherchips sind ein zentraler Baustein für KI-Rechenzentren. Wenn der Bedarf an leistungsfähiger Hardware steigt, profitieren nicht nur GPU-Hersteller, sondern auch Unternehmen aus den Bereichen Speicher, Netzwerke und Infrastruktur.
Wichtig bleibt: Kurzfristige Trades und langfristige Investments sind zwei unterschiedliche Dinge. Eine Aktie kann für einen Trade attraktiv sein, obwohl die langfristige Bewertung anspruchsvoll ist. Umgekehrt kann ein gutes Unternehmen kurzfristig unter Druck geraten, ohne dass die langfristige Investmentthese zerstört ist.
Deshalb sollte man bei allen genannten Aktien sauber unterscheiden:
- Was ist bereits eingepreist?
- Wie entwickelt sich Umsatz und Gewinn?
- Wie hoch ist die Bewertung im Vergleich zum Wachstum?
- Welche Risiken bestehen durch Konkurrenz, Regulierung oder Konjunktur?
- Passt die Positionsgröße zum eigenen Risiko?
Gerade bei KI, Chips und Robotik sind die Chancen groß, aber die Erwartungen ebenfalls. Nicht jede spannende Story wird automatisch ein gutes Investment. Wer langfristig erfolgreich sein möchte, sollte sich nicht von einzelnen Schlagzeilen treiben lassen, sondern Unternehmen, Geschäftsmodelle und Bewertungen immer wieder neu überprüfen.
Fazit: Die großen Börsenthemen bleiben klar
Der ruhige Wochenstart sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass aktuell zahlreiche Themen gleichzeitig auf die Börse einwirken. KI-Infrastruktur und Halbleiter bleiben die zentrale Wachstumsstory. Energieversorgung gewinnt dadurch deutlich an Bedeutung. Öl, Inflation und Zentralbanken können kurzfristig für Schwankungen sorgen.
Europa versucht, bei Satellitenkommunikation und Raumfahrt nicht vollständig den Anschluss zu verlieren. Volkswagen zeigt mit dem möglichen Rüstungsprojekt in Osnabrück, wie stark sich die Industrie an neue Realitäten anpassen muss. Novo Nordisk bleibt bei Abnehmmedikamenten hervorragend positioniert, braucht aber langfristig weitere Erfolgsgeschichten außerhalb dieses Kerngeschäfts.
Und bei den Käufen aus dem US-Kongress gilt: spannend, manchmal auffällig, aber niemals ein Ersatz für die eigene Analyse. Nancy Pelosi, Intel, Bloom Energy, Uber und Tempus AI liefern interessante Ansatzpunkte. Den Investmentcase muss jeder trotzdem selbst prüfen.

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte
Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.