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stock3 in Börsennews

25.04.2023 11:05

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US-Bankenkrise: Quartalszahlen beruhigen nicht

Eine US-Bank nach der nächsten legt gute Zahlen vor. Selbst die im Zentrum der Krise stehenden Regionalbanken weisen Rekordgewinne aus. Die Kurse steigen trotzdem nicht.

Aktienverlinkung: US46625H1005

Die Quartalszahlen von US-Banken lassen sich aktuell nicht verallgemeinert darstellen. Großbanken können sehr hohe und solide Gewinne ausweisen. Zum Teil wird der Ausblick angehoben. Die Aktie der größten US-Bank, JP Morgan, stieg nach den Zahlen sprunghaft an. Großbanken sind die Profiteure der Krise. Sie konnten Einlagen einsammeln. Kunden halten Großbanken aktuell für sicherer. Regionalbanken sind deswegen nicht gleich allesamt schlecht. Truist Financial konnte den Gewinn auf Jahressicht merklich steigern. Auch Zions Bancorp steigerte den Gewinn. Einige lieferten genau den Gewinn ab, der erwartet wurde (z.B. Fith Third Bancorp). Andere verfehlten die Erwartungen (z.B. KeyCorp).

Eine Bank, die nach Silicon Valley und Signature Bank im Zentrum steht (First Republic Bank), zeigt, dass die Krise noch nicht vorüber ist. First Republic Bank (FRB) wies einen Rückgang der Einlagen von 176 Mrd. auf 104 Mrd. aus, obwohl sie 30 Mrd. von anderen Banken erhielt.

Um den Abzug von Einlagen zu finanzieren, stiegen die Summe, die sich FRB leihen muss, von 11 Mrd. auf 106 Mrd. Dieses Geld ist nicht gratis. Die Zinszahlungen für Ausleihungen verdoppelten sich im ersten Quartal, obwohl die Krise nur drei Wochen des Quartals betraf. Bleiben die Zinskosten auf diesem Niveau, ist FRB nicht überlebensfähig. So bleiben die Aktien von Regionalbanken schwach. Die Branche steckt nach wie vor in der Krise. Das zeigt auch der immer noch hohe Liquiditätsbedarf.

Generell gerät der ganze Aktienmarkt ins Ungleichgewicht, wenn die Fed mit Notprogrammen einspringen muss (Grafik 1). 2011 war eine Ausnahme. Hier kam es aufgrund der Eurokrise zu erhöhtem Dollarbedarf. Die Fed stellte anderen Notenbanken Dollarliquidität zur Verfügung. Es war kein Zeichen von Stress im US-Bankensystem.

Was für den Gesamtmarkt gilt, gilt für die Kurse von Baken und dem Finanzsektor ganz besonders (Grafik 2). Bisher bleibt ein Rebound der Kurse zumindest bei Regionalbanken aus und bei einigen Banken ist nach den Zahlen von FRB mit einem erneuten Selloff zu rechnen.

Das hat zwei Gründe. Die Zahlen sind bisher nur bedingt aussagekräftig. Die Krise begann am Ende des Quartals. Höhere Kosten, etwa für das Bank Term Funding Program, machen sich bisher kaum bemerkbar. FRB ist eine Ausnahme. Die Kosten der Liquidität sind allerdings enorm. Für das Geld, welches sich Banken bei der Fed geliehen haben, fallen derzeit über 7 Mrd. an jährlichen Zinskosten an. Dies entspricht einem Zinssatz von 5 %. Für so manche Bank macht dies den Unterschied zwischen Gewinn oder Verlust.

Es liegt im Interesse der Banken, die Kredite bei der Fed schnell zurückzuzahlen. Umso erstaunlicher ist es, dass sich Banken vergangene Woche wieder mehr Geld liehen (Grafik 3).

Wegen der hohen Kosten macht es nur Sinn, wenn wirklich Bedarf besteht.

Es ist ungewöhnlich, dass der Bedarf nach einer Eskalation wieder ansteigt. Der Normalfall ist eine Eskalation, Banken leihen sich so viel Geld wie sie können. Danach zahlen sie die Kredite kontinuierlich zurück. Das war z.B. 2020 der Fall (Grafik 4).

Selbst 2008 war das Ende der Krise deutlich erkennbar. Zeitweise stiegen die Ausleihungen unter den Notprogrammen wieder, allerdings gingen sie vor allem zu Beginn mehrere Wochen schnell zurück.

Die Krise ist nicht beendet. Sie schwelt weiter. Die Aktienkurse von Regionalbanken sagen dazu praktisch alles. Solange sich die Kurse nicht erholen, kann das Thema auch den Gesamtmarkt wieder einholen.

Clemens Schmale

Das war ein Beitrag aus stock3 PLUS, der exklusiv für Goldesel-Leser kostenlos erscheint.

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