Earnings Surprises KW 19 – Gesundheit, Werbung, Private-Equity-Holding
Die Berichtssaison ist in vollem Gange. Jeden Tag melden etliche Unternehmen ihre Zahlen für das abgelaufene Quartal. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Und gerade im aktuellen Umfeld, wenn gute Zahlen, ein guter Ausblick oder sogar eine Prognoseerhöhung verkündet werden, die Aktie aufgrund des Marktumfelds jedoch nicht profitieren kann, gilt es den Durchblick zu behalten. Wir halten für euch in unserem Screener “Earnings Surprise“, als Mitglied von Goldesel Premium, die spannendsten Unternehmen mit positiven Überraschungen fest, um dann, wenn sich das Marktumfeld bessert, direkt die aussichtsreichsten Kandidaten griffbereit zu haben und vom Aufschwung profitieren zu können.
Zusätzlich gibt es, dank der Goldesel-App, die neusten Eintragungen direkt per Pushnachricht aufs Handy.
In dieser Woche war es deutlich ruhiger, was Überraschungen bei Quartalszahlen angeht. Nicht unbedingt, weil weniger Zahlen gemeldet wurden, sondern viel mehr, weil die Zahlen in der breiten Masse eher im Bereich der Erwartungen oder durchwachsen waren. Die Suche nach dem Haar in der Suppe stand am Markt vermehrt im Fokus. Dennoch gab es natürlich auch überraschende Zahlen zu vermelden.
Diese Unternehmen überraschten in KW 19
Gesundheit aus dem DAX
Fresenius SE ist eine in Deutschland ansässige Gesundheitsholding mit vier Segmenten. Das Unternehmen besitzt eine große Beteiligung an dem Dialysedienstleister und Gerätehersteller Fresenius Medical Care. Das Segment Kabi stellt intravenöse Arzneimittel, Ernährungsprodukte, Infusions- und Transfusionstherapien sowie entsprechende Pumpen her. Das Segment Helios betreibt private Krankenhäuser in Deutschland, Spanien und Lateinamerika. Vamed bietet eine Reihe von Dienstleistungen an, wie z.B. die Errichtung und den Betrieb von Gesundheitseinrichtungen, einschließlich der postakuten Rehabilitation.
Turnaround eingeleitet?
Fresenius meldete am 9. Mai 2023 Zahlen, bei denen erste Sparerfolge im Ergebnis zu sehen waren. Beim Umsatz lag Fresenius mit 10,2 Milliarden Euro leicht über den Erwartungen von 10,1 Milliarden Euro. Auch das Vorjahr von 9,7 Milliarden Euro konnte geschlagen werden. Dies bedeutet ein Plus von +5 % YoY. Beim EBIT von 908 Millionen Euro lag man zwar unter dem Wert des Vorjahrs (996 Mio. Euro) aber deutlich über den Erwartungen (838 Mio. Euro). Beim Ergebnis bedeutet das 0,69 Euro pro Aktie. Die erwarteten 0,61 Euro wurden damit deutlich übertroffen. Die angepasste Unternehmensstrategie des neuen CEO, u.a. zu eingeleiteten Sparmaßnahmen, zeigen möglicherweise erste Wirkungen. Auch die Prognose für das Gesamtjahr 2023 wurde erneut bestätigt.
Mit neuer Strategie zum alten Erfolg? Mehr zur Turnaround Idee auf dem Instagram Kanal zur Goldesel-App: Turnaround Idee Fresenius
Kursreaktion
Am Markt kamen die Zahlen gut an. Mit einem Up-Gap von über +3 % kam die Aktie in den Handel. Geschlossen hat sie am Tageshoch bei über +8 %. Auch am Folgetag ging es zwischenzeitlich nochmals um über +5 % nach oben, bevor es dann zu ersten Gewinnmitnahmen kam. Doch die Aktie konnte das Niveau bisher weitestgehend halten. Sehen wir hier die Anfänge eines möglichen Turnarounds? Wer darauf spekulieren möchte, könnte beim Überspringen der Widerstandszone im Bereich 29 – 30 Euro eine Einstiegsmöglichkeit finden. Umzusetzen wäre die Idee z.B. mit einem Derivat wie der WKN HG17JB (Hebel 3,3).

Digitales Werbeinventar auf allen Plattformen
The Trade Desk bietet eine Self-Service-Plattform, die Werbetreibenden und Werbeagenturen hilft, digitales Werbeinventar (Display, Video, Audio, nativ und sozial) auf verschiedenen Geräten wie Computern, Smartphones, digitalen Out-of-Home-Geräten und vernetzten Fernsehern programmgesteuert zu finden und zu kaufen. Es nutzt Daten, um die Leistung der gekauften Anzeigenimpressionen zu optimieren. Die Plattform des Unternehmens wird in der digitalen Werbebranche als Demand-Side-Plattform bezeichnet.
Umsatzsteigerung trotz Werbeflaute
Nachdem die Zahlen zum Q4 2022 schon eine positive Überraschung darstellten, konnte The Trade Desk auch mit den am 10. Mai 2023 gemeldeten Q1 Zahlen überraschen. Der Umsatz konnte um 21 % auf 383 Millionen USD gesteigert werden. Das EBITDA lag bei 109 Millionen USD im Vergleich zu 121 Millionen USD im Vorjahresquartal. Zulegen konnte man beim Ergebnis pro Aktie. Nicht nur im Vergleich zum Vorjahr (0,21 USD) sondern insbesondere zu den Erwartungen von 0,13 USD sehen die gemeldeten 0,23 USD sehr stark aus.
Auch der Ausblick überzeugt. The Trade Desk erwartet für das Q2 2023 ein EBITDA von 160 Millionen USD. Auch der Umsatz soll deutlich, auf mindestens 452 Millionen USD, gesteigert werden.
Kursreaktion
Die Aktie reagierte nachbörslich sehr volatil. Und so ging es auch am Folgetag weiter. Nach einem Up-Gap von +3 % ging es zwischenzeitlich auf über -7,5 % (zum Vortagesschlusskurs) nach unten. Geschlossen hat die Aktie dann mit -0,7 % quasi unverändert.

Reselling von Unternehmen
Die Mutares SE & Co. KGaA erwirbt als börsennotierte Private-Equity-Holding mittelständische Unternehmen in Umbruchsituationen mit Sitz in Europa, die ein deutliches operatives Verbesserungspotenzial aufweisen und nach einer Stabilisierung und Neupositionierung wieder veräußert werden.
Deutlicher Gewinnsprung
Am 9. Mai 2023 veröffentlichte Mutares seine Zahlen zum Q1 2023. Hier gab es deutliche Anstiege bei allen Kennzahlen. Die Umsatzerlöse im Konzern erhöhten sich um +30 % auf 1,1 Milliarden Euro. Haupttreiber war dabei der Umsatz aus Beratungsdienstleistungen und Management Fees. Dieser konnte um +84 % auf 27,1 Millionen Euro wachsen. Das adjusted EBIT im Konzern stieg auf 5,1 Millionen Euro (Vorjahr: -30,7 Mio. Euro). Beim Nettoergebnis stehen zum Ende des Quartals 8,2 Millionen Euro (Vorjahr: 6,8 Mio. Euro) und damit ein Plus von +21 % zu buche.
Der mittelfristige Ausblick zielt auf einen Konzernumsatz von rund 7,0 Milliarden Euro im Jahr 2025 ab. Hierzu wurden im Q1 2023 bereits erfolgreiche Refinanzierungsmaßnahmen angestoßen. So konnte man neue Anleihen mit einem Volumen von 100 Millionen Euro ausgeben. Auch die Transaktionspipeline ist mit einem angepeilten Umsatzvolumen von 11 Milliarden Euro gut gefüllt.
Kursreaktion
Die Aktie reagiert auf die Meldung der Zahlen quasi gar nicht. Mit dem schwachen Gesamtmarkt ging es zwischenzeitlich um über -3 % nach unten. Diese Verluste wurden jedoch komplett wieder aufgeholt.
Möglicherweise liegt die fehlende Reaktion an dem Kursverlauf der Tage vor den Meldungen. Dort konnte sie innerhalb von 2 Tagen um über +14 % zulegen. Ob der Auslöser für den Kurssprung die Meldung einer Verkaufsvereinbarung in Höhe von 180 Millionen Euro oder die Meldung zweier Insiderkäufe von Mitgliedern des Vorstands war, ist schwer abzuschätzen. Möglicherweise waren auch schon vorab Informationen an den Markt gedrungen. Darüber lässt sich aber nur spekulieren. Aktuell hält sich die Aktie auf einem hohen Niveau. Sollte die Stärke halten, könnte man bei einem Ausbruch aus der Konsolidierungsphase und dem gleichzeitigen Sprung über den Widerstandsbereich einer möglichen Trendfortsetzung folgen. Denkbar wäre eine mögliche Umsetzung mit einem Knock-Out Zertifikat, wie der WKN DW6R0V (Hebel 2,7) – Vor dem Kauf unbedingt auf den Spread achten.


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Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte
Der Autor ist in dem folgenden besprochenen Wertpapier bzw. Basiswert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert: Fresenius
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Die im Artikel vorgestellten Derivate werden durch die Redaktion ausgesucht. Wir arbeiten aber mit ausgewählten Emittenten zusammen, die mit der Goldesel Trading & Investing GmbH in einer Geschäftsbeziehung stehen. Bitte beachten Sie: Der Handel mit Derivaten ist mit einem erheblichen Risiko verbunden und kann unter Umständen zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen.