ASML-Monopol in Gefahr? Software mit Stärke und Zahlen von Cola und Nemetschek
In der aktuellen Ausgabe des Podcasts “Aktientalk” sprechen unser Goldesel Michael Flender und Daniel von Investflow über die Frage, ob das Monopol von ASML in Gefahr ist.
Außerdem beleuchten unsere Experten die aktuelle Lage im Software-Sektor und die Zahlen von Nemetschek, Coca-Cola, Paypal und dem deutschen IT-Dienstleister Bechtle.
Warum Bechtle und Nemetschek deutlich zulegen konnte, wer das ASML-Monopol bedroht und warum der Software-Sektor trotz Volatilität zuletzt stark war, das und vieles mehr erfahrt ihr in der aktuellen Podcast-Episode bei Apple Podcasts, Spotify oder direkt bei YouTube.
Software grün, KI-Infrastruktur rot: Verkehrte Welt an der Börse
In den vergangenen Monaten war das Muster ziemlich eindeutig: Alles rund um KI-Infrastruktur, Chips, Speicher und Maschinenbau wurde gekauft. Software hingegen wurde regelrecht abgestraft. Die Sorge lautete, dass klassische Anbieter durch neue KI-Modelle und automatisierte Lösungen massiv unter Druck geraten könnten.
Nun dreht sich dieses Bild zumindest kurzfristig. Seit den überzeugenden SAP-Zahlen hat der Softwaresektor deutlich angezogen. ServiceNow konnte ebenfalls stark liefern, und Nemetschek hat mit seinen Zahlen sowie einer höheren Prognose nachgelegt. Das ist wichtig, denn plötzlich gibt es weniger Argumente dafür, warum viele Softwarewerte weiterhin auf extrem niedrigen Niveaus handeln sollten.
Natürlich kann ein Rebound auch nur aus Short-Eindeckungen bestehen. Nach drei starken Tagen ist ein Rücksetzer keineswegs ausgeschlossen. Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen einem kurzen technischen Bounce und strategischen Neueinstiegen. Wenn Investoren wieder erkennen, dass etablierte Softwareunternehmen nicht einfach wegdisruptiert werden, kann daraus mehr werden als nur eine kurze Gegenbewegung.
SAP ist dafür ein gutes Beispiel. Der Cloud-Auftragsbestand lag über den Erwartungen. Das Geschäft läuft, und mit Joule ist SAP bei KI-Agenten nicht nur irgendwie dabei, sondern durchaus solide aufgestellt. Die These, dass SAP durch KI irrelevant werden könnte, wirkt angesichts dieser Entwicklung immer weniger überzeugend.
Auch Salesforce und ServiceNow zeigen, dass die Nachfrage nach Unternehmenssoftware nicht verschwindet. Im Gegenteil: KI muss in Geschäftsprozesse, Datenstrukturen, Kundenbeziehungen und bestehende IT-Landschaften integriert werden. Genau dort sitzen viele der etablierten Softwareanbieter.
ServiceNow als kurzfristiger Trade mit langfristiger Option
Bei ServiceNow war die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Entwicklung besonders auffällig. Die Aktie hatte deutlich höhere Niveaus gesehen, obwohl die jüngsten Geschäftszahlen positiv überraschten. Das macht die Aktie interessant für eine kurzfristige Erholung im Softwaresektor.
Eine solche Position kann zunächst als Trade gedacht sein, mit der Option, bei weiter überzeugender Entwicklung einen kleineren Anteil langfristig im Depot zu behalten. Das ist kein Widerspruch. Gerade in volatilen Marktphasen kann es sinnvoll sein, eine Chance zunächst taktisch zu spielen und dann zu prüfen, ob daraus eine langfristige Investmentidee wird.
Wichtig bleibt dabei: Der Markt war bei Software extrem skeptisch. Wenn die kommenden Quartalszahlen zeigen, dass Wachstum, Margen und Cloud-Geschäft weiter stimmen, dürfte diese Skepsis nach und nach weichen. Ob alte Bewertungsniveaus schnell wieder erreicht werden, ist eine andere Frage. Aber eine breitere Neubewertung des Sektors ist alles andere als ausgeschlossen.
Der Halbleitersektor erlebt einen heftigen Realitätsschock
Auf der anderen Seite sehen wir bei Chipwerten und KI-Infrastruktur, wie brutal Momentum auch in die andere Richtung wirken kann. Einzelne Aktien verlieren innerhalb weniger Wochen 40 Prozent oder mehr vom Hoch. Werte, die zuvor gefühlt nur steigen konnten, werden plötzlich ohne große Rücksicht verkauft.
Das ist Börse. Irgendwann wird bei überhitzten Themen der Stecker gezogen. Bei Rüstungswerten hat man das gesehen, nun passiert es teilweise bei Halbleitern und KI-Werten. Das Schwierige ist nur, davon sauber zu profitieren. Im Nachhinein wirkt ein Short oft offensichtlich. In Echtzeit kann eine Short-Position allerdings auch schnell 50 Prozent gegen einen laufen, bevor sie recht bekommt oder eben ausgestoppt wird.
Besonders heftig war die Entwicklung in Südkorea. Der Kospi verlor zeitweise deutlich, unter anderem weil Samsung und SK Hynix kräftig nachgaben. Dabei muss man den Index aber richtig einordnen: Der Kospi ist sehr konzentriert. Samsung und SK Hynix haben eine enorme Gewichtung, während der Abstand zum drittgrößten Unternehmen extrem groß ist.
Fallen diese Schwergewichte um mehr als zehn Prozent, kann der Index entsprechend massiv reagieren. Das ist nicht direkt mit einem breit aufgestellten S&P 500, Nasdaq oder DAX vergleichbar. Dennoch zeigt die Situation, wie gefährlich es wird, wenn Privatanleger hochgehebelte Produkte kaufen.
Bei dreifach gehebelten ETFs bedeuten zweistellige Tagesverluste bei den Basiswerten schnell Depotverluste von über 30 Prozent. Kommt noch geliehenes Geld hinzu, drohen Margin Calls und Zwangsliquidationen. Dann verkaufen Anleger nicht mehr, weil sie verkaufen wollen, sondern weil sie verkaufen müssen. Genau daraus kann eine Lawine entstehen.
Gleichzeitig entstehen in solchen Phasen natürlich Chancen. Aktien, die zuvor totgeredet wurden, können plötzlich kräftig anspringen. Entscheidend ist, nicht jeder Bewegung blind hinterherzulaufen. An der Börse ist ein Unternehmen nicht automatisch schlecht, nur weil der Kurs fällt. Genauso wenig ist es automatisch großartig, nur weil die Aktie steigt.
Werbung: Depot-Tracking mit Parqet
Wer für sein Depot noch die perfekte App zum Tracking sucht, der ist bei unserem Partner Parqet gut aufgehoben. Die App hat zahlreiche kostenfreie Features und bietet euch die Chance, eure Investments und Dividenden zuverlässig zu tracken. Schaut es euch gerne an. Außerdem gibt es aktuell 20 % Rabatt auf das Jahresabo mit dem Code Goldesel20.
Amazon will mit mehr als 5.000 Satelliten in den Orbit
Amazon unterstreicht seine Ambitionen im Weltraumgeschäft. Das Unternehmen hat offenbar beantragt, mehr als 5.000 Satelliten zu starten. Hintergrund ist der geplante Ausbau der Infrastruktur in Verbindung mit Globalstar. Das Volumen der Transaktion liegt bei mehr als 11 Milliarden.
Damit wird klar: Amazon will nicht nur auf der Erde Infrastruktur bereitstellen. Das Unternehmen baut seine Position auch im Orbit weiter aus und verbindet dafür Satellitennetzwerke, Spektrum und bestehende technische Fähigkeiten.
Amazon hat in der Vergangenheit mehrfach gezeigt, dass es in neue Märkte eindringen und dort sehr schnell relevante Strukturen aufbauen kann. Ob daraus unmittelbar ein großer Gewinnbringer wird, ist offen. Aber als strategischer Schritt ist die Richtung eindeutig: Konnektivität, Cloud, Logistik und Dateninfrastruktur werden immer stärker miteinander verknüpft.
SpaceX nach dem Hype: Unter 100 Euro schon interessant?
SpaceX war nach dem spektakulären Börsenstart zunächst ein Hype-Thema. Die Aktie stieg zeitweise auf mehr als 220 Dollar, fiel anschließend aber kräftig zurück und notierte zeitweise unter 100 Euro. Das ist ein enormer Rückgang, aber kein Grund, die Bewertung auszublenden.
Auch nach dem Abverkauf ist SpaceX mit rund 1,45 Billionen Marktkapitalisierung alles andere als günstig bewertet. Fantasie gibt es reichlich: Raumfahrt, Satellitentechnik, potenzielle Rechenzentren im Weltall und langfristig die Vision der Weltraumbesiedlung. Trotzdem sollte man gerade bei Elon Musk berücksichtigen, dass zwischen einer großen Ankündigung und einer wirtschaftlich tragfähigen Umsetzung oft sehr viel Zeit liegen kann.
Bei Tesla ist diese Bringschuld inzwischen deutlich spürbar. Themen wie Optimus und autonomes Fahren sind für viele Anleger nicht neu. Irgendwann reichen große Zukunftsvisionen allein nicht mehr, wenn konkrete Fortschritte und monetarisierbare Ergebnisse auf sich warten lassen. Diese Skepsis kann auch auf SpaceX übergreifen.
Die Lock-up-Frist als kurzfristiges Risiko
Zusätzlichen Druck bringt die auslaufende Lock-up-Frist. Ab dem 6. August werden weitere rund 911,5 Millionen Aktien handelbar. Damit steigt die Sorge, dass frühe Investoren und Insider einen Teil ihrer hohen Gewinne realisieren könnten.
Ob das tatsächlich zu einem weiteren Kursrutsch führt, ist offen. Solche Ereignisse sind oft schon teilweise eingepreist. Es gibt sogar das gegenteilige Szenario: Wenn viele Shortseller auf genau diesen Verkaufsdruck setzen und sich dann eindecken müssen, könnte der Kurs gerade am Stichtag anziehen.
Für langfristig Interessierte wäre ein schrittweiser Einstieg plausibler als ein großer Kauf auf einmal. Eine erste kleine Position kann ein Fuß in der Tür sein, während man abwartet, ob sich der Abwärtstrend stabilisiert. Bei 110 Dollar ist das Chance-Risiko-Verhältnis jedenfalls deutlich interessanter als beim Kauf im Hype nahe 200 Dollar.
Nvidia und die immer größere KI-Finanzierungsmaschine
Nvidia bleibt im Zentrum des KI-Booms. Das Unternehmen ist Teil einer neuen Open Secure AI Alliance, gemeinsam mit Namen wie Microsoft, IBM, SAP, Dell, Palantir und SpaceX. Auffällig ist, wer fehlt: Google, OpenAI und Anthropic sind nicht dabei.
Die Allianz setzt auf offene Sicherheitsansätze für KI. Das klingt zunächst sehr idealistisch, ist aber natürlich nicht uneigennützig. Geschlossene, kostenpflichtige Modelle haben wenig Interesse daran, offene Alternativen zu stärken. Sollte die US-Regierung zugängliche oder chinesische Modelle stärker beschränken, könnte das den Anbietern proprietärer Bezahlmodelle sogar helfen.
Parallel wird die KI-Kreislaufwirtschaft immer größer. Nvidia soll den Bau eines Rechenzentrums im Umfang von 250 Milliarden garantieren, mit der Möglichkeit auf bis zu 500 Milliarden. Im Gegenzug werden natürlich Nvidia-Chips benötigt. Es entsteht ein Kreislauf aus Finanzierung, Infrastrukturprojekten, Chipkäufen und neuen Partnerschaften.
Das Problem: Diese Finanzierungen werden zunehmend komplexer. Es braucht Garantien, spezielle Konstruktionen und Infrastrukturinvestoren. Teilweise werden Rechenzentren außerhalb von Konzernbilanzen finanziert, während andere große Finanzakteure einen erheblichen Teil der Kosten tragen.
Die operativen Zahlen im KI-Bereich sind vielerorts weiterhin stark. Doch der Markt wird nervöser, weil die Frage lauter wird, wer all diese Infrastruktur am Ende bezahlt und wie nachhaltig dieses Tempo finanziert werden kann. Genau diese Unsicherheit erklärt einen Teil der jüngsten Schwäche bei KI-Infrastrukturwerten.
ASML: Ist das Monopol wirklich in Gefahr?
Die wohl spannendste Nachricht betrifft ASML. Ein Bericht deutet darauf hin, dass ein chinesisches Unternehmen DUV-Immersionssysteme herstellen könnte und noch in diesem Jahr bis zu fünf Maschinen ausliefern will. Die Quelle gilt als seriös, doch die Informationen basieren offenbar auf unbestätigten Angaben. Der Name des Unternehmens wurde nicht genannt.
Das reicht trotzdem, um Druck auf die ASML-Aktie zu bringen. Nach einer extrem starken Kursentwicklung ist die Aktie anfällig für jede Nachricht, die auch nur ansatzweise nach Konkurrenz klingt. Wer innerhalb eines Jahres rund 150 Prozent steigt, bekommt bei einem Haar in der Suppe schnell einen Rücksetzer.
DUV ist nicht EUV
Für die Einordnung ist ein Punkt entscheidend: Hier geht es um DUV-Immersionstechnologie, nicht um die hochmodernen EUV-Systeme, für die ASML weltweit bekannt ist.
Die chinesische Technologie wäre ungefähr mit ASMLs Twinscan-NXT-1980-Serie vergleichbar. Solche Maschinen hatte ASML bereits zwischen 2013 und 2015 in Auslieferung. Im Vergleich zu den aktuellen EUV-Systemen liegt diese Technologie damit mehr als zehn Jahre zurück.
Das bedeutet nicht, dass die Leistung chinesischer Unternehmen grundsätzlich unterschätzt werden sollte. Aber zwischen einem einzelnen funktionierenden System und einer global konkurrenzfähigen, zuverlässigen Serienfertigung liegen Welten. ASML verkauft von vergleichbaren Maschinen weit über 100 Stück. Qualität, Präzision, Lieferketten, Wartung und Skalierung sind mindestens so wichtig wie die grundsätzliche technische Machbarkeit.
Beim EUV-Bereich ist China von einer ernsthaften Konkurrenz weiterhin extrem weit entfernt. Für ASMLs langfristige technologische Führungsrolle ist das deshalb aus heutiger Sicht keine unmittelbare Bedrohung.
Warum die Nachricht trotzdem relevant ist
Ganz ignorieren sollte man die Meldung aber auch nicht. DUV-Systeme dürfen weiterhin nach China geliefert werden und sind für ASML ein relevantes Geschäft. Sollte ein chinesischer Hersteller im kommenden Jahr tatsächlich etwa 20 Maschinen ausliefern, könnten ASML Umsätze im Bereich von rund einer bis 1,5 Milliarden fehlen.
Das wäre gemessen am Gesamtkonzern nur ein niedriger einstelliger Prozentanteil, aber eben trotzdem Geld. Außerdem nutzen mehr als 70 Prozent der weltweit benötigten Halbleiter weiterhin Technologien, die mit DUV-Maschinen produziert werden können. Autos, Haushaltsgeräte und Medizintechnik benötigen nicht überall modernste EUV-Chips.
Der DUV-Markt bleibt also groß. Langfristig verschiebt sich der Schwerpunkt aber weiter Richtung EUV und High-End-Produktion. Genau dort besitzt ASML weiterhin einen gewaltigen Vorsprung. Die Meldung ist ein nachvollziehbarer Grund für eine Kurspause, aber kein Anlass, plötzlich von einer chinesischen ASML-Konkurrenz auf Augenhöhe zu sprechen.
Coca-Cola liefert erneut solide Zahlen
Während Tech und Halbleiter für große Ausschläge sorgen, bleibt Coca-Cola das, was Coca-Cola eben ist: ein äußerst solides Unternehmen mit stabiler operativer Entwicklung.
- Die ausgewiesenen Umsätze stiegen um 7 Prozent.
- Die organischen Umsätze legten um 6 Prozent zu.
- Das operative Ergebnis wuchs um 9 Prozent.
- Die operative Marge verbesserte sich von 34,1 auf 34,9 Prozent.
Ein zusätzlicher Wachstumstreiber war eine große Fußballkampagne in mehr als 180 Märkten. Sie erreichte mehr als 60 Milliarden digitale Impressionen und sorgte offenbar für einen spürbaren Absatzimpuls. Das zeigt einmal mehr, welche Kraft eine globale Marke mit starker Marketingmaschinerie entfalten kann.
Coca-Cola ist keine Aktie für die große KI-Fantasie. Dafür liefert das Unternehmen regelmäßig eine Kombination aus Marke, Vertriebskraft, Margenstärke und planbarer Entwicklung.
PayPal, Nemetschek und Bechtle: Zahlen schlagen Stimmung
PayPal präsentierte besser als erwartete Zahlen, doch der Markt bleibt bei der Aktie extrem zäh. Der Umsatz lag bei 8,68 Milliarden Dollar und stieg um 5 Prozent, währungsbereinigt um 3 Prozent. Der Gewinn je Aktie von 1,38 Dollar übertraf die Erwartung von 1,28 Dollar.
Das Zahlungsvolumen legte um 10 Prozent zu, und die Prognose wurde leicht angehoben. Dennoch ist die große Frage bei PayPal weiterhin, ob daraus ein echter Turnaround wird oder ob Übernahmefantasie die Hauptstory bleibt. Die Aktie zeigt erneut: Gute Zahlen allein reichen nicht immer, wenn der Markt dem Geschäftsmodell langfristig skeptisch gegenübersteht.
Deutlich überzeugender war die Entwicklung bei Nemetschek. Das Unternehmen zeigt keine Anzeichen einer KI-Disruption, sondern liefert weiter Wachstum. Ohne Übernahme rechnet Nemetschek weiterhin mit einem Umsatzplus von 14 bis 15 Prozent und einer EBITDA-Marge von über 30 Prozent.
Mit der Übernahme von GoCanvas soll das währungsbereinigte Umsatzwachstum sogar über 20 Prozent liegen. Kurzfristig belastet die Transaktion zwar die Profitabilität, doch strategisch stärkt sie die Wachstumsstory.
Bechtle überraschte ebenfalls positiv. Der IT-Dienstleister hatte unter einem schwierigen europäischen Umfeld und zurückhaltenden Kunden gelitten. Viele Unternehmen verschieben IT-Investitionen, wenn Wirtschaft und Planungssicherheit schwach sind. Umso stärker waren die Zahlen für das zweite Quartal:
- Der Umsatz erreichte 1,73 Milliarden Euro und wuchs um 16 Prozent.
- Das Ergebnis vor Steuern stieg um 20 Prozent.
- Die Erwartungen wurden deutlich übertroffen.
- Die Jahresprognose wurde angehoben.
Nach langer Durststrecke reagierte die Aktie entsprechend kräftig. Bechtle zeigt damit, dass gerade bei deutschen Nebenwerten viel Negativität eingepreist sein kann. Wenn dann operative Überraschungen kommen, sind schnelle und deutliche Kursbewegungen möglich.
Fazit: Nicht jeder Kursrückgang ist eine Katastrophe
Die Märkte sortieren sich gerade neu. Softwareaktien erhalten durch starke Zahlen wieder Rückenwind. KI-Infrastruktur und Halbleiterwerte müssen dagegen beweisen, dass die hohen Erwartungen und die komplexen Finanzierungsmodelle tragfähig bleiben.
Bei ASML gibt es mit der chinesischen DUV-Nachricht ein kleines Fragezeichen, aber keine fundamentale Zerstörung der Investmentthese. Der technologische Vorsprung bei EUV bleibt enorm. Gleichzeitig ist es nachvollziehbar, dass eine hoch bewertete Aktie bei ersten Konkurrenzgerüchten korrigiert.
Die wichtigste Erkenntnis dieser Woche bleibt: Kurse und Qualität eines Unternehmens sind nicht dasselbe. Software war nicht plötzlich wertlos, nur weil die Kurse gefallen sind. ASML ist nicht plötzlich abgeschrieben, weil ein chinesischer Anbieter an älterer DUV-Technologie arbeitet. Und SpaceX ist nicht automatisch ein Schnäppchen, nur weil die Aktie vom Hoch halbiert ist.
In volatilen Phasen gewinnt nicht der, der jeder Schlagzeile hinterherrennt, sondern der, der Zahlen, Bewertungen, Technologie und Erwartungen sauber voneinander trennt.

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte
Der Autor ist in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert: ServiceNow.