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Lars Weigand in Börsennews

23.07.2026 20:59

Blogartikelbild Alphabet und ServiceNow Zahlen, ChatGPT-Modell bricht aus

Alphabet und ServiceNow Zahlen, ChatGPT-Modell bricht aus

In der aktuellen Ausgabe des Podcasts “Aktientalk” sprechen unser Goldesel Michael Flender und Daniel von Investflow über die unfassbar starken Zahlen von Alphabet und die soliden Zahlen von ServiceNow.

Außerdem beleuchten unsere Experten die aktuelle Lage bei AMD nach einem weiteren Milliardendeal und die Zahlen von LPKF Laser, einem deutschen Halbleiter-Unternehmen.

Zudem gibt es noch die schlechten Quartalszahlen von Tesla und es geht um ein ChatGPT-Modell, dem es gelungen ist, aus einer Testumgebung auszubrechen – ist das der Beginn der selbstständigen KI?

Wie die Zahlen von Alphabet und ServiceNow ausgefallen sind, wie das ChatGPT-Modell ausbrechen konnte und wie die Tesla-Zahlen ausgefallen sind, das und vieles mehr erfahrt ihr in der aktuellen Podcast-Episode bei Apple PodcastsSpotify oder direkt bei YouTube.

Aktuelle Marktlage: Nervosität vor den Zahlen und Ölpreis im Blick

Vor den wichtigen Quartalszahlen war am Markt eine deutliche Zurückhaltung zu spüren. Gerade im Softwaresektor saß die Angst tief, nachdem einzelne Unternehmen zuletzt mit vorsichtigeren Aussagen zu Nachfrage, Produktangebot oder Kundenverhalten enttäuscht hatten.

ServiceNow stand dabei besonders im Fokus. Die Aktie verlor vor den Zahlen im regulären Handel mehr als 6 Prozent. Offensichtlich hatten viele Marktteilnehmer Sorge, dass es ähnlich laufen könnte wie bei IBM: schwächere Dynamik, zurückhaltende Kunden und womöglich erste negative Auswirkungen der KI-Umwälzung auf klassische Softwareanbieter.

Auf der geopolitischen Seite bleibt der Ölpreis ebenfalls wichtig. Die Spannungen rund um die Straße von Hormus sind weiterhin nicht einfach vom Tisch. Neue Drohungen und Gegenreaktionen sorgen dafür, dass der Markt das Risiko einer Eskalation im Nahen Osten weiter einpreist.

Gleichzeitig dürfte die US-Regierung ein großes Interesse daran haben, dass die Lage nicht völlig aus dem Ruder läuft. Ein stark steigender Ölpreis und eine breite Eskalation wären mit Blick auf die Märkte und die kommenden Midterm Elections ein massives Problem. Deshalb bleibt die Situation angespannt, aber ein vollständiges Durcheskalieren erscheint weiterhin nicht als das wahrscheinlichste Szenario.

Wenn die Story größer ist als die Zahlen: LPKF Laser als Warnsignal

Aktienverlinkung: DE0006450000

Ein sehr gutes Beispiel dafür, warum man Kursfantasie und fundamentale Realität sauber voneinander trennen muss, liefert LPKF Laser. Der Nebenwert war zeitweise extrem stark gelaufen, wurde in US-Foren diskutiert und hatte sich von seinen Tiefs aus vervielfacht. Doch die aktuellen Geschäftszahlen zeigen ein völlig anderes Bild.

Im ersten Halbjahr erzielte LPKF Laser nur 36,5 Millionen Euro Umsatz. Das entspricht einem Rückgang von 38,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Als Gründe wurden schwächere Umsätze im Solargeschäft und Sondereffekte genannt. Auch beim Auftragseingang gab es keine überzeugende Entwicklung, der Auftragsbestand lag lediglich auf Vorjahresniveau.

Besonders hart fällt der Ergebnisrückgang aus: Das EBIT sank im zweiten Quartal von plus 2,2 Millionen Euro im Vorjahr auf minus 7,2 Millionen Euro. Das ist einfach unterirdisch. Wenn ein Unternehmen angeblich vor einem gewaltigen Wachstumsimpuls steht, müsste man das zumindest beim Auftragseingang oder in der Umsatzentwicklung irgendwann erkennen können. Genau das ist hier bislang nicht sichtbar.

Die Aktie war im März noch bei rund 6 Euro, stieg dann zeitweise bis in den Bereich von 30 Euro und fiel anschließend wieder auf etwa 15 Euro zurück. Selbst nach dieser Halbierung vom Hoch lag sie damit noch deutlich über den Niveaus vom Frühjahr. Das zeigt einmal mehr, wie lange sich eine Story von den Fundamentaldaten entfernen kann.

Die wichtigste Lehre: Wer gegen solche Bewegungen short geht, braucht nicht nur eine korrekte Analyse. Man braucht auch starke Nerven und ein exzellentes Risikomanagement. Eine irrational laufende Aktie kann noch viel irrationaler werden. GameStop hat eindrucksvoll gezeigt, dass ein Kurs nicht deshalb drehen muss, weil er fundamental keinen Sinn mehr ergibt.

Aixtron bleibt ein anderer Fall

Aktienverlinkung: DE000A0WMPJ6

Bei Aixtron ist die Lage deutlich differenzierter. Auch diese Aktie wurde in der Vergangenheit massiv abverkauft, teilweise wegen einzelner verschobener Kundenprojekte und einer vorsichtigeren kurzfristigen Erwartung. Doch im Gegensatz zu LPKF Laser steht bei Aixtron eine starke Marktposition dahinter, die in Teilen sogar monopolartige Züge trägt.

Maschinenbauer im Halbleiterbereich bleiben extrem zyklisch. Das kennt man von ASML und anderen Branchengrößen: Dreht der Newsflow gegen die Aktie, wird sie häufig gnadenlos verkauft. Dreht sich die Stimmung wieder, kann ein Unternehmen innerhalb weniger Wochen zwei Jahre Kursperformance aufholen. Entscheidend ist, ob das operative Fundament intakt bleibt. Bei Aixtron ist das aus heutiger Sicht deutlich eher gegeben als bei manch anderem gehypten Nebenwert.

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ChatGPT-Modell nutzt Sicherheitslücke und bricht aus – Cybersecurity im Fokus

Eine Meldung sorgte weltweit für Aufsehen: Bei internen Sicherheitstests sollen ein KI-Agent auf Basis eines Vorabmodells und ein weiteres Modell aus einer isolierten Testumgebung ausgebrochen sein. Das erklärte Ziel war offenbar, bei einer Cybersicherheitsprüfung bessere Resultate zu erzielen.

Besonders brisant ist der geschilderte Mechanismus. Das Modell soll eine Zero-Day-Sicherheitslücke verwendet haben, um Zugang zum Internet zu erhalten. Dabei wurde Hugging Face als möglicher Speicherort für eine Testlösung identifiziert. Offenbar wurden mehrere Angriffswege eigenständig kombiniert, um in die Infrastruktur einzudringen.

Die Sicherheitsteams der betroffenen Unternehmen erkannten die Angriffe und stoppten sie. Trotzdem zeigt der Vorfall, wie schnell KI-Systeme komplexe Aufgaben nicht nur bearbeiten, sondern auch ungewöhnliche Lösungswege entwickeln können. Ob man das nun als gezielte PR-Aktion, als Testbericht oder als echten Ausbruch interpretiert, lässt sich von außen nur schwer beurteilen. Klar ist aber: Das Thema hat es nicht ohne Grund bis in die großen Mainstream-Medien geschafft.

Die Cybersecurity-These wird dadurch eher stärker

Für Cybersecurity-Unternehmen sind solche Entwicklungen grundsätzlich ein Rückenwind. Je leistungsfähiger KI-Agenten werden, desto größer wird die potenzielle Angriffsfläche für Unternehmen, Behörden und kritische Infrastruktur.

Genau deshalb bleibt die These weiterhin interessant, dass Cybersecurity zu den größten langfristigen Gewinnern des KI-Booms gehören könnte. Unternehmen wie CrowdStrike stehen sinnbildlich für diese Entwicklung: Sicherheit wird nicht optional, nur weil KI Prozesse effizienter macht. Im Gegenteil. Je mehr Abläufe automatisiert werden und je mehr sensible Daten in Cloud- und KI-Systeme fließen, desto höher werden die Anforderungen an Schutz, Überwachung und schnelle Reaktion.

Ein großer Unterschied zu vielen Infrastrukturwerten ist dabei der Kapitalbedarf. Hyperscaler und Chipanbieter investieren hunderte Milliarden Dollar in Rechenzentren, Beschleuniger und Energieversorgung. Cybersecurity-Anbieter können von dieser Entwicklung profitieren, ohne zwingend dieselbe extreme Capex-Last tragen zu müssen.

  • Mehr KI-Agenten bedeuten mehr mögliche Einfallstore.
  • Mehr Cloud-Nutzung erhöht die Bedeutung zentraler Sicherheitsplattformen.
  • Mehr Automatisierung verlangt nach schneller Bedrohungserkennung.
  • Mehr kritische Geschäftsprozesse in KI-Systemen machen Sicherheitsausfälle teurer.

ServiceNow liefert ab: Softwaresektor kann erst einmal aufatmen

Aktienverlinkung: US81762P1021

ServiceNow war einer der wichtigsten Tests für den Softwaresektor. Nach dem starken Rücksetzer im Vorfeld der Zahlen war die Erwartungshaltung klar: Eine größere Enttäuschung oder gar eine Prognosesenkung hätte sehr wahrscheinlich einen heftigen Abverkauf ausgelöst.

Genau das ist nicht passiert. ServiceNow lieferte solide bis starke Zahlen und zeigte erneut, dass das Unternehmen nicht zu den KI-Verlierern zählt. Eher das Gegenteil ist der Fall.

Die Subscription Revenues stiegen auf 3,9 Milliarden Dollar, ein Wachstum von 24,5 Prozent. Die gesamten Umsätze lagen bei rund 4 Milliarden Dollar, ebenfalls etwa 24 Prozent über dem Vorjahreswert. Auch die Remaining Performance Obligations, kurz RPOs, entwickelten sich stark und wuchsen um mehr als 20 Prozent auf 13,2 Milliarden Dollar.

Diese RPOs sind besonders wichtig, weil sie einen Einblick in die künftige Geschäftsentwicklung geben. Vergleichbar mit Bookings bei anderen Softwareunternehmen zeigen sie, wie gut der Auftragsbestand und die vertraglich zugesagten Leistungen aussehen. Und genau hier sieht es weiterhin sehr ordentlich aus.

ServiceNow AI erreicht über eine Milliarde Dollar Vertragswert

Der KI-Bereich ist bei ServiceNow längst nicht nur eine schöne Präsentationsfolie. ServiceNow AI erreichte im zweiten Quartal bereits mehr als 1 Milliarde Dollar Annual Contract Value. Das Unternehmen profitiert davon, dass es KI nicht als isoliertes Tool anbietet, sondern direkt in bestehende Workflows, Unternehmensprozesse und Service-Strukturen integriert.

Genau darin liegt der zentrale Punkt: Unternehmen wollen nicht für jede Aufgabe einen eigenen KI-Agenten bauen, trainieren, absichern und betreiben. Das wäre teuer, langsam und im Zweifel kaum wartbar. ServiceNow argumentiert deshalb sehr klar, dass selbst entwickelte Lösungen fünf- bis zehnmal so viel kosten können wie der Einsatz einer bestehenden Plattform.

Es braucht jemanden, der KI-Prozesse orchestriert. Es braucht einen Ort, an dem Workflows, Berechtigungen, Datenzugriffe, Serviceprozesse und Automatisierung zusammenlaufen. ServiceNow sieht sich genau als diese zentrale Schaltstelle.

Das einzige kleine Haar in der Suppe war ein minimal vorsichtigerer Ausblick für das dritte Quartal. Hintergrund waren offenbar Vorzieheffekte bei Behördenaufträgen. Die Jahresprognose für Subscription Revenues wurde aber leicht angehoben, und die eigene obere Prognosegrenze wurde im zweiten Quartal übertroffen.

Die Reaktion der Aktie war entsprechend positiv, auch wenn man das einordnen muss: Nach einem Rückgang von mehr als 6 Prozent im regulären Handel wirkt ein Anstieg im nachbörslichen Handel um rund 5 bis 6 Prozent natürlich spektakulär. Per saldo stand die Aktie damit zunächst ungefähr wieder dort, wo sie vor dem vorherigen Abverkauf notierte.

Das Fazit bei ServiceNow: Erst einmal durchatmen. Die Skepsis am Markt ist nicht komplett verschwunden, die Bewertung bleibt ambitioniert. Operativ gibt es aber weiterhin keinerlei klare Hinweise darauf, dass KI dem Unternehmen Umsätze wegnimmt. Die Zahlen sprechen aktuell eher dafür, dass KI die Plattform noch wertvoller macht.

AMD und Anthropic: Ein weiterer Deal im KI-Money-Circle

Aktienverlinkung: US0079031078

AMD meldete eine neue Kooperation mit Anthropic. AMD will bis zu 5 Milliarden Dollar in Anthropic investieren. Im Gegenzug soll Anthropic auf AMD Instinct Beschleuniger sowie auf das Helios-Design setzen.

Das ist nach der bereits bekannten Zusammenarbeit zwischen Microsoft und AMD der nächste große Hinweis darauf, dass AMD im KI-Hardwaremarkt ernsthaft angreift. Der Konzern besitzt aktuell noch einen deutlich kleineren Marktanteil als Nvidia, doch Experten trauen AMD im relevanten Beschleunigermarkt langfristig deutlich mehr zu.

Eine Größenordnung von bis zu 25 Prozent Marktanteil wäre für AMD ein großer Erfolg und für Nvidia natürlich ein echter Angriff auf die bisherige Dominanz. Entscheidend ist: Anthropic würde einen solchen Schritt nicht gehen, wenn AMDs Hardware aus Sicht des Unternehmens einen riesigen Leistungsnachteil verursachen würde. Die Partnerschaft ist deshalb auch ein technisches Signal.

Die Börse reagierte zunächst erstaunlich gelassen. AMD war nach der Meldung zeitweise sogar im Minus. Vor einigen Monaten hätte eine solche Nachricht möglicherweise noch einen Kurssprung von 20 Prozent ausgelöst. Inzwischen sind KI-Milliardendeals fast schon Teil des normalen Nachrichtenflusses geworden.

Unterschätzen sollte man den Deal trotzdem nicht. Bei einer Ausbaustufe von bis zu 2 Gigawatt kann es um Chipverkäufe in zweistelliger Milliardenhöhe gehen. Ein Gigawatt Rechenleistung entspricht in diesem Bereich bereits einem enormen Investitionsvolumen. Zwar fließt nicht jeder Dollar direkt als Umsatz oder Gewinn bei AMD an, doch die strategische Bedeutung ist riesig.

Natürlich gehört die Kooperation auch in die Debatte um KI-Kreislaufmodelle. AMD investiert in Anthropic, Anthropic kauft AMD-Hardware und AMD erhält dafür zugleich eine Beteiligung. Trotzdem bleibt ein entscheidender Punkt bestehen: Die Nachfrage nach Rechenleistung ist real und extrem hoch. Die Unternehmen investieren nicht nur für schöne Schlagzeilen, sondern weil die Kapazitäten dringend benötigt werden.

Alphabet mit Monsterzahlen: Wachstum & Cloud-Boom

Aktienverlinkung: US02079K1079

Alphabet hat wieder einmal Zahlen geliefert, bei denen man kurz schlucken muss. Der Umsatz stieg auf rund 120 Milliarden Dollar, nachdem im Vorjahresquartal bereits etwa 96 Milliarden Dollar erreicht worden waren. Das entspricht einem Wachstum von 24 Prozent.

Vor einigen Jahren wäre die Frage noch gewesen, wo bei einem Konzern dieser Größe überhaupt weiteres Wachstum herkommen soll. Heute reden wir bei Alphabet über Schwankungen und Umsatzsprünge im dreistelligen Milliardenbereich. Die Dimensionen sind einfach brutal.

Das Google-Geschäft wuchs um 17 Prozent. YouTube legte um 13 Prozent zu. Vor allem die Cloud-Sparte stach heraus: Das Cloud-Geschäft wuchs um 82 Prozent und zeigt damit, wie massiv die Nachfrage nach KI- und Rechenkapazität aktuell ist.

Der Cloud-Backlog liegt mittlerweile bei 514 Milliarden Dollar. Gleichzeitig werden bei Gemini rund 22 Milliarden Tokens pro Minute verarbeitet. Alphabet musste offenbar sogar Kapazitäten von Drittanbietern hinzukaufen, weil die eigene Infrastruktur nicht ausreicht, um die Nachfrage vollständig abzudecken.

Das ist ein Wahnsinnssignal für die Branche. Es gab nicht nur eine starke Nachfrage, sondern teilweise auch Ablehnungen von Kunden, weil nicht ausreichend Kapazität vorhanden war. Intern entsteht damit natürlich die Frage: Nutzt man Rechenleistung für eigene Produkte oder verkauft man sie an externe Kunden? Es ist ein Luxusproblem, aber ein sehr teures.

Fast alle Fortune-100-Unternehmen setzen auf Gemini

Gemini entwickelt sich bei Alphabet zunehmend zu einem echten strategischen Hebel. Die Gemini-App kommt monatlich bereits auf 950 Millionen Nutzer. Gleichzeitig nutzen nach Angaben des Unternehmens inzwischen fast alle Fortune-100-Konzerne Gemini.

Hier liegt ein riesiger Vorteil gegenüber reinen KI-Anbietern. Alphabet ist bereits tief in Unternehmen verankert, etwa über Google Cloud, Workspace und bestehende Daten- und Kollaborationsstrukturen. Wenn ein Unternehmen ohnehin Google-Produkte nutzt, ist der Weg zu Gemini deutlich kürzer als die Einführung einer völlig separaten Plattform.

Auch die Profitabilität bleibt beeindruckend. Das EBIT stieg um 30 Prozent auf über 40 Milliarden Dollar. Einschließlich von Sondereffekten verdiente Alphabet im Quartal rund 112 Milliarden Dollar.

Der Preis des Wachstums: 195 bis 205 Milliarden Dollar Capex

Das zentrale Thema bei Alphabet sind die Investitionen. Die geplanten Capex-Ausgaben wurden erneut angehoben, von zuvor 180 bis 190 Milliarden Dollar auf nun 195 bis 205 Milliarden Dollar.

Diese Zahl muss man sich einmal vor Augen führen. In Deutschland ist ein Rechenzentrumscampus für mehrere Milliarden Euro bereits ein gigantisches Projekt. Alphabet plant als einzelnes Unternehmen Investitionen von rund 200 Milliarden Dollar. Und Alphabet ist nur einer von mehreren Hyperscalern, die gleichzeitig massiv in KI-Infrastruktur investieren.

Der Nachteil dieser Investitionsoffensive ist klar: Der Free Cashflow war mit minus 5,8 Milliarden Dollar erstmals negativ. Genau das dürfte einer der Gründe gewesen sein, warum die Aktie nach den ansonsten extrem starken Zahlen nicht komplett durch die Decke ging.

Langfristig bleibt die entscheidende Frage, ob diese Investitionen ausreichend Rendite bringen. Aktuell spricht sehr viel dafür, dass Alphabet die Kapazitäten braucht. Cloud-Wachstum, Gemini-Nutzung, Unternehmensadoption und ein gigantischer Backlog liefern zumindest starke Argumente dafür, dass die Nachfrage nicht einfach nur künstlich erzeugt wird.

Tesla: Umsatz stark, Margen und Optimus enttäuschen

Aktienverlinkung: US88160R1014

Tesla zeigte beim Umsatz ebenfalls ein starkes Wachstum von 26 Prozent und lag damit über den Erwartungen. Beim Ergebnis sah es allerdings deutlich schwächer aus. Die Margen lagen unter den Prognosen, der Free Cashflow war negativ und die Aktie reagierte entsprechend unter Druck.

Auch rund um Optimus wurden die Töne vorsichtiger. Der Produktionshochlauf bleibt offenbar sehr komplex und dürfte länger dauern, als viele Marktteilnehmer gehofft hatten. Ursprünglich klang es deutlich offensiver, was einen möglichen externen Verkauf und eine schnelle Skalierung angeht. Nun liegt der Schwerpunkt zunächst stärker auf interner Nutzung, Training und schrittweiser Weiterentwicklung.

Ähnlich ist es beim Robotaxi-Ausbau. Zwar gibt es Fortschritte und neue Städte, doch der Rollout erfolgt langsamer als viele erwartet hatten. Elon Musk betont zurecht, dass Sicherheit über allem stehen muss. Ein schwerer Unfall würde weltweit für negative Schlagzeilen sorgen. Trotzdem hatte der Markt sich wohl eine schnellere Dynamik erhofft.

Fazit: Qualität, Nachfrage und Umsetzung werden wieder entscheidend

Die aktuellen Zahlen liefern ein sehr klares Bild: Der Markt beginnt wieder stärker zu unterscheiden. Reine Fantasie reicht nicht dauerhaft. Unternehmen müssen zeigen, dass ihre Umsätze wachsen, ihre Auftragsbücher gefüllt sind und sie aus dem KI-Boom wirtschaftlich echten Nutzen ziehen können.

Alphabet zeigt, wie schnell ein Tech-Gigant trotz gigantischer Größe weiter wachsen kann. ServiceNow beweist, dass etablierte Softwareanbieter durch KI nicht zwangsläufig ersetzt werden, sondern als Orchestrierungsplattformen sogar profitieren können. AMD macht mit Anthropic deutlich, dass Nvidia nicht konkurrenzlos bleibt. Und die Entwicklung rund um KI-Sicherheit unterstreicht, warum Cybersecurity zu den spannendsten langfristigen Begleittrends gehört.

Gleichzeitig bleibt Vorsicht wichtig. Hohe Bewertungen, enorme Capex-Ausgaben und die Abhängigkeit von anhaltend hoher Nachfrage bergen Risiken. Aber operativ liefern die großen KI-Profiteure bislang weiter ab. Und genau darauf kommt es am Ende an.

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte

Der Autor ist in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert: Alphabet.

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