Zalando Aktie: Erholung schließt August-Kurslücke – Metzler hebt Kursziel auf 39 Euro
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Die Zalando-Aktie steigt am 5. November und schließt laut Handelsmeldung die Kurslücke aus dem August.
- Metzler erhöht das Kursziel von 38 auf 39 Euro und bestätigt die Einstufung „Buy“.
- Der Kursaufschwung folgt auf Verluste nach den Q3-Zahlen und die Sorge um die Bruttomarge.
- Zalando bestätigte für 2026 seine Prognose, erwartet Umsatz- und GMV-Wachstum aber in der unteren Hälfte der Zielspanne.
Marktanalyse & Details
Technische Erholung nach dem Rücksetzer
Die Zalando-Aktie legte am Donnerstagmorgen zu und schloss nach einer Handelsmeldung die im August entstandene Kurslücke. Die Bewegung folgt auf den kräftigen Rückgang nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen am Dienstag. Um 9:45 Uhr notierte das Papier bei 28,79 Euro und damit 5,19 Prozent über dem Vortagesschluss. Das Schließen einer Kurslücke ist zunächst ein charttechnisches Signal: Es beschreibt eine Erholung im Kursverlauf, belegt für sich genommen aber keine nachhaltige Verbesserung der Geschäftsaussichten.
Metzler sieht höheres Kursziel
Das Bankhaus Metzler hob sein Kursziel am Mittwoch von 38 auf 39 Euro an und bekräftigte die Kaufempfehlung. Damit steht die positive Analysteneinschätzung einem Markt gegenüber, der nach den Q3-Zahlen besonders auf die Profitabilität und die Bruttomarge blickt.
Analysten-Einordnung: Die Kurszielanhebung ist ein positives Signal, ändert aber nicht die zentrale Abwägung für Anleger: Zalando wächst und verbessert das bereinigte operative Ergebnis, während der überraschende Quartalsverlust und die Kritik an der Bruttomarge die Qualität dieses Wachstums infrage stellen. Dies deutet darauf hin, dass die Erholung kurzfristig auch von technischer Nachfrage und einer Neubewertung der Erwartungen getragen sein kann. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass Umsatzwachstum allein nicht ausreicht; entscheidend wird sein, ob Zalando Wachstum künftig ohne zusätzlichen Margendruck in Gewinne überführen kann.
Wachstum bei Umsatz und bereinigtem EBIT, Nettoverlust im Quartal
Im dritten Quartal stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 5,1 Prozent auf rund 3,17 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT verbesserte sich um 10,6 Prozent auf 106,5 Millionen Euro, das Bruttowarenvolumen (GMV) nahm um 7,5 Prozent auf rund 4,54 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich stand jedoch ein Nettoverlust von 18 Millionen Euro, nachdem Zalando im Vorjahresquartal noch 12,5 Millionen Euro Gewinn ausgewiesen hatte.
Als operative Stützen nannte das Unternehmen niedrigere Kosten für die Auftragsabwicklung, Synergien aus der Übernahme von About You und das Geschäft mit Unternehmenskunden. Höhere Investitionen und Marketingkosten wirkten dagegen belastend. Zudem stellte Zalando den KI-Agenten Extended vor, der Kundinnen und Kunden auch Produkte von Partner-Shops innerhalb der Plattform zugänglich machen soll. Das könnte das Angebot erweitern; zugleich bleibt der mögliche Einfluss neuer KI-basierter Einkaufswege auf bestehende Plattformmodelle ein strategisches Risiko.
Jahresprognose bestätigt
Für 2026 hält das Management an einem bereinigten EBIT von 680 bis 720 Millionen Euro fest. Umsatz und GMV sollen jeweils in der unteren Hälfte der prognostizierten Wachstumsspanne von 12 bis 17 Prozent liegen. Die bestätigte Prognose gibt Orientierung, signalisiert aber zugleich, dass Zalando für das Gesamtjahr nicht mit einer Entwicklung am oberen Rand der Spanne rechnet.
Fazit & Ausblick
Das Schließen der August-Kurslücke und Metzlers höheres Kursziel geben der Aktie kurzfristig Rückenwind. Für eine belastbare Trendwende muss Zalando jedoch zeigen, dass sich das Wachstum in stabile Margen und einen positiven Nettogewinn übersetzt. Im Fokus stehen daher die weitere Bruttomargenentwicklung, die Kosten für Investitionen und Marketing sowie der Fortschritt bei der bestätigten Jahresprognose. Ein nächster konkreter Veröffentlichungstermin ist in den vorliegenden Angaben nicht genannt.
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