Wacker Chemie Aktie: EBITDA-Ziel rückt in obere Hälfte – Gewinn nahezu verdoppelt
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Wacker Chemie steigerte den Umsatz im dritten Quartal um gut 9 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro.
- Das EBITDA verdoppelte sich nahezu auf rund 217 Millionen Euro; der Nettogewinn lag bei 87 Millionen Euro.
- Für 2026 erwartet der Konzern das EBITDA nun in der oberen Hälfte der Zielspanne von 625 bis 750 Millionen Euro.
- Die Aktie notierte am Morgen bei 85,20 Euro und legte auf Lang & Schwarz 3,52 Prozent zu.
Marktanalyse & Details
Operativer Gewinn legt deutlich zu
Höhere Absatzpreise und das laufende Effizienzprogramm stützten Wacker Chemie im Sommerquartal. Das EBITDA erreichte rund 217 Millionen Euro nach 111,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 87 Millionen Euro, nachdem vor einem Jahr noch ein Verlust von 82,1 Millionen Euro angefallen war.
Das Unternehmen bestätigte seine Umsatz- und Gewinnziele für das Gesamtjahr. Zugleich konkretisierte es den Ausblick: Das EBITDA soll 2026 nun in der oberen Hälfte der bisherigen Spanne von 625 bis 750 Millionen Euro liegen. Die erwartete Nettoverschuldung zum Jahresende wurde von 500 auf 200 Millionen Euro gesenkt. Dazu tragen auch Erlöse aus dem Verkauf von Siltronic-Aktien bei.
Einordnung für Anleger
Analyst Chetan Udeshi von JPMorgan ordnete die Quartalszahlen insgesamt als weitgehend erwartungsgemäß ein und hob den deutlich über seiner Schätzung liegenden Free Cashflow hervor. Ein Teil des FCF-Effekts beruhe allerdings auf einer technischen bilanziellen Änderung.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der operative Fortschritt zwar durch Effizienzmaßnahmen und bessere Absatzpreise gestützt wird, der starke Free Cashflow aber nicht vollständig als wiederkehrende Verbesserung gelesen werden sollte. Für Anleger bedeutet die höhere EBITDA-Erwartung eine positive Präzisierung des Jahresausblicks; zugleich bleibt entscheidend, ob sich die operative Erholung auch ohne Sondereffekte im Cashflow fortsetzt. Das Effizienzprogramm soll ab 2028 jährliche Einsparungen von mehr als 300 Millionen Euro ermöglichen.
Aktienreaktion
Nach den Zahlen stieg die Aktie im frühen Handel auf Tradegate um 2,2 Prozent auf 85 Euro gegenüber dem Xetra-Schluss des Vortags. Um 08:25 Uhr notierte sie auf Lang & Schwarz bei 85,20 Euro, ein Plus von 3,52 Prozent.
Fazit & Ausblick
Wacker Chemie startet mit einem kräftigen EBITDA-Anstieg und einer niedrigeren Verschuldungsprognose in den Schlussspurt des Jahres. Die Jahresziele für Umsatz und operativen Gewinn bleiben bestätigt; die Einordnung in die obere Hälfte der EBITDA-Spanne verbessert den Ausblick, ersetzt aber keine weitere Bestätigung durch die kommenden Geschäftszahlen. Im Fokus stehen nun die Entwicklung der Absatzpreise, die Umsetzung des Kostenprogramms und die Qualität des Free Cashflows.
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