Wacker Chemie Aktie: Deutsche Bank stuft auf Sell, Berenberg auf Hold ab
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Deutsche Bank senkt Wacker Chemie am 30. Oktober von Hold auf Sell und das Kursziel von 84 auf 75 Euro.
- Berenberg stuft die Aktie von Buy auf Hold zurück und reduziert das Kursziel von 104 auf 85 Euro.
- Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 9 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro; das EBITDA legte um 93,8 Prozent auf 217 Millionen Euro zu.
- Wacker Chemie bestätigte die Jahresprognose für 2026; die Aktie notierte um 10:12 Uhr bei 83,60 Euro.
Marktanalyse & Details
Zwei Abstufungen trotz starkem Quartal
Die Deutsche Bank sieht inzwischen ein ungünstigeres Verhältnis von Chancen und Risiken: Sie stuft Wacker Chemie von Hold auf Sell ab und senkt ihr Kursziel von 84 auf 75 Euro. Berenberg geht von Buy auf Hold zurück; das neue Kursziel beträgt 85 statt zuvor 104 Euro. Damit liegen die beiden Zielmarken deutlich auseinander, wobei Berenberg nahe am aktuellen Kurs bleibt und die Deutsche Bank ein größeres Abwärtspotenzial signalisiert.
Die Anpassungen folgen auf ein starkes drittes Quartal. Wacker erzielte 1,47 Milliarden Euro Umsatz, verglichen mit 1,34 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das EBITDA erhöhte sich von 112 auf 217 Millionen Euro. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,68 Euro, nachdem im Vorjahr ein Verlust von 1,73 Euro angefallen war. Auch das Periodenergebnis drehte von einem Verlust von 82 Millionen auf einen Gewinn von 87 Millionen Euro. Die Prognose für das Gesamtjahr 2026 bestätigte das Unternehmen.
Analysten sehen Risiken im mittleren Zeithorizont
Die Deutsche Bank erwartet zwar, dass Wacker die als sehr konservativ bezeichnete Q4-Prognose übertreffen könnte. Nach Einschätzung des Instituts dürfte der Markt jedoch stärker auf die Tragfähigkeit der Gewinne in den Folgejahren achten. Die Bank liegt bei ihren Ergebnisschätzungen für 2027 bis 2029 im Schnitt 7 Prozent unter dem Konsens. Als Belastungsfaktoren nennt sie unter anderem steigende Kosten, zunehmenden Wettbewerbsdruck bei Polymeren und Silikonen sowie die strukturell schwierige Lage im Solarsiliziumgeschäft.
Die Deutsche Bank verweist zugleich auf Fortschritte beim Sparprogramm PACE, das bis dato 2026 Einsparungen von rund 150 Millionen Euro erbracht habe. Sie erwartet allerdings, dass Inflation einen Teil dieser Vorteile im Zeitverlauf aufzehrt. Auch mögliche Sonderbelastungen bei einer Werksschließung im Polysiliziumgeschäft und die aus ihrer Sicht begrenzte Unterstützung durch den geltenden US-Rahmen für Solarpolysilizium werden als Risiken angeführt.
Analysten-Einordnung: Die Abstufungen stellen den starken Quartalsumschwung nicht infrage, sondern richten den Blick auf dessen Dauerhaftigkeit. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass neben den bestätigten Jahreszielen zunehmend zählt, ob Kosteneinsparungen und höhere Preise auch mittelfristig stabile Gewinne sichern können. Der Kurs von 83,60 Euro lag um 10:12 Uhr nahe dem Berenberg-Ziel von 85 Euro, aber rund 10 Prozent über dem Ziel der Deutschen Bank von 75 Euro. Diese Kursdaten sind eine Momentaufnahme und kein Beleg dafür, wie der Markt die Abstufungen abschließend bewertet.
Fazit & Ausblick
Die bestätigte Jahresprognose und die deutliche Ergebnisverbesserung im dritten Quartal bilden kurzfristig eine solide operative Grundlage. Für die weitere Einschätzung der Wacker-Chemie-Aktie werden jedoch die Entwicklung der Kosten, die Wettbewerbsposition in den Chemiesparten und die Perspektiven des Polysiliziumgeschäfts entscheidend sein. Ein konkreter Termin für die nächsten Ergebnisse ist in den vorliegenden Angaben nicht genannt.
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