VW Aktie: ID. Tiguan soll ID.4 und ID.5 ab 2027 ablösen
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Volkswagen bringt den elektrischen ID. Tiguan Anfang 2027 auf den Markt und ersetzt damit ID.4 und ID.5.
- Der Vorverkauf startet zum Pariser Autosalon; der Einstiegspreis liegt bei 42.695 Euro.
- Je nach Version soll das SUV bis zu 600 Kilometer Reichweite bieten und im Werk Emden gebaut werden.
- Der Modellstart trifft auf wachsende E-Auto-Nachfrage, aber auch auf Margendruck und sinkende Verkaufszahlen.
Marktanalyse & Details
Ein bekanntes Modell soll die E-SUV-Palette stärken
Volkswagen verbindet mit dem ID. Tiguan zwei erfolgreiche Modellreihen: Der Tiguan ist nach Angaben von Markenchef Thomas Schäfer das weltweit meistverkaufte VW-Modell. Seit 2007 wurden mehr als 8,3 Millionen Exemplare gebaut. ID.4 und ID.5 kamen seit 2021 zusammen auf mehr als 950.000 Fahrzeuge. Der neue Elektro-SUV soll diese Nachfrage im volumenstarken SUV-Segment bündeln.
Der Vorverkauf beginnt zum Pariser Autosalon. Geplant sind drei elektrische Antriebe; die maximale Reichweite soll abhängig von der Ausführung bis zu 600 Kilometer betragen. Volkswagen will den ID. Tiguan in Emden fertigen und parallel weiterhin Tiguan-Modelle mit Verbrennungs- und Hybridantrieb anbieten.
- Marktstart: Anfang 2027
- Einstiegspreis: 42.695 Euro
- Reichweite: bis zu 600 Kilometer, je nach Ausführung
- Produktion: Werk Emden
Nachfrage wächst, die Rendite bleibt die offene Frage
In Europa war von Januar bis September laut den vorliegenden Angaben jedes fünfte ausgelieferte Volkswagen ein reines Elektroauto. Rund 40 Prozent des Auftragsbestands entfielen auf Stromer. Für den ID. Polo und seine Schwestermodelle lagen zusammen fast 150.000 Bestellungen vor. Das spricht für zunehmendes Interesse an Elektroautos, sagt aber noch nichts darüber aus, wie profitabel die einzelnen Modelle sind.
Analysten-Einordnung: Der ID. Tiguan adressiert ein für VW wichtiges Volumensegment und könnte den Wechsel zu Elektroautos für bisherige Tiguan-Kunden erleichtern. Entscheidend wird jedoch, ob Volkswagen das SUV zu wettbewerbsfähigen Kosten und mit ausreichender Marge produzieren kann. Der Konzern verdient mit E-Autos derzeit weniger als mit Verbrennern und steht zugleich unter dem Druck, Kosten zu senken und die Profitabilität zu verbessern. Für Anleger bedeutet die Modellpremiere daher zunächst einen strategischen Schritt, nicht bereits den Nachweis einer Ergebniswende.
Aktienkurs bleibt trotz Belastungen unter Druck
Die VW-Vorzugsaktie notierte am 13. Oktober um 10:05 Uhr bei 68,54 Euro und lag im Tagesverlauf 0,73 Prozent im Plus. Seit Jahresbeginn betrug das Minus den Marktdaten zufolge allerdings 34,16 Prozent. Der Tagesanstieg ändert damit wenig am schwachen längerfristigen Bild. Zusätzlich belastet der deutliche Rückgang der Audi-Auslieferungen im dritten Quartal die Einschätzung zur Absatzlage im Konzern.
Fazit & Ausblick
Mit dem ID. Tiguan will Volkswagen ein etabliertes SUV-Modell in die Elektropalette übertragen und seine Position in einem wichtigen Marktsegment stärken. Für die Aktie wird neben der Nachfrage besonders relevant sein, ob der Konzern die Kosten- und Margenprobleme bei Elektroautos in den Griff bekommt. Weitere Hinweise dürften die Entwicklung der Bestellungen und Auslieferungen sowie die Umsetzung der angekündigten Kostenmaßnahmen liefern.
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