VW Aktie: Dieselgate-Prozess nimmt nach Verzögerung neuen Anlauf
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Am 5. November soll in Braunschweig ein neuer Anlauf zur Eröffnung des vierten großen Betrugsprozesses im VW-Dieselskandal folgen.
- Im laufenden Verfahren stehen drei ehemalige Führungskräfte vor Gericht; acht weitere Beschuldigte wurden gegen Geldauflagen aus dem Verfahren entlassen.
- Am 24. November soll ein fünfter Prozess gegen sieben frühere VW-Führungskräfte und Mitarbeiter beginnen.
- Beide Verfahren sind mit jeweils 150 Verhandlungstagen bis Ende 2028 angesetzt.
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Verzögerter Auftakt in Braunschweig
Die Verlesung der Anklage im vierten größeren Strafverfahren zum VW-Dieselskandal musste zunächst verschoben werden, weil einer der drei Angeklagten aus gesundheitlichen Gründen fehlte. Das Gericht hielt die Entschuldigung nach den vorliegenden Angaben nicht für ausreichend. Am 5. November ist ein neuer Versuch vorgesehen.
Den Angeklagten wird unter anderem vorgeworfen, die illegale Abschalteinrichtung mitentwickelt oder nicht gegen ihre Weiterentwicklung eingeschritten zu sein. Einem Beschuldigten wird zusätzlich eine uneidliche Falschaussage in einem früheren Prozess zur Last gelegt. Für alle Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.
Juristische Aufarbeitung zieht sich bis Ende 2028
Das vierte Verfahren richtete sich zunächst gegen elf Beschuldigte. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden die Ermittlungen gegen acht von ihnen gegen Geldauflagen eingestellt. Am 24. November soll der fünfte und voraussichtlich letzte Braunschweiger Prozess beginnen. Dort geht es um sieben ehemalige Führungskräfte und Mitarbeiter des Konzerns. Für beide Verfahren sind jeweils 150 Verhandlungstage bis Ende 2028 geplant.
Die Verfahren setzen die strafrechtliche Aufarbeitung des 2015 bekannt gewordenen Abgasskandals fort. Im ersten großen Braunschweiger Betrugsprozess wurden vier frühere VW-Führungskräfte schuldig gesprochen; das Urteil ist wegen eingelegter Revision noch nicht rechtskräftig. Das Verfahren gegen Ex-Konzernchef Martin Winterkorn ist wegen seiner Verhandlungsunfähigkeit vorläufig eingestellt. Ob es fortgesetzt werden kann, ist offen.
Bedeutung für Volkswagen und Anleger
Volkswagen ist nach eigener Darstellung nicht Partei der Strafverfahren. Neue Unternehmensstrafen oder zusätzliche finanzielle Belastungen werden in den vorliegenden Angaben nicht genannt. Im Zentrum stehen die individuelle Verantwortung früherer Beschäftigter und die Frage, wie Entscheidungen im Konzern zustande kamen.
Analysten-Einordnung: Die lange Dauer und die wiederholten Verzögerungen verlängern die öffentliche Präsenz des Dieselskandals, belegen für sich genommen aber keine neue unmittelbare Belastung der Konzernzahlen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung vor allem ein fortbestehendes Reputations- und Governance-Thema: Die Verfahren können den Druck erhöhen, wirksame Compliance- und Kontrollstrukturen nachzuweisen. In einer Branche mit hohem Kosten- und Margendruck ist die Qualität solcher Entscheidungsprozesse auch für die Bewertung nichtfinanzieller Risiken relevant.
Fazit & Ausblick
Als nächste Wegmarken gelten der erneute Anlauf im vierten Verfahren am 5. November und der geplante Beginn des fünften Prozesses am 24. November. Ein schneller Abschluss ist angesichts der angesetzten Verhandlungsdauer bis Ende 2028 nicht zu erwarten. Für die VW-Aktie ergibt sich aus den aktuellen Prozessinformationen allein kein bezifferbarer neuer finanzieller Effekt; entscheidend bleibt, ob die Verfahren weitere Erkenntnisse zu Verantwortlichkeiten und Kontrollmechanismen liefern.
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