Vonovia Aktie: Höhere Zinsen bremsen Verkäufe trotz steigender Mieten
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Vonovia steigerte das bereinigte EBITDA in den ersten neun Monaten 2026 um 3,2 Prozent auf 2,187 Milliarden Euro.
- Die durchschnittliche Monatsmiete stieg gegenüber dem Vorjahr um 3,5 Prozent auf 8,57 Euro je Quadratmeter.
- Höhere Finanzierungskosten erschwerten Wohnungsverkäufe und belasteten das Neubaugeschäft; verkauft wurden Immobilien für rund 900 Millionen Euro.
- Der Konzern bestätigte seine aktualisierten Ziele für 2026 bis 2028; Finanzchef Philip Grosse plant keine Vertragsverlängerung über Ende 2027 hinaus.
Marktanalyse & Details
Vermietung federt schwächere Verkäufe ab
Vonovias Vermietungsgeschäft blieb in den ersten neun Monaten der wichtigste Stabilitätsanker. Das bereinigte EBITDA des Konzerns erhöhte sich auf 2,187 Milliarden Euro, nach 2,120 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Im Vermietungssegment stieg die Kennzahl ebenfalls um 3,2 Prozent auf 1,910 Milliarden Euro.
Die durchschnittliche Miete lag konzernweit bei 8,57 Euro je Quadratmeter und damit 3,5 Prozent über dem Vorjahreswert. In Deutschland betrug sie 8,41 Euro; das entspricht einem Plus von 1,1 Prozent. Die Leerstandsquote erhöhte sich leicht auf 2,3 Prozent, verglichen mit 2,2 Prozent ein Jahr zuvor.
Zinsumfeld verzögert Transaktionen
Weniger günstig entwickelte sich das Geschäft mit Wohnungsverkäufen und Neubau. Vonovia veräußerte bis Ende September Immobilien im Wert von rund 900 Millionen Euro. Nach Unternehmensangaben haben sich die Finanzierungsbedingungen seit dem Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten verschlechtert; seit Anfang September seien die Zinsen erneut spürbar gestiegen. Käufer hielten sich deshalb zurück, und Verkaufsprozesse dauerten länger.
Das bereinigte Nettoergebnis sank auf 1,120 Milliarden Euro nach 1,201 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Auch das bereinigte EBT ging zurück: von 1,460 auf 1,408 Milliarden Euro. Ende September umfasste das Portfolio 527.488 Wohnungen in Deutschland, Schweden und Österreich – gut 5.000 weniger als im Vorjahreszeitraum.
Analysten-Einordnung: Dies deutet auf eine unterschiedliche Entwicklung innerhalb des Geschäfts hin: Die Vermietung liefert weiter steigende operative Erträge, während hohe Finanzierungskosten die Verkäufe und das Neubaugeschäft erschweren. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die Stärke des laufenden Mietgeschäfts die Belastungen aus dem Transaktionsumfeld zwar abfedert, aber nicht vollständig ausgleicht. Entscheidend bleibt, ob sich Verkäufe bei besseren Finanzierungsbedingungen wieder beschleunigen.
Finanzchef kündigt geordneten Wechsel an
Finanzchef Philip Grosse hat den Aufsichtsrat darüber informiert, dass er seinen Ende 2027 auslaufenden Vertrag nicht verlängern möchte. Vonovia begründete die frühe Mitteilung damit, ausreichend Zeit für die Nachfolgeregelung zu schaffen, und zeigte sich zuversichtlich, diese in Kürze bekanntzugeben.
Fazit & Ausblick
Vonovia bestätigte die aktualisierten Ziele für 2026, 2027 und 2028. Für die weitere Entwicklung stehen damit zwei Faktoren im Mittelpunkt: die Ertragskraft der Vermietung und die Frage, ob sich Wohnungsverkäufe und Neubau trotz des höheren Zinsniveaus wieder beleben. Einen Termin für die nächste Zahlenvorlage enthalten die vorliegenden Angaben nicht.
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