Viking Therapeutics Aktie: AbbVie sucht weitere Adipositas-Wirkstoffe
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- AbbVie will sein Portfolio gegen Adipositas ausbauen und prüft differenzierte Wirkstoffe sowie mögliche Kombinationen.
- Viking Therapeutics meldete für Q3 2026 einen Verlust von 1,55 US-Dollar je Aktie; erwartet worden war ein Verlust von 1,06 US-Dollar.
- Der Kassenbestand von Viking lag zum 30. September bei 960 Millionen US-Dollar und soll mehrere Phase-3-Studien finanzieren.
- Für das orale VK2735 startete Viking das Phase-3-Programm SUNRISE; eine weitere Studie zu VK3019 ist für das erste Quartal 2027 geplant.
Marktanalyse & Details
AbbVie baut Interesse an Adipositas-Therapien aus
AbbVies Forschungschef Roopal Thakkar erklärte am 30. Oktober, das Unternehmen wolle seine Aktivitäten im Bereich Adipositas weiter ausbauen. Gesucht würden Wirkstoffe mit einem eigenständigen Profil, auch als mögliche Kombinationspartner. Neben einer stärkeren Wirksamkeit hob Thakkar die Verträglichkeit hervor: Viele Patienten begännen eine Behandlung und setzten sie später wieder ab.
Die Aussagen zeigen, dass etablierte Pharmakonzerne den Markt für Adipositas-Medikamente weiter als strategisch wichtig ansehen. Sie belegen jedoch weder ein konkretes Interesse AbbVies an Viking noch laufende Gespräche oder eine geplante Übernahme. Für Viking ist die Entwicklung daher zunächst ein Branchensignal – kein unmittelbarer Unternehmenskatalysator.
Viking investiert in Phase 3 und trägt höhere Verluste
Viking erzielte im dritten Quartal als Entwicklungsunternehmen keine Umsätze. Der Verlust belief sich auf 1,55 US-Dollar je Aktie und fiel damit höher aus als der erwartete Verlust von 1,06 US-Dollar. Der Nettoverlust stieg auf 183,19 Millionen US-Dollar, verglichen mit 90,79 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Die Forschungs- und Entwicklungskosten erreichten 166,8 Millionen US-Dollar.
Gleichzeitig verfügte Viking zum Quartalsende über 960 Millionen US-Dollar an Barmitteln und kurzfristigen Anlagen, nach 706 Millionen US-Dollar zum Jahresende 2025. Das Unternehmen führte den höheren Kassenbestand unter anderem auf die Ausgabe von Aktien und Wandelanleihen zurück. Das stärkt die Finanzierung der laufenden Studien, geht aber mit einer möglichen Verwässerung bestehender Aktionäre einher.
Analysten-Einordnung
Dies deutet darauf hin, dass Viking derzeit einen hohen Preis für den Ausbau seiner Pipeline zahlt: Der deutlich ausgeweitete Verlust spiegelt vor allem die beschleunigten Studieninvestitionen wider, während der Kassenbestand kurzfristig finanziellen Spielraum schafft. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die Bewertung stark von klinischen Fortschritten und späteren Studiendaten abhängt – nicht von laufenden Erlösen. AbbVies Suchinteresse kann die strategische Bedeutung des Sektors unterstreichen, lässt sich aber nicht als Beleg für eine Partnerschaft mit Viking werten.
Studienfortschritt als nächster Prüfstein
Viking hat das Phase-3-Programm SUNRISE für die orale Tablettenform von VK2735 begonnen; die Phase-3-Studien VANQUISH mit der subkutanen Form laufen ebenfalls. Zudem meldete das Unternehmen positive Ergebnisse aus einer ersten Dosis-Erhaltungsstudie für VK2735. Die Phase-1-Studie des Amylin- und Calcitonin-Rezeptor-Agonisten VK3019 schreitet voran. Nach deren Abschluss ist für das erste Quartal 2027 eine 28-tägige Studie mit mehreren aufsteigenden Dosen vorgesehen.
Fazit & Ausblick
AbbVies Äußerungen stützen das Bild eines anhaltend umkämpften und strategisch attraktiven Adipositas-Marktes, liefern aber keine konkrete Nachricht zu Viking. Für die Aktie bleiben die Umsetzung der VK2735-Phase-3-Studien, belastbare Wirksamkeits- und Verträglichkeitsdaten sowie der Kapitalbedarf entscheidend. Als nächster genannter Entwicklungsschritt steht die geplante Mehrfachdosis-Studie zu VK3019 im ersten Quartal 2027 an.
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