Verizon Communications Aktie: Gewinnprognose steigt, doch Umsatz verfehlt Erwartungen
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Verizon steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 1,5 Prozent auf 34,3 Milliarden US-Dollar, blieb damit aber unter den Erwartungen.
- Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 1,31 US-Dollar; die Jahresprognose steigt auf 5,04 bis 5,06 US-Dollar.
- Mit 406.000 neuen Postpaid-Mobilfunkkunden übertraf Verizon die Markterwartung deutlich und hob das Jahresziel für Nettozugänge an.
- Ein Vertrag mit AWS im Wert von mehr als 2 Milliarden US-Dollar soll Glasfaserverbindungen für KI-Rechenzentren bereitstellen.
Marktanalyse & Details
Starke Kundenzahlen, gemischtes Quartal
Verizon meldete für das dritte Quartal 2026 einen Umsatz von 34,3 Milliarden US-Dollar. Das waren 1,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, aber weniger als die von Analysten erwarteten rund 34,7 Milliarden US-Dollar. Belastend wirkten geringere Geräte-Upgrades: Kunden behalten ihre Smartphones länger, nachdem Verizon die Subventionen für Geräte reduziert hat.
Der Nettogewinn stieg im Jahresvergleich um 5,2 Prozent auf 5,32 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie von 1,31 US-Dollar lag vier Cent über der Markterwartung. Der Free Cashflow erhöhte sich den vorliegenden Angaben zufolge um 12,1 Prozent auf 7,8 Milliarden US-Dollar.
Ausblick und Kundengewinnung
Für 2026 erwartet Verizon nun einen bereinigten Gewinn je Aktie von 5,04 bis 5,06 US-Dollar. Zuvor hatte die Spanne bei 4,99 bis 5,04 US-Dollar gelegen. Das Unternehmen rechnet außerdem mit 1,1 bis 1,2 Millionen zusätzlichen Postpaid-Telefonkunden im Gesamtjahr, nach zuvor 750.000 bis 1 Million.
Im dritten Quartal kamen netto 406.000 Postpaid-Mobilfunkkunden hinzu – deutlich mehr als die erwarteten rund 209.000. Die Kündigungsquote im Postpaid-Mobilfunk verbesserte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um vier Basispunkte auf 0,94 Prozent. Verizon verzeichnete zudem 314.000 neue Breitbandanschlüsse, darunter 155.000 Glasfaser- und 159.000 Festnetz-Wireless-Anschlüsse.
KI-Infrastruktur als zusätzliches Geschäftsfeld
Die Vereinbarung mit Amazon Web Services hat einen Wert von mehr als 2 Milliarden US-Dollar. Verizon soll hochkapazitive Glasfaserverbindungen für AWS-Rechenzentren bereitstellen, damit datenintensive Anwendungen, darunter generative und agentische KI, schneller kommunizieren können. Nach einer früheren Glasfaservereinbarung mit Google ist der AWS-Vertrag ein weiterer Schritt, Telekommunikationsinfrastruktur auch für Cloud- und KI-Kunden zu vermarkten.
Im Quartalsgespräch stellte Verizon zudem für das vierte Quartal wieder ein Wachstum der Mobilfunk-Serviceumsätze und positive Kontenzuwächse in Aussicht. Weitere Effizienzgewinne erwartet das Unternehmen 2027; das Ziel für den Verschuldungsgrad soll im selben Zeitraum erreicht werden. Zugleich nimmt Verizon den möglichen Markteintritt von SpaceX ernst. Das Unternehmen erklärte, der Aufbau eines konkurrierenden Mobilfunknetzes könne vier bis sechs Jahre und Milliardeninvestitionen erfordern.
Analysten-Einordnung: Die angehobene Gewinn- und Kundenzielsetzung sowie der starke Free Cashflow sprechen für Fortschritte beim Umbau des Geschäfts. Der Umsatzrückstand zeigt jedoch, dass das Wachstum nicht alle Bereiche gleichermaßen erfasst. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Entscheidend wird, ob Verizon die Neukundengewinne in nachhaltige Serviceerlöse umwandeln kann und ob Glasfaser- und KI-Verträge eine relevante Ergänzung zum klassischen Mobilfunkgeschäft werden. Der mögliche Wettbewerb durch SpaceX bleibt ein Unsicherheitsfaktor, auch wenn der Aufbau eines eigenen Netzes Zeit und hohe Investitionen erfordern dürfte.
Die Aktie notierte am 26. Oktober um 14:57 Uhr bei 38,735 Euro und lag damit 2,44 Prozent im Minus. Der Rückgang trotz angehobener Prognose steht im Einklang mit den gemischten Quartalssignalen: Der Umsatz blieb hinter den Erwartungen zurück, während die Kundenzahlen und der bereinigte Gewinn positiv ausfielen. Als weitere Belastung dürfte die wachsende Aufmerksamkeit für mögliche neue Konkurrenz im US-Mobilfunkmarkt eine Rolle spielen; ein eindeutiger Auslöser für die Tagesbewegung lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht ableiten.
Fazit & Ausblick
Verizon geht mit einer höheren Gewinnprognose, starken Postpaid-Zugängen und einem großen Infrastrukturvertrag in das Schlussquartal. Die nächsten Prüfsteine sind die angekündigte Rückkehr zum Wachstum der Mobilfunk-Serviceumsätze im vierten Quartal und die Umsetzung der höheren Jahresziele. Ob der Kurs wieder Rückenwind erhält, hängt auch davon ab, ob Umsatzentwicklung und Kundengewinne dauerhaft zusammenpassen.
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