VERBUND Aktie: Niedrigwasser drückt Neunmonatsergebnis um 43,5 Prozent
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- VERBUNDs Konzernergebnis sank in den ersten neun Monaten 2026 um 43,5 Prozent auf 684,8 Millionen Euro.
- Die Wasserkrafterzeugung fiel um 20,2 Prozent, der erzielte Absatzpreis für Wasserkraft um 33,8 Euro je MWh.
- Für 2026 erwartet der Konzern rund 2,12 Milliarden Euro EBITDA und ein bereinigtes Konzernergebnis von etwa 1,05 Milliarden Euro.
- Die VERBUND-Aktie notierte am 5. November um 8:50 Uhr bei 65,05 Euro und lag 5,59 Prozent im Minus.
Marktanalyse & Details
Wassermangel und Absatzpreise belasten die Bilanz
Die ersten drei Quartale 2026 zeigen, wie stark VERBUNDs Ergebnis von den Bedingungen im Wasserkraftgeschäft abhängt. Das EBITDA ging im Jahresvergleich um 29,0 Prozent auf 1.498,5 Millionen Euro zurück. Das Konzernergebnis verringerte sich um 43,5 Prozent auf 684,8 Millionen Euro; bereinigt um Einmaleffekte lag es mit 725 Millionen Euro um 37,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Umsatz sank vergleichsweise moderat um 5,4 Prozent auf 5.560,4 Millionen Euro.
Die Wasserkraftwerke erzeugten 15.984 GWh Strom – ein Rückgang um 4.047 GWh. Gleichzeitig sank der durchschnittlich erzielte Preis für die eigene Wasserkrafterzeugung um 33,8 Euro auf 79,7 Euro je MWh. VERBUND musste zudem Strom zukaufen, um bereits verkaufte, wegen der niedrigen Wasserführung aber nicht erzeugte Mengen abzudecken. Die höheren Spotmarktpreise für diese Rückkäufe verschärften den Druck auf den realisierten Absatzpreis.
Teilweise Kompensation aus anderen Geschäftsbereichen
Zusätzliche Beiträge aus dem Endkundengeschäft und positive Bewertungseffekte stützten das Segment Absatz. Auch die sonstigen Segmente entwickelten sich besser, unter anderem dank hoher Spreads im thermischen Geschäft zu Jahresbeginn. Der Beitrag der Flexibilitätsprodukte stieg um 3,1 Prozent auf 241 Millionen Euro. Diese Zuwächse reichten jedoch nicht aus, um die Einbußen bei Wasserkraft und neuen Erneuerbaren auszugleichen.
- Das operative Ergebnis sank um 39,4 Prozent auf 1.005,6 Millionen Euro.
- Der operative Cashflow ging um 26,5 Prozent auf 1.216,3 Millionen Euro zurück.
- Der Free Cashflow vor Dividenden fiel um 89,7 Prozent auf 78 Millionen Euro.
- Der Nettoverschuldungsgrad stieg von 22,4 auf 37,9 Prozent.
Analysten-Einordnung: Die Zahlen machen deutlich, dass nicht allein geringere Strommengen, sondern auch die Kosten der Ersatzbeschaffung das Ergebnis belasteten. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung eine erhöhte Abhängigkeit von Wasserführung und Marktpreisen: Die stärkeren Beiträge aus Absatz und thermischem Geschäft puffern die Schwankungen zwar teilweise ab, aber nicht vollständig. Der deutliche Rückgang des Free Cashflows und der höhere Nettoverschuldungsgrad sind neben dem Gewinneinbruch wichtige Beobachtungspunkte. Der Kursrückgang am Morgen spiegelt den Druck auf die Aktie nach den Ergebnissen wider, lässt für sich genommen aber keine Aussage über die weitere Entwicklung zu.
Prognose und Ausschüttung
VERBUND hat die Prognose für 2026 konkretisiert und die zuvor veröffentlichten Bandbreiten ersetzt. Der Konzern rechnet nun mit rund 2.120 Millionen Euro EBITDA, einem berichteten Konzernergebnis von etwa 1.010 Millionen Euro und einem bereinigten Ergebnis von rund 1.050 Millionen Euro. Die Annahmen berücksichtigen eine unterdurchschnittliche Wasserführung im Oktober; für November und Dezember wird eine durchschnittliche Eigenerzeugung aus Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik unterstellt.
Fazit & Ausblick
Die Jahresprognose setzt voraus, dass sich die Erzeugungsbedingungen in den letzten beiden Monaten normalisieren. Bleibt die Wasserführung schwach oder entwickeln sich die Absatzpreise ungünstig, könnte das die Zielerreichung erschweren. VERBUND plant für 2026 eine Ausschüttungsquote von 45 bis 55 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob sich die Annahmen für den Jahresendspurt bestätigen.
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