VERBUND Aktie: EBITDA sinkt 29 Prozent, Wasserkraft-Erzeugung bricht ein
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- VERBUNDs EBITDA fiel in den ersten neun Monaten 2026 um 29,0 Prozent auf 1.498,5 Millionen Euro.
- Die Stromerzeugung aus Wasserkraft sank wegen historisch niedriger Wasserführung um 20,2 Prozent.
- Für 2026 erwartet der Konzern ein EBITDA von rund 2.120 Millionen Euro und ein bereinigtes Konzernergebnis von rund 1.050 Millionen Euro.
- Die VERBUND-Aktie notierte am 5. November um 08:15 Uhr bei 64,90 Euro und damit 5,81 Prozent im Minus.
Marktanalyse & Details
Wassermangel und niedrigere Preise drücken Ergebnis
Der österreichische Energiekonzern VERBUND hat in den Quartalen eins bis drei 2026 deutlich weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. Das EBITDA sank um 29,0 Prozent auf 1.498,5 Millionen Euro, das berichtete Konzernergebnis um 43,5 Prozent auf 684,8 Millionen Euro. Bereinigt um Einmaleffekte erreichte das Konzernergebnis 725,0 Millionen Euro – ein Rückgang um 37,3 Prozent. Der Umsatz gab vergleichsweise moderat um 5,4 Prozent auf 5.560,4 Millionen Euro nach.
Hauptursache war die schwache Wasserkraft: Die Erzeugung aus Wasserkraftwerken verringerte sich um 4.047 Gigawattstunden auf 15.984 Gigawattstunden. Gleichzeitig fiel der durchschnittlich erzielte Absatzpreis für die eigene Wasserkraft um 33,8 Euro je Megawattstunde auf 79,7 Euro. VERBUND musste zudem Strom zukaufen, um bereits verkaufte, wegen des Wassermangels aber nicht erzeugte Mengen abzudecken. Die Käufe zu höheren Spotmarktpreisen belasteten den realisierten Absatzpreis zusätzlich.
Erneuerbare und andere Segmente federn Rückgang teilweise ab
Windkraft und Photovoltaik lieferten dank neu in Betrieb genommener Anlagen 70 Gigawattstunden mehr als im Vorjahr und kamen auf 1.622 Gigawattstunden. Dennoch blieb die Erzeugung auch dort hinter den Planwerten zurück. Insgesamt sank VERBUNDs Eigenerzeugung um 17,6 Prozent. Höhere Ergebnisbeiträge aus dem Endkundengeschäft und dem thermischen Bereich glichen einen Teil der Einbußen aus; auch das Geschäft mit Flexibilitätsprodukten legte um 3,1 Prozent auf 241,0 Millionen Euro zu.
Die schwächeren Ergebnisse schlugen sich auch im Mittelzufluss nieder: Der operative Cashflow fiel um 26,5 Prozent auf 1.216,3 Millionen Euro. Der Free Cashflow vor Dividenden betrug nur noch 78,0 Millionen Euro, nach 755,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Nettoverschuldungsgrad stieg von 22,4 auf 37,9 Prozent.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass VERBUNDs Ergebnis kurzfristig stark von Wasserverfügbarkeit und erzielten Strompreisen abhängt. Die Zukäufe zur Erfüllung bereits verkaufter Liefermengen verstärken das Wetterrisiko, wenn die Eigenerzeugung ausfällt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass neben der Ergebnisprognose auch die Entwicklung von Wasserführung, Spotpreisen und Cashflow entscheidend bleibt. Der Kursrückgang von 5,81 Prozent am Morgen des 5. November ist ein Marktindikator, belegt für sich genommen aber nicht, welcher einzelne Faktor die Bewegung ausgelöst hat.
Neue Ergebnisprognose und geplante Ausschüttungsquote
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet VERBUND nun ein EBITDA von rund 2.120 Millionen Euro, ein berichtetes Konzernergebnis von rund 1.010 Millionen Euro und ein bereinigtes Konzernergebnis von rund 1.050 Millionen Euro. Diese Werte ersetzen die bisher veröffentlichten Prognosebandbreiten. In der aktualisierten Einschätzung ist die unterdurchschnittliche Wasserführung im Oktober berücksichtigt; für November und Dezember setzt der Konzern eine durchschnittliche Eigenerzeugung aus Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik voraus.
Für das Geschäftsjahr 2026 plant VERBUND eine Ausschüttungsquote von 45 bis 55 Prozent des um Einmaleffekte bereinigten Konzernergebnisses. Daraus lässt sich ohne weitere Angaben keine konkrete Dividende je Aktie ableiten.
Fazit & Ausblick
Die kommenden Monate sind für den Jahresausblick zentral: Bleibt die Eigenerzeugung im November und Dezember im angenommenen Durchschnitt, könnte VERBUND die neue Prognose erreichen. Eine erneute Abweichung bei Wasser, Wind oder Photovoltaik würde dagegen zusätzlichen Druck auf Ergebnis und Cashflow ausüben. Für Anleger sind daher die tatsächliche Erzeugung zum Jahresende und die Bestätigung der aktualisierten Ergebnisziele die nächsten wichtigen Orientierungspunkte.
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