UNICREDIT Aktie: Nomura muss wegen verspäteter Commerzbank-Meldungen 320.000 Euro zahlen
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Die Bafin verhängte gegen Nomura eine Geldbuße von 320.000 Euro wegen verspäteter Stimmrechtsmitteilungen im Mai und Juni.
- Die Meldungen betrafen Commerzbank-Anteile und Kaufoptionen im Umfeld des UniCredit-Übernahmeangebots.
- Die Sanktion richtet sich gegen Nomura, nicht gegen UniCredit, und ändert die erteilte EZB-Genehmigung nicht.
- Die EU-Kommission will voraussichtlich bis zum 16. November über die Übernahmepläne entscheiden; weitere Schritte werden gegen Jahresende erwartet.
Marktanalyse & Details
Geldbuße betrifft die Offenlegung im Übernahmeprozess
Die deutsche Finanzaufsicht ahndet verspätete Mitteilungen von Nomura zu Stimmrechten an der Commerzbank. Die gesetzlichen Vorgaben verlangen eine Meldung innerhalb von vier Handelstagen, wenn bestimmte Schwellen bei Stimmrechten über- oder unterschritten werden. Nomura meldete am 7. Mai einen Anteil von 8,1 Prozent, überwiegend über Kaufoptionen beziehungsweise sogenannte Equity Swaps. Welche konkreten Mitteilungen die Aufsicht beanstandete, legte sie nicht offen.
UniCredit hatte im Zuge ihres Angebots bei anderen Banken, darunter Nomura, Stimmrechte über Kaufoptionen gesichert. Einschließlich solcher Derivate kam die italienische Bank auf einen Stimmrechtsanteil von 47,6 Prozent. Die Bafin-Strafe ist jedoch eine Sanktion gegen Nomura wegen der Meldepflichten – sie ist keine Geldbuße gegen UniCredit und hebt die Genehmigung der EZB nicht auf.
Übernahme bleibt von weiteren Entscheidungen abhängig
Die EZB hat UniCredit erlaubt, die Schwelle von 30 Prozent an der Commerzbank zu überschreiten und den Anteil weiter zu erhöhen. Der Aktientausch aus dem Angebot kann damit vorankommen. Die noch ausstehenden aufsichtsrechtlichen Verfahren und Bedingungen sollen voraussichtlich gegen Jahresende abgeschlossen werden. Zudem steht die wettbewerbsrechtliche Prüfung durch die EU-Kommission aus; eine Entscheidung wird voraussichtlich bis zum 16. November erwartet.
Politisch bleibt der Zusammenschluss umstritten. Der Bund hält gut 13 Prozent an der Commerzbank und setzt sich für den Standort Frankfurt, den Erhalt des Mittelstandsgeschäfts und den Schutz der Beschäftigten ein. UniCredit und Commerzbank führen zugleich Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss.
Analysten-Einordnung: Die Geldbuße macht die Bedeutung transparenter Stimmrechtsmeldungen bei komplexen Übernahmefinanzierungen sichtbar, verändert aber für sich genommen weder UniCredits Beteiligungsposition noch den aufsichtsrechtlichen Zeitplan. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Entscheidend für den Fortgang der Transaktion sind vor allem die ausstehenden Wettbewerbs- und Abschlussentscheidungen. Die Nomura-Sanktion ist eher ein Hinweis auf die regulatorischen Risiken rund um den Prozess als ein eigenständiges Hindernis für UniCredit.
Fazit & Ausblick
Der nächste wichtige Termin ist die erwartete Entscheidung der EU-Kommission bis zum 16. November. Danach bleibt abzuwarten, ob die verbleibenden Genehmigungen und Bedingungen wie geplant bis Jahresende erfüllt werden. Auch die Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss und die Position des Bundes dürften den weiteren Verlauf prägen.
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