TKMS erhöht Jahresprognose trotz schwächerem Auftragseingang: Umsatzwachstum 2025/26 auf 10 bis 12%

TKMS AG & Co KgaA

Kurzüberblick

Die Marineschiffbau-Tochter TKMS (Thyssenkrupp) hat nach starken Ergebniszahlen für die ersten neun Monate die Jahresprognose 2025/26 angehoben. Das Unternehmen erwartet nun ein Umsatzwachstum um 10 bis 12 Prozent (zuvor: 2 bis 5 Prozent) und eine bereinigte EBIT-Marge bis zu 6,5 Prozent, getragen vom Verteidigungsboom und einer anhaltend hohen Nachfrage nach Marineausrüstung.

Die Mitteilung erfolgte am Mittwoch in Kiel. Auch an der Börse bleibt das Thema präsent: Die TKMS-Aktie notiert zur Einordnung mit rund 90 Euro (+2,39 Prozent am Tag) und liegt seit Jahresbeginn mit 36,05 Prozent im Plus. Im Zahlenwerk zeigt sich allerdings eine andere Seite der Medaille: Der Auftragseingang ging deutlich zurück, während der Auftragsbestand als Grundlage für die Auslastung weiter hoch bleibt.

Marktanalyse & Details

Neun Monate: Umsatz steigt, Profit wächst – Margen zuletzt unter Druck

TKMS hat in den ersten neun Monaten den Umsatz um 19 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro gesteigert. Das bereinigte EBIT erhöhte sich von 98 Millionen Euro auf 110 Millionen Euro. Die operative Marge sank dennoch auf 5,8 Prozent, weil höhere Verwaltungskosten die Ergebnisqualität belasteten.

  • Umsatz: +19 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro
  • Bereinigtes EBIT: 110 Millionen Euro nach 98 Millionen Euro
  • Bereinigte EBIT-Marge: 5,8 Prozent (belastet durch höhere Verwaltungskosten)

Für Anleger ist entscheidend, dass TKMS das operative Ergebnis dennoch ausbauen konnte – selbst bei Kostenbelastungen. Das spricht für eine solide Projektmischung und eine zunehmende Effizienz in der Umsetzung.

Auftragseingang schwächer, Auftragsbestand sehr hoch

Während die Ergebnisentwicklung bislang stark aussieht, ist der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr deutlich gefallen. TKMS nennt einen Rückgang von 8,6 Milliarden Euro auf 3,6 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand liegt weiterhin bei rund 20 Milliarden Euro, was die Planbarkeit für die kommenden Jahre stützt.

  • Auftragseingang: Rückgang von 8,6 auf 3,6 Milliarden Euro
  • Auftragsbestand: rund 20 Milliarden Euro

Für die operative Steuerung bedeutet das: Die Produktion dürfte kurzfristig durch die hohe Auftragsbasis abgesichert bleiben. Gleichzeitig entsteht Handlungsdruck, die Pipeline für neue Großprojekte wieder zu füllen.

Prognose 2025/26 angehoben: Wachstumsschub vor allem bei Elektronik und Überwasserschiffen

TKMS erhöht die Messlatte für das laufende Geschäftsjahr deutlich. Der Umsatz soll um 10 bis 12 Prozent steigen (vorher 2 bis 5 Prozent). Die bereinigte EBIT-Marge erwartet das Unternehmen bis zu 6,5 Prozent; damit liegt die Planung oberhalb der zuvor kommunizierten Zielkorridore. Analysten hatten zuletzt bereits eine Marge von 6,4 Prozent antizipiert.

Der Ausblick differenziert nach Geschäftsbereichen: Beim Marine-U-Bootgeschäft rechnet TKMS mit moderatem Wachstum, während Atlas Electronics sowie Überwasserschiffe voraussichtlich stärker zulegen.

Analysten-Einordnung: Die Kombination aus angehobenem Jahresziel und weiterhin sehr hohem Auftragsbestand deutet darauf hin, dass TKMS die Kapazitäts- und Projektumsetzung derzeit als zuverlässig einschätzt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung vor allem eine bessere Visibilität der Ergebnisentwicklung – allerdings sollte der deutlich niedrigere Auftragseingang kritisch beobachtet werden: Er kann darauf hindeuten, dass neue Großbestellungen zeitlich verzögert kommen oder die Projektvergabe in Wellen erfolgt. Zudem bleibt die Kostenkomponente (zuvor höhere Verwaltungskosten) ein zentraler Hebel für die tatsächliche Marge.

Kapazitätsfrage wird zum nächsten Erfolgsfaktor

Mit Blick auf künftige Großaufträge nennt TKMS implizit ein strategisches Thema: Kapazitäten müssen so gesichert werden, dass die vorhandene Nachfrage auch in zusätzliche Aufträge und Lieferungen übersetzt werden kann. In einem Umfeld, in dem die Verteidigungsbudgets vieler Staaten steigen, entscheidet häufig weniger der Bedarf als vielmehr die Umsetzbarkeit (Personal, Lieferketten, Fertigungstaktung).

Fazit & Ausblick

TKMS liefert mit Umsatz- und Ergebnisplus eine stabile Basis und hebt die Jahresziele spürbar an. Der hohe Auftragsbestand stärkt die kurzfristige Planungssicherheit, während der Rückgang beim Auftragseingang die nächsten Quartale zum Stresstest für die Pipeline macht.

Für die weitere Kursentwicklung dürften vor allem zwei Punkte entscheidend sein: die Entwicklung des neuen Auftragseingangs sowie der Verlauf der Marge, insbesondere ob Kosten-/Verwaltungsdruck wieder zurückgeht und die Guidance auch operativ bestätigt wird.

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