thyssenkrupp Aktie: LBBW senkt Kursziel auf 18 Euro, bestätigt aber Kaufen

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Das Wichtigste in Kürze

  1. LBBW reduziert am 4. November das Kursziel für thyssenkrupp von 19 auf 18 Euro.
  2. Die Einstufung bleibt „Kaufen“ – trotz des niedrigeren Zielwerts.
  3. Auch DZ Bank, Kepler Cheuvreux und Deutsche Bank hatten ihre thyssenkrupp-Ziele Ende Oktober gesenkt.
  4. Die IG Metall fordert für die nordwestdeutsche Stahlindustrie fünf Prozent mehr Lohn; thyssenkrupps Duisburger Stahlsparte gehört zur Tarifregion.

Marktanalyse & Details

LBBW senkt Ziel, hält an Kaufempfehlung fest

Die LBBW setzt das Kursziel für die thyssenkrupp-Aktie auf 18 Euro nach zuvor 19 Euro. An der Empfehlung „Kaufen“ ändert das Analysehaus nichts. Der Schritt ist damit eine moderate Anpassung der Bewertung und keine Herabstufung der Aktie.

Zum Kurs von 12,675 Euro am 4. November um 16:51 Uhr liegt das neue Ziel rund 42 Prozent höher. Die Aktie hatte an diesem Handelstag 2,88 Prozent gewonnen und notierte seit Jahresbeginn 48,93 Prozent im Plus. Kursziele sind Einschätzungen von Analysten, keine Zusage für eine entsprechende Kursentwicklung.

Mehrere Analysehäuser korrigierten ihre Ziele

Die LBBW-Anpassung folgt auf weitere Senkungen Ende Oktober: Die DZ Bank reduzierte ihren fairen Wert von 16 auf 15 Euro, Kepler Cheuvreux senkte das Kursziel von 19 auf 17 Euro und die Deutsche Bank von 18 auf 17 Euro. Kepler Cheuvreux und Deutsche Bank bestätigten ebenfalls ihre Kaufempfehlungen. Die Bewertungsansätze unterscheiden sich; insbesondere ist der faire Wert der DZ Bank nicht ohne Weiteres mit einem Kursziel gleichzusetzen.

Analysten-Einordnung: Dass mehrere Häuser ihre Zielwerte zurücknehmen, während Kaufempfehlungen bestehen bleiben, deutet auf vorsichtigere Erwartungen statt eines grundlegenden Meinungsumschwungs hin. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Das positive Votum allein beseitigt die Unsicherheit über die Geschäftsaussichten nicht. Entscheidend ist, ob sich die Erwartungen an thyssenkrupps operative Entwicklung und die Rahmenbedingungen im Stahlgeschäft bestätigen.

Tarifrunde setzt Stahlbranche zusätzlich unter Kostendruck

Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie. Zu dieser Tarifregion gehört auch die Duisburger Stahlsparte von thyssenkrupp. Der bisherige, 15 Monate gültige Vertrag läuft Ende 2026 aus; er umfasste zunächst drei Nullmonate und danach eine Lohnerhöhung von 1,75 Prozent.

Die Gewerkschaft verweist auf erste positive Signale bei den Auftragseingängen, zugleich belasten hohe Energiekosten und die Konkurrenz aus Asien die Branche. Eine konkrete Auswirkung der Forderung auf thyssenkrupps Kosten oder Ergebnisse ist aus den vorliegenden Angaben nicht bezifferbar. Der Tarifkonflikt ist daher ein möglicher Belastungsfaktor, aber noch kein quantifizierter Ergebniseffekt.

Fazit & Ausblick

Die LBBW hält trotz des niedrigeren Kursziels an ihrer Kaufempfehlung fest; mehrere jüngste Zielsenkungen zeigen jedoch, dass Analysten ihre Erwartungen anpassen. Für die weitere Einordnung sind sowohl die nächsten Unternehmenszahlen als auch der Verlauf der Stahl-Tarifverhandlungen wichtig. Ein Termin für die nächste Ergebnisveröffentlichung ist in den vorliegenden Angaben nicht genannt.

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