Telefonaktiebolaget LM Ericsson B Aktie: Q3-Ergebnis übertrifft Erwartungen, Kostenrisiken belasten Ausblick
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Ericssons Umsatz stieg im dritten Quartal um 6 Prozent auf 59,5 Milliarden schwedische Kronen.
- Der Gewinn je Aktie lag mit 1,77 Kronen über der Schätzung von 1,44 Kronen.
- Höhere Komponentenkosten dürften im kommenden Jahr die Bruttomarge belasten; der RAN-Markt könnte stagnieren.
- Der neue Konzernchef Per Narvinger will die Struktur vereinfachen und zwei Asienregionen zusammenführen.
Marktanalyse & Details
Umsatz und Ergebnis schlagen die Erwartungen
Ericsson setzte im dritten Quartal 59,5 Milliarden Kronen um, 6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Organisch wuchs der Umsatz um 7 Prozent. Damit übertraf der Netzwerkausrüster die Markterwartung von 55,28 Milliarden Kronen. Auch der Gewinn je Aktie fiel mit 1,77 Kronen höher aus als die prognostizierten 1,44 Kronen.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (EBITA) sank im Jahresvergleich um mehr als ein Drittel auf 10,1 Milliarden Kronen. Der Konzern führte den Rückgang auf einen Einmalertrag im Vorjahreszeitraum zurück. Der Nettogewinn verringerte sich von 11,3 auf 5,8 Milliarden Kronen; im Vorjahr hatte ein Ertrag aus dem Verkauf des US-Telekomdienstleisters Iconectiv das Ergebnis gestützt.
Kosten und stagnierender RAN-Markt als Gegenwind
Der Ergebnisüberraschung steht ein vorsichtiger Ausblick gegenüber: Ericsson rechnet wegen höherer Komponentenkosten im kommenden Jahr mit Druck auf die Bruttomarge. Zudem dürfte der Markt für Mobilfunkzugangstechnik (RAN) nach Einschätzung des Unternehmens eher stagnieren. Solide Nachfrage nach Mobilfunkausrüstung unterstützte das abgelaufene Quartal, beseitigt aber die Risiken für die künftige Profitabilität nicht.
Analysten-Einordnung: Dass Umsatz und Gewinn je Aktie die Erwartungen übertrafen, spricht für eine bessere operative Entwicklung im Quartal als vom Markt angenommen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch nicht automatisch eine anhaltende Ergebnisbeschleunigung: Entscheidend wird sein, ob Ericsson steigende Einkaufskosten durch Preise, Effizienzmaßnahmen und einen besseren Produktmix auffangen kann. Bei einem stagnierenden RAN-Markt könnte es schwieriger werden, Margendruck durch kräftiges Wachstum auszugleichen.
Umbau der Organisation unter neuem CEO
Per Narvinger, der in diesem Monat den Chefposten übernommen hat, kündigte eine Vereinfachung der Konzernstruktur an. Die bisherigen Marktregionen Nordostasien sowie Südostasien, Ozeanien und Indien sollen zur Region Asien-Pazifik zusammengeführt werden. Ericsson will damit die Kundenbetreuung verbessern, Forschung und Entwicklung stärker nutzen und effizienter arbeiten. Der Konzern verweist zugleich auf anhaltende geopolitische Unsicherheit und eine seit Jahren schleppende Nachfrage nach 5G-Netztechnik.
Die Ericsson-B-Aktie notierte am 15. Oktober um 08:14 Uhr bei 9,016 Euro und lag zu diesem Zeitpunkt 6,6 Prozent im Plus. Die Kursbewegung fällt mit den besser als erwarteten Quartalswerten zusammen; der Kosten- und Marktausblick bleibt jedoch ein wesentlicher Faktor für die weitere Bewertung.
Fazit & Ausblick
Ericsson startete mit einem besser als erwarteten dritten Quartal in die Amtszeit des neuen CEO, doch die Prognose für Margen und RAN-Nachfrage mahnt zur Vorsicht. In den kommenden Quartalen wird wichtig, ob die angekündigten Effizienz- und Preismaßnahmen die höheren Komponentenaufwendungen ausgleichen können. Konkrete quantitative Angaben zu diesem Ausgleich liegen in den vorliegenden Unternehmensinformationen nicht vor.
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