SUSS MicroTec Aktie: Rekordaufträge treffen auf Gewinneinbruch und niedrigeres Kursziel
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- SUSS MicroTec steigerte den Auftragseingang im dritten Quartal um 219 Prozent auf 223,5 Millionen Euro.
- Der Quartalsumsatz sank auf 97 Millionen Euro, das EBIT fiel um 72 Prozent auf 4,1 Millionen Euro.
- Nach neun Monaten erreichten die Bestellungen mit 633,5 Millionen Euro einen Unternehmensrekord.
- MWB Research senkte das Kursziel von 110 auf 99 Euro, bestätigte aber die Einstufung „Buy“.
Marktanalyse & Details
Rekordbestellungen, aber schwache Auslieferungen
Der Halbleiterausrüster bekommt die starke Nachfrage bislang nur teilweise in Umsatz und Ergebnis übersetzt. Im dritten Quartal stieg der Auftragseingang auf 223,5 Millionen Euro nach 70 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Für die ersten neun Monate summierten sich die verbindlichen Bestellungen auf 633,5 Millionen Euro – ein historischer Höchstwert für das Unternehmen.
Gleichzeitig belasteten eine eingeschränkte Verfügbarkeit von Komponenten und verschobene Auslieferungen das Geschäft. Der Umsatz im dritten Quartal ging um knapp ein Fünftel auf 97 Millionen Euro zurück. Das EBIT sank von 14,5 auf 4,1 Millionen Euro; die EBIT-Marge verringerte sich von 12,2 auf 4,2 Prozent. Der Nettogewinn lag bei 1,4 Millionen Euro, verglichen mit 11 Millionen Euro ein Jahr zuvor.
Schwächere Neunmonatsbilanz und Kurszielsenkung
Auch auf Neunmonatssicht zeigt sich die Belastung: Der Umsatz fiel auf 299,8 Millionen Euro nach 384,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die EBIT-Marge lag bei 6,1 Prozent, nach 14,1 Prozent. SUSS bestätigte die Ende Oktober gesenkten Prognosen für 2026.
MWB Research reduzierte das Kursziel für die Aktie von 110 auf 99 Euro und hielt an der Kaufempfehlung fest. Zum Kurszeitpunkt um 12:10 Uhr notierte die Aktie bei 48,92 Euro und damit 2,94 Prozent im Minus; seit Jahresbeginn lag sie zugleich 25,63 Prozent im Plus.
Analysten-Einordnung: Der Rekordauftragseingang verbessert die Perspektive für die künftige Auslastung, löst das aktuelle Ergebnisproblem aber nicht automatisch. Entscheidend ist, ob SUSS die bestellten Anlagen trotz der Komponentenengpässe zeitnah ausliefern und den Auftragsbestand in Umsatz und Marge umwandeln kann. Das gesenkte Kursziel bei unverändertem „Buy“-Urteil spiegelt eine vorsichtigere Bewertung wider, ohne die langfristige Nachfrageperspektive grundsätzlich aufzugeben.
Fazit & Ausblick
Für Anleger steht damit der Gegensatz zwischen kräftigem Auftragsschub und schwacher operativer Umsetzung im Mittelpunkt. In den kommenden Quartalen sind vor allem die Verfügbarkeit von Komponenten, der Abbau der Auslieferungsverzögerungen und die Entwicklung der Margen entscheidend. Einen konkreten nächsten Ergebnistermin enthalten die vorliegenden Angaben nicht.
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