STRATEC Biomedical Aktie: Berenberg erhöht Kursziel auf 39 Euro und empfiehlt weiter Kauf
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Berenberg hebt das Kursziel für STRATEC am 3. November von 37 auf 39 Euro an und bestätigt die Kaufempfehlung.
- Metzler erhöhte sein Ziel am 2. November auf 37 Euro und bewertet die Aktie ebenfalls mit „Buy“.
- MWB Research setzte das Kursziel auf 23,50 Euro herauf, bleibt aber bei „Hold“.
- STRATEC verkauft Diatron MI und erwartet für 2026 eine bereinigte EBIT-Marge von 13 bis 15 Prozent im fortgeführten Geschäft.
Marktanalyse & Details
Höhere Kursziele, aber unterschiedliche Einschätzungen
Berenberg sieht den fairen Wert der STRATEC-Aktie nun bei 39 statt 37 Euro. Einen Tag zuvor hatten bereits Metzler sein Kursziel von 35 auf 37 Euro und MWB Research seines von 22 auf 23,50 Euro angehoben. Während Berenberg und Metzler „Buy“ bekräftigen, hält MWB an „Hold“ fest. Der zuletzt verfügbare Kurs lag am 3. November um 07:30 Uhr bei 23 Euro; die Tagesveränderung betrug zu diesem Zeitpunkt minus 0,22 Prozent.
Analysten-Einordnung: Die beiden Kaufempfehlungen signalisieren, dass die Häuser nach den Anpassungen weiteres Kurspotenzial sehen. Die deutlich vorsichtigere Einschätzung von MWB zeigt jedoch, dass die Neubewertung nicht einheitlich ausfällt. Kursziele sind Einschätzungen und keine garantierten Kursentwicklungen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Entscheidend wird sein, ob STRATEC die angekündigte Konzentration auf das fortgeführte Geschäft tatsächlich in belastbare Margen und Ergebnisse umsetzt.
Verkauf verändert die Vergleichsbasis
STRATEC hat den Verkauf der Tochtergesellschaft Diatron MI an ein indisches Investorenkonsortium vereinbart. Der feste Kaufpreis beträgt 10 Millionen Euro; zusätzlich sind erfolgsabhängige Zahlungen vorgesehen. Das Geschäft mit Hämatologie und klinischer Chemie wird veräußert. Das OEM-Geschäft von Diatron in der Molekular- und Immundiagnostik bleibt dagegen in der STRATEC-Gruppe. Der Vollzug wird für das vierte Quartal 2026 erwartet.
Der abgegebene Bereich dürfte 2026 rund 20 Millionen Euro Umsatz und ein adjustiertes EBIT von etwa minus 10 Millionen Euro erzielen. STRATEC rechnet außerdem mit nicht zahlungswirksamen Wertminderungen von 44,1 Millionen Euro im dritten Quartal sowie einem negativen Entkonsolidierungseffekt von 4 bis 9 Millionen Euro im vierten Quartal. Diese Belastungen sollen den Angaben zufolge den aufgegebenen Geschäftsbereichen zugeordnet werden.
Ausblick für das fortgeführte Geschäft
Für 2026 erwartet STRATEC auf Basis eines bereinigten Vorjahresumsatzes von 223,5 Millionen Euro währungsbereinigt stabile bis leicht steigende Erlöse. Die Prognose für die adjustierte EBIT-Marge im fortgeführten Geschäft liegt bei 13 bis 15 Prozent; zuvor hatte das Unternehmen etwa 10 Prozent ohne Ausgliederung in Aussicht gestellt. Die bisherigen Mittelfristziele gelten nicht mehr und sollen spätestens mit dem Geschäftsbericht 2026 aktualisiert werden.
Für die ersten neun Monate 2026 stellt STRATEC vorläufig 164,9 Millionen Euro Umsatz und eine adjustierte EBIT-Marge von 8,3 Prozent in Aussicht. Beide Werte enthalten noch die Beiträge des zum Verkauf stehenden Geschäftsbereichs. Die höheren Margenziele für das fortgeführte Geschäft sind deshalb nicht direkt mit den bisherigen, das Gesamtgeschäft umfassenden Kennzahlen vergleichbar. Die angekündigte Bereinigung dürfte die Ertragsstruktur verändern, beseitigt aber nicht automatisch die Umsetzungsrisiken.
Fazit & Ausblick
Die erhöhten Kursziele fallen in eine Phase strategischer Neuausrichtung: STRATEC trennt sich von einem verlustbringenden Bereich und setzt für das verbleibende Geschäft höhere Margenziele. Als nächster wichtiger Prüfstein steht die Quartalsmitteilung für die ersten neun Monate am 12. November 2026 an. Dann werden die vorläufigen Kennzahlen und die Entwicklung des übrigen Geschäfts genauer einzuordnen sein.
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