SGL Carbon Aktie: Q3 stützt EBITDA-Prognose von 130 bis 140 Millionen Euro

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Das Wichtigste in Kürze

  1. SGL Carbon setzte im dritten Quartal 2026 mit 200,6 Millionen Euro Umsatz wieder das Vorjahresniveau nahezu genau fort.
  2. Nach neun Monaten lag das bereinigte EBITDA bei 106,3 Millionen Euro; die Marge stieg auf 17,9 Prozent.
  3. Die am 6. Oktober angehobene EBITDA-Prognose für 2026 von 130 bis 140 Millionen Euro bleibt bestehen.
  4. Der Neunmonats-Free-Cashflow erreichte 38 Millionen Euro, die Nettofinanzschulden sanken auf 78,5 Millionen Euro.

Marktanalyse & Details

Stabileres Quartal trotz niedrigerem Neunmonatsumsatz

Der Umsatz von SGL Carbon ging in den ersten neun Monaten 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,9 Prozent auf 594,8 Millionen Euro zurück. Wesentlicher Grund war die Einstellung defizitärer Aktivitäten im Carbonfasergeschäft bis Mitte August 2025. Im dritten Quartal allein erreichte der Konzern mit 200,6 Millionen Euro jedoch nahezu den Vorjahreswert von 199,7 Millionen Euro.

Das bereinigte EBITDA verringerte sich im Neunmonatsvergleich lediglich um 2,1 Prozent auf 106,3 Millionen Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich zugleich von 16,6 auf 17,9 Prozent. Beim Konzernergebnis gelang die Rückkehr in die Gewinnzone: SGL Carbon weist 31,3 Millionen Euro aus, nach einem Verlust von 51,3 Millionen Euro im Vorjahr. Der Vergleich ist allerdings durch deutlich geringere Einmaleffekte geprägt: Diese beliefen sich auf minus 3,1 Millionen Euro gegenüber minus 84,7 Millionen Euro in den ersten neun Monaten 2025.

Halbleiter und Nuklear treiben, Chemiegeschäft bremst

Graphite Solutions steigerte den Umsatz um 10 Prozent auf 358,3 Millionen Euro und das bereinigte EBITDA um 23,5 Prozent auf 71,9 Millionen Euro. Darin enthalten waren 30,4 Millionen Euro an Ausgleichszahlungen aus angepassten Lieferverträgen mit Halbleiterkunden. Zusätzlich verweist das Unternehmen auf höhere Nachfrage aus Halbleiter- und Nuklearanwendungen.

Uneinheitlich verliefen die übrigen Bereiche: Bei Fiber Composites sank der Umsatz vor allem wegen der aufgegebenen defizitären Geschäfte, während das bereinigte EBITDA durch Kostensenkungen und einen veränderten Produktmix auf 28,7 Millionen Euro stieg. Process Technology blieb dagegen unter Druck. Wegen verschobener Projekte in der Chemieindustrie fiel der Umsatz dort um 27,7 Prozent auf 74,0 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA sank auf 11,2 Millionen Euro.

Prognose und finanzielle Lage

Für 2026 erwartet SGL Carbon weiterhin einen Konzernumsatz am oberen Ende der Spanne von 720 bis 770 Millionen Euro und ein bereinigtes EBITDA zwischen 130 und 140 Millionen Euro. Diese Prognose war laut Unternehmen bereits am 6. Oktober angehoben worden; die nun vorgelegte Quartalsentwicklung stützt den aktualisierten Ausblick. Der Verkauf des früheren Carbon-Fiber-Standorts Moses Lake verbessert zusätzlich die Free-Cashflow-Erwartung: SGL Carbon hat eine erste Kaufpreistranche von 45 Millionen US-Dollar erhalten.

Auch die Bilanzkennzahlen entwickelten sich günstiger. Die Nettofinanzschulden gingen seit Ende 2025 von 98,9 auf 78,5 Millionen Euro zurück, die Eigenkapitalquote stieg von 39,2 auf 41,0 Prozent. Der Free Cashflow lag nach neun Monaten mit 38,0 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 12,5 Millionen Euro.

Analysten-Einordnung: Die Zahlen zeigen eine bessere Ergebnisqualität als der Umsatzrückgang zunächst vermuten lässt: Marge und Cashflow legten zu, während Restrukturierungskosten aus dem Vorjahr den Ergebnisvergleich begünstigen. Zugleich ist ein Teil der Stärke bei Graphite Solutions durch die 30,4 Millionen Euro an Vertragsausgleichszahlungen gestützt und daher nicht ohne Weiteres als wiederkehrendes Wachstum zu werten. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die bestätigte Prognose plausibel erscheint, die Umsetzung im Schlussquartal aber entscheidend bleibt: Ausgehend vom Neunmonats-EBITDA müsste SGL Carbon rechnerisch noch 23,7 bis 33,7 Millionen Euro im vierten Quartal erreichen, um die Jahresbandbreite zu erfüllen.

Die SGL-Carbon-Aktie notierte am 5. November um 7:35 Uhr bei 4,895 Euro und lag zu diesem Zeitpunkt 0,72 Prozent im Plus. Dieser frühe Kursstand allein erlaubt keine belastbare Aussage darüber, wie der Markt die Zahlen bewertet.

Fazit & Ausblick

Der nahezu stabile Quartalsumsatz, die höhere Marge und der kräftigere Free Cashflow liefern Argumente für den angehobenen Jahresausblick. Beobachten sollten Anleger vor allem, ob die Nachfrage aus Halbleiter- und Nuklearanwendungen anhält und ob Process Technology seine Schwäche abfedern kann. Der nächste zentrale Prüfstein sind die vollständigen Jahreszahlen für 2026; ein konkreter Veröffentlichungstermin ist in den vorliegenden Angaben nicht genannt.

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