Schaeffler Aktie: LBBW senkt Kursziel, Konzern streicht 3.460 Stellen
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Schaeffler bestätigt nach neun Monaten die Jahresprognose für 2026.
- Im dritten Quartal lag der Umsatz bei 5,814 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT bei 245 Millionen Euro.
- Der Konzern plant 3.460 weitere Stellenstreichungen in Europa und die Schließung von vier deutschen Standorten.
- LBBW senkt das Kursziel von 6,40 auf 6,30 Euro und bestätigt die Einstufung „Halten“.
Marktanalyse & Details
Quartalsergebnis und Jahresziele
Der Umsatz im dritten Quartal blieb mit 5,814 Milliarden Euro nahezu stabil: Im Vorjahreszeitraum waren es 5,826 Milliarden Euro. Das EBIT vor Sondereffekten sank von 264 auf 245 Millionen Euro; die entsprechende Marge lag bei 4,2 Prozent. Nach neun Monaten erreichte Schaeffler einen Umsatz von 17,481 Milliarden Euro, nominal 1,1 Prozent weniger als im Vorjahr.
Beim bereinigten EBIT zeigt sich für die ersten neun Monate eine Verbesserung: Es stieg um 6,5 Prozent auf 794 Millionen Euro, die Marge erhöhte sich von 4,2 auf 4,5 Prozent. Das Konzernergebnis betrug 11 Millionen Euro nach einem Verlust von 244 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum; darin waren Sondereffekte von 201 Millionen Euro enthalten.
Schaeffler hält an seiner Prognose für das Gesamtjahr 2026 fest: Der Umsatz soll 22,5 bis 24,5 Milliarden Euro erreichen, die EBIT-Marge vor Sondereffekten 3,5 bis 5,5 Prozent und der Free Cashflow 100 bis 300 Millionen Euro.
Zusätzlicher Sparkurs und Standortschließungen
Der Konzern will in Europa weitere 3.460 Stellen abbauen, davon 2.660 in Deutschland. Außerdem sollen die Standorte Dortmund, Morbach, Berlin und Schwalbach geschlossen werden. Schaeffler beziffert die Einmalkosten auf rund 480 Millionen Euro. Ab 2030 sollen die Maßnahmen das jährliche Ergebnis um etwa 300 Millionen Euro verbessern.
Der neue Einschnitt fällt in eine schwierige Branchenlage: Das Geschäft mit Verbrennungsmotoren geht zurück, während die Elektromobilität diesen Rückgang bislang nicht ausgleicht. Arbeitnehmervertreter kritisieren den Stellenabbau; ein zeitweiliger Gehaltsverzicht soll die Folgen für Beschäftigte abmildern.
Kursziel bleibt über dem aktuellen Kurs
LBBW reduzierte das Kursziel für die Schaeffler-Aktie von 6,40 auf 6,30 Euro und beließ die Einstufung auf „Halten“. Zum Kurs von 5,84 Euro an der Lang & Schwarz Exchange am 3. November lag das neue Ziel weiterhin darüber. Die Aktie verlor an diesem Tag 1,52 Prozent; seit Jahresbeginn betrug das Minus 30,02 Prozent.
Analysten-Einordnung: Die Zahlen zeigen eine operative Verbesserung auf Neunmonatssicht, aber noch keine klare Erholung beim Umsatz; zugleich sank das bereinigte EBIT im dritten Quartal. Das Sparprogramm kann die Profitabilität langfristig stützen, doch die erwarteten Einsparungen greifen erst ab 2030 und stehen zunächst erheblichen Einmalkosten gegenüber. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die Umsetzung der Maßnahmen und eine stärkere Nachfrage in den betroffenen Geschäftsfeldern entscheidend bleiben. Das bestätigte Jahresziel begrenzt kurzfristig den Prognosedruck, löst aber die strukturelle Herausforderung im Wandel zur Elektromobilität nicht.
Fazit & Ausblick
Im Fokus stehen nun die Umsetzung des Stellen- und Standortabbaus sowie die Entwicklung von Umsatz und Marge im Schlussquartal. Schaeffler hat die Jahresprognose bestätigt; ein konkreter Termin für die nächsten Zahlen ist in den vorliegenden Angaben nicht genannt.
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