Sandoz Aktie: Fresenius will bis 2030 zum Biosimilar-Rivalen aufsteigen
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Fresenius legt am 4. November seine Zahlen für das dritte Quartal vor und baut das Biosimilar-Geschäft aus.
- Mit einer Vereinbarung mit WuXi Biologics sichert sich Fresenius Zugang zu möglichen neuen Biosimilar-Kandidaten.
- Ein Fondsmanager sieht Fresenius ab 2030 neben Sandoz als möglichen führenden Anbieter in diesem Markt.
- Sandoz erwartet 2026 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 5 bis 6 Prozent und eine Kern-Ebitda-Marge von 23,0 bis 23,5 Prozent.
Marktanalyse & Details
Fresenius stärkt seine Position im Biosimilar-Markt
Fresenius hat sein Geschäft nach dem Konzernumbau stärker auf Kabi und die Helios-Kliniken ausgerichtet. Bei Kabi zählen Biosimilars zu den Wachstumstreibern. Zuletzt übernahm der Konzern die verbleibenden 45 Prozent am spanischen Biosimilar-Anbieter mAbxience und vereinbarte eine Entwicklungszusammenarbeit mit WuXi Biologics. Dadurch könnte Fresenius künftig Zugang zu weiteren Wirkstoffkandidaten erhalten.
Die strategische Bewegung ist für Sandoz relevant, weil der Wettbewerb um Biosimilars damit langfristig intensiver werden könnte. Union-Investment-Portfoliomanager Markus Manns sieht Fresenius ab 2030 neben Sandoz als einen möglichen führenden Anbieter. Das ist eine Einschätzung zur künftigen Marktposition, keine bereits erreichte Stellung.
Sandoz wächst, doch der Umsatzmix entscheidet
Sandoz steigerte den Umsatz in den ersten neun Monaten 2026 um 8 Prozent auf 8,7 Milliarden US-Dollar; zu konstanten Wechselkursen betrug das Plus 5 Prozent. Im dritten Quartal wuchs der Erlös währungsbereinigt ebenfalls um 5 Prozent. Während das Biosimilar-Geschäft prozentual zweistellig zulegte, stagnierte die Generika-Sparte. Belastend wirkte der anhaltende Preisverfall bei wichtigen Penicillin-Wirkstoffen.
- Umsatzprognose 2026: währungsbereinigtes Wachstum von 5 bis 6 Prozent.
- Prognose für die Kern-Ebitda-Marge: 23,0 bis 23,5 Prozent; zuvor hatte Sandoz einen Anstieg um rund 100 Basispunkte gegenüber 21,7 Prozent im Vorjahr erwartet.
- Das Biosimilar-Wachstum erfolgte trotz Lieferengpässen.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Sandoz’ Wachstum zunehmend von margenstärkeren Biosimilars getragen wird, während Preisdruck im klassischen Generikageschäft die Entwicklung bremst. Für Anleger bedeutet die Konkurrenz durch Fresenius vor allem ein langfristiges strategisches Thema: Entscheidend wird sein, ob Sandoz seine Pipeline, Versorgungssicherheit und Margen behaupten kann, wenn weitere Anbieter ihre Produktportfolios ausbauen.
Fresenius-Zahlen als nächster Vergleichspunkt
Für Fresenius rechnen Beobachter im dritten Quartal im Schnitt mit einem Umsatz von 5,8 Milliarden Euro, einem bereinigten Ebit von 618,5 Millionen Euro und einem bereinigten Ergebnis je Aktie von 0,69 Euro. Als mögliche Belastungs- oder Diskussionsthemen gelten Produktionsmängel im Kabi-Werk Melrose Park sowie zuletzt rückläufige Verschreibungsraten des Biosimilars Tyenne. Die Zahlen sollen zeigen, ob das Wachstum im Biosimilar-Geschäft bereits durch operative Ergebnisse gestützt wird.
Fazit & Ausblick
Der Wettbewerb mit Fresenius dürfte sich schrittweise entwickeln und hängt davon ab, welche Biosimilar-Kandidaten aus der Zusammenarbeit mit WuXi tatsächlich zur Marktreife gelangen. Für Sandoz bleiben kurzfristig die Umsetzung der 2026-Prognose, die Margenentwicklung und die Lieferfähigkeit zentral. Die Fresenius-Quartalszahlen am 4. November liefern einen aktuellen Vergleichspunkt; ein unmittelbarer Einfluss auf Sandoz’ Geschäft oder Aktienkurs lässt sich daraus allein nicht ableiten.
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