Salzgitter Aktie: Konzern hebt EBITDA- und EBT-Prognose für 2026 an
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Salzgitter hebt nach vorläufigen Neunmonatszahlen die Ergebnisprognose für 2026 an.
- Das erwartete EBITDA VX steigt auf 800 bis 875 Millionen Euro, das EBT VX auf 400 bis 475 Millionen Euro.
- In den ersten neun Monaten legte der Außenumsatz auf 7,3 Milliarden Euro zu; das EBT VX wechselte von minus 72,7 auf plus 353 Millionen Euro.
- Die vollständigen Neunmonatszahlen sollen am 12. November 2026 folgen.
Marktanalyse & Details
Ergebnis über den Erwartungen
Salzgitter hat am 28. Oktober die vorläufige Geschäftsentwicklung der ersten neun Monate veröffentlicht und die Jahresprognose angehoben. Der Außenumsatz wuchs gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 6,9 auf 7,3 Milliarden Euro. Das EBITDA VX erreichte 659 Millionen Euro nach 224 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Beim EBT VX stand ein Gewinn von 353 Millionen Euro einem Verlust von 72,7 Millionen Euro gegenüber. Beide Ergebnisgrößen lagen im dritten Quartal über den Kapitalmarkterwartungen.
Zum Ergebnis trug die at-equity bilanzierte Aurubis-Beteiligung 252 Millionen Euro bei, nach 83,5 Millionen Euro in den ersten neun Monaten 2025. Zusätzlich entwickelten sich die Bereiche Stahlerzeugung und Handel besser als zuletzt erwartet.
Neue Jahresziele und Rolle von HKM
- EBITDA VX: 800 bis 875 Millionen Euro, zuvor 725 bis 825 Millionen Euro.
- EBT VX: 400 bis 475 Millionen Euro, zuvor 325 bis 425 Millionen Euro.
- Umsatz: weiterhin rund 10,0 Milliarden Euro.
- ROCE VX: nun leicht über dem Vorjahresniveau erwartet; diese Einschätzung blieb gegenüber der vorherigen Prognose unverändert.
Die Prognose berücksichtigt auch die vollständige Konsolidierung von HKM. Salzgitter erwartet daraus für 2026 einen zusätzlichen Ergebnisbeitrag im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich bei EBITDA VX und EBT VX sowie zusätzliche Außenumsätze im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Einmalige Effekte aus der Kaufpreisallokation können das Ergebnis beeinflussen.
Analysten-Einordnung
Dies deutet darauf hin, dass die operative Erholung breiter ausfällt als zuletzt angenommen: Neben dem kräftig gestiegenen Beitrag von Aurubis nennt Salzgitter auch bessere Ergebnisse in Stahlerzeugung und Handel. Für Anleger bedeutet die Anhebung eine höhere Ergebnisbasis für 2026, aber keine gleich starke Umsatzrevision: Das Umsatzziel bleibt unverändert. Zudem hängt ein wesentlicher Teil des Neunmonatsergebnisses am Aurubis-Beitrag; geopolitische Unsicherheiten und die schwer vorhersehbare Entwicklung im Schlussquartal begrenzen daher die Aussagekraft der Prognose.
Die Kennzahlen mit dem Zusatz VX blenden Ergebniseffekte aus der Bewertung der im Oktober 2025 platzierten Umtauschanleihe aus. Das soll nicht operative Schwankungen aus der Konzernsteuerung herausrechnen und macht einen direkten Vergleich mit älteren, anders definierten Ergebniswerten weniger aussagekräftig.
Aktienreaktion im Tagesverlauf
Die Kursmeldungen fielen je nach Zeitpunkt und Handelsplatz unterschiedlich aus: Am Nachmittag wurde für Tradegate zwischenzeitlich ein Plus von rund sechs Prozent gemeldet. Um 18:37 Uhr notierte die Aktie auf Lang & Schwarz bei 45,44 Euro und damit 2,78 Prozent unter dem Vortag. Der Vergleich unterschiedlicher Handelsplätze und Zeitpunkte zeigt vor allem eine volatile Reaktion; er lässt sich nicht als einheitlicher Schlusskursverlauf lesen.
Fazit & Ausblick
Die Prognoseanhebung stützt sich auf ein deutlich verbessertes Neunmonatsergebnis und eine bessere Entwicklung mehrerer Geschäftsbereiche. Entscheidend wird sein, ob Salzgitter die höheren Ergebnisziele trotz unsicherer Konjunktur und möglicher Bewertungsschwankungen im Schlussquartal erreicht. Weitere Details zu den ersten neun Monaten will das Unternehmen am 12. November 2026 vorlegen.
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