RTL Group macht Streaming profitabel und erweitert NFL-Angebot nach Sky-Übernahme
Kurzüberblick
- Das Streaming-Geschäft der RTL Group schrieb im ersten Halbjahr 2026 erstmals schwarze Zahlen.
- Die Zahl der zahlenden Abonnements stieg binnen Jahresfrist um knapp 21 Prozent auf 8,7 Millionen, der Streaming-Umsatz um gut 27 Prozent auf 299 Millionen Euro.
- Nach dem Erwerb von Sky Deutschland im Juni erweitern RTL und Sky zum NFL-Saisonstart ihre Liveübertragungen.
- Bertelsmann hob die Jahresprognose an und stellt für das Streaming-Geschäft ein bereinigtes operatives Ergebnis von rund 120 Millionen Euro in Aussicht.
Marktanalyse & Details
Streaming erreicht den Profitabilitätspunkt
Das Streaming-Geschäft der RTL Group hat im ersten Halbjahr 2026 erstmals ein positives Ergebnis erzielt. Gleichzeitig erhöhte sich der Streaming-Umsatz auf 299 Millionen Euro. Die zahlenden Abonnements legten binnen eines Jahres um knapp 21 Prozent auf 8,7 Millionen zu. Für das Gesamtjahr erwartet Bertelsmann, zu dem die RTL Group gehört, ein bereinigtes operatives Ergebnis des Streaming-Bereichs von rund 120 Millionen Euro.
Die Entwicklung steht im Kontext eines starken Halbjahres beim Mutterkonzern: Bertelsmann steigerte den Umsatz auf 9,3 Milliarden Euro und das Konzernergebnis um 45 Prozent auf 292 Millionen Euro. Das organische Wachstum betrug 5,1 Prozent. Wegen der positiven Entwicklung wurde die Prognose für das Gesamtjahr angehoben.
Sky-Übernahme erweitert die Plattformstrategie
Seit Anfang Juni gehört Sky Deutschland zur RTL Group. Die Übernahme soll nicht nur zusätzliche Inhalte und Kundenkontakte bringen, sondern auch die Vermarktung über mehrere Plattformen stärken. Zum NFL-Saisonstart zeigen RTL und Sky neben den Sonntagsabendspielen künftig auch Nachtpartien und zwei Konferenzen. Die erste genannte Partie zwischen den New England Patriots und den Seattle Seahawks ist für den 10. September um 2.20 Uhr deutscher Zeit angesetzt.
Auch bei weiteren Sportrechten wird das Angebot breiter: Im Free-TV sollen bis zu elf Bundesliga-Partien pro Saison laufen, während RTL+ alle 63 DFB-Pokalspiele zeigt. Zudem sind auf Sky bis zu zehn Spiele aus Europa League und Conference League vorgesehen.
Wachstum trifft auf Integrationsrisiken
Der Ausbau ist jedoch mit Kosten und Umsetzungsrisiken verbunden. Der Kaufpreis für Sky Deutschland beträgt rund 150 Millionen Euro zuzüglich einer kursabhängigen Komponente von bis zu 377 Millionen Euro. Bertelsmann plant zudem Einsparungen, die mögliche Auswirkungen auf die Beschäftigten haben können.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass RTL Group den Schwerpunkt vom reinen Reichweitenaufbau hin zu einem profitableren Streamingmodell verschiebt. Das starke Abonnenten- und Umsatzwachstum spricht für eine zunehmende Akzeptanz der Angebote. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung allerdings nicht automatisch eine kurzfristige Neubewertung: Entscheidend wird sein, ob das erwartete operative Ergebnis von rund 120 Millionen Euro nachhaltig erzielt wird und ob die Sky-Integration tatsächlich Synergien freisetzt. Der Aktienkurs lag am 28. August bei 31,75 Euro und damit seit Jahresbeginn 7,97 Prozent im Minus. Die negative Jahresperformance zeigt, dass der Markt die operativen Fortschritte bislang nur vorsichtig einpreist.
Fazit & Ausblick
Mit dem profitablen Streaming-Geschäft und dem erweiterten NFL-Angebot verfügt RTL Group über zwei wichtige Wachstumstreiber. Der NFL-Saisonstart am 10. September liefert den nächsten operativen Test für die neue Kombination aus RTL und Sky. Im weiteren Jahresverlauf stehen die Entwicklung der Streaming-Marge, die Integration von Sky und die Umsetzung der angekündigten Einsparungen im Mittelpunkt.
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