Goldman Sachs empfiehlt SK Hynix: HBM-Boom stützt Kursziel von 3,5 Mio. KRW
Kurzüberblick
- Goldman Sachs stuft SK Hynix neben Samsung Electronics und SEMCO als bevorzugten südkoreanischen Technologiewert ein.
- Das Kursziel für die SK-Hynix-Stammaktie liegt bei 3.500.000 südkoreanischen Won.
- Steigende HBM-, DRAM- und NAND-Investitionen sowie hohe Auftragsbestände sprechen laut Goldman Sachs für eine starke zweite Jahreshälfte 2026.
- SK Hynix plant ab dem dritten Quartal 2029 die Serienproduktion von HBM4E in Indiana und erwartet eine anhaltende Speicherknappheit bis Ende 2030.
Marktanalyse & Details
Goldman Sachs sieht Rückenwind für SK Hynix
Goldman Sachs zählt SK Hynix zu den drei südkoreanischen Technologiewerten mit der attraktivsten Perspektive. Grundlage sind Gespräche und Analysen zu 20 Unternehmen aus den Bereichen Wafer-Fabrication-Equipment, Substrate und CCL, Chiptests sowie High-Bandwidth-Memory-Lieferketten.
Besonders positiv bewertet die Investmentbank die Entwicklung im zweiten Quartal 2026. Koreanische Ausrüster verzeichneten demnach ein solides Wachstum bei Umsatz und operativem Gewinn. Gleichzeitig stiegen die Auftragsbestände deutlich. Von den 14 befragten Unternehmen stellten alle für das Gesamtjahr ein Umsatzwachstum von 25 bis 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr in Aussicht.
HBM-Nachfrage treibt Investitionen
Die Vorverlegung von DRAM- und HBM-Fertigungsplänen sowie beschleunigte Investitionen in die technologische Aufrüstung von NAND-Anlagen erhöhen den Druck auf die Lieferketten. Kunden verlangen laut Goldman Sachs frühere Auslieferungen, während die Auftragslage seit Beginn des zweiten Quartals anzieht.
- Goldman Sachs erwartet für SK Hynix in diesem Jahr einen Anstieg der Investitionsausgaben um 75 Prozent.
- Für Samsung Electronics wird ein Investitionswachstum von 59 Prozent prognostiziert.
- Die knappe Versorgung mit DRAM- und NAND-Speichern könnte die Preissetzungsmacht der Hersteller stützen.
- Die Investmentbank rechnet auch für 2027 mit einer positiven Auftragsentwicklung in der koreanischen Halbleiterausrüstung.
Epoxidharze und Kunststofffolien werden von Goldman Sachs als mögliche Frühindikatoren für die HBM-Auslieferungen von SK Hynix und Samsung Electronics herangezogen. Die Importentwicklung dieser Materialien soll Rückschlüsse auf den Umfang der HBM-Produktion ermöglichen.
US-Ausbau stärkt strategische Position
SK Hynix baut parallel seine Präsenz in den USA aus. Das mehr als 4 Milliarden US-Dollar teure Werk in Indiana soll im zweiten Halbjahr 2028 mit dem Reinraumbetrieb beginnen und im dritten Quartal 2029 die Serienproduktion der nächsten HBM4E-Generation aufnehmen. In Korea gefertigte Wafer werden dort verpackt und getestet, bevor sie an US-Kunden geliefert werden.
Die Anlage soll langfristig zu einer wichtigen US-Produktionsbasis für HBM werden und rund 7.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze schaffen. Nach Unternehmensangaben ist zudem ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für fortschrittliche Packaging-Technologien vorgesehen. Damit rückt SK Hynix näher an wichtige Abnehmer aus dem KI- und Rechenzentrumssektor.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass SK Hynix seine führende Position im HBM-Markt nicht nur über bestehende Lieferungen, sondern auch über eine stärker regionalisierte Produktions- und Packaging-Struktur absichern will. Die von Goldman Sachs erwartete Investitionsoffensive passt zu einer anhaltend hohen Nachfrage nach KI-Rechenleistung. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch nicht, dass das zyklische Speicherrisiko verschwunden ist: Hohe Investitionen können mittelfristig auch zu zusätzlichem Angebot führen, während die Profitabilität weiterhin von Preisen, Ausbeute und Kundenkonzentration abhängt.
Das Kursziel von 3.500.000 Won bezieht sich auf die koreanische SK-Hynix-Stammaktie. Es ist daher nicht ohne Weiteres mit dem in Euro gehandelten ADR-Kurs gleichzusetzen, da zusätzlich das Umtauschverhältnis und der Wechselkurs berücksichtigt werden müssen. Der ADR notierte zuletzt bei 138 Euro; die Tagesperformance lag am 28. August 2026 bei 0 Prozent, die Jahresperformance bei plus 2,22 Prozent.
Fazit & Ausblick
Goldman Sachs sieht bei SK Hynix dank HBM, steigender Chip-Investitionen und hoher Auftragsbestände weiteres Wachstumspotenzial. Entscheidend wird sein, ob die Nachfrage nach KI-Speichern bis 2027 tatsächlich schneller wächst als das neu entstehende Angebot. Im Fokus stehen deshalb die nächsten Quartalszahlen, die Entwicklung der HBM-Auslieferungen und der Baufortschritt des Indiana-Werks.
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