Roche plant 20 neue Medikamente bis 2030 – Aktie verliert am Pharma Day

Roche plant 20 neue Medikamente bis 2030 – Aktie verliert am Pharma Day

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Roche will bis 2030 insgesamt 20 neue, besonders wirkungsvolle Medikamente auf den Markt bringen.
  2. Der Konzern meldet höhere Erfolgsquoten in Phase III und will bis Ende 2026 rund 2 Milliarden Franken im Forschungsbudget neu verteilen.
  3. KI soll vom Krankheitsverständnis bis zur Auswahl von Wirkstoffkandidaten stärker in die Forschung eingebunden werden.
  4. Die Roche-Aktie verlor am 28. September bis 11:28 Uhr 2,61 Prozent auf 388,60 Euro.

Marktanalyse & Details

Forschung: weniger Projekte, gezieltere Mittel

Roche bekräftigte am Pharma Day sein Ziel, bis 2030 insgesamt 20 neue Medikamente mit besonders hohem medizinischem Nutzen hervorzubringen. Zugleich will der Basler Konzern die Produktivität seiner Forschung steigern und das Geschäft unter anderem auf Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen ausweiten.

Dafür hat Roche die Auswahl seiner Forschungsprojekte verschärft und das Portfolio verkleinert. Nach Unternehmensangaben lag die Erfolgsquote für Projekte in der entscheidenden klinischen Phase III 2025 bei 65 Prozent und 2026 bislang bei mehr als 80 Prozent. Bis Ende 2026 sollen zudem rund 2 Milliarden Schweizer Franken innerhalb des Forschungsbudgets von weniger aussichtsreichen Vorhaben zu priorisierten Programmen umgeschichtet werden.

Effizienz und KI als Hebel

Roche hat nach eigenen Angaben 184 Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung identifiziert. Die wiederkehrenden Einsparungen daraus sollen 2026 rund 1,2 Milliarden Franken erreichen und bis 2030 auf knapp 1,9 Milliarden Franken pro Jahr steigen. Das Unternehmen will einen Teil der frei werdenden Mittel in Forschung und neue Technologien reinvestieren.

Auch Künstliche Intelligenz soll stärker in den Entwicklungsprozess einfließen. Beim sogenannten Lab-in-the-Loop verknüpft Roche KI-Auswertungen biologischer und chemischer Daten mit Laborversuchen: Ergebnisse aus dem Labor fließen zurück in die Modelle. Laut Unternehmen leisteten KI oder computergestützte Analysen zuletzt bei rund 44 Prozent der Entscheidungen in der Forschungspipeline einen dokumentierten Beitrag. Erste mit KI-Agenten unterstützte Wirkstoffprojekte seien bereits in die Entwicklung gelangt.

Analysten-Einordnung: Die höheren Phase-III-Erfolgsquoten und die Umschichtung des Budgets sprechen dafür, dass Roche die Forschung stärker auf aussichtsreiche Kandidaten konzentriert. Das kann Entwicklungszeiten und Kosten senken, belegt aber noch nicht, dass daraus tatsächlich 20 erfolgreiche neue Medikamente entstehen. Für Anleger bleibt deshalb entscheidend, ob die Pipeline-Ziele in den kommenden Jahren durch belastbare Studiendaten und spätere Zulassungen bestätigt werden. Der Rückgang der Aktie um 2,61 Prozent bis 11:28 Uhr zeigt, dass die ambitionierten Pläne am Handelstag zunächst keinen positiven Impuls lieferten; daraus allein lässt sich jedoch keine eindeutige Bewertung der Investoren ableiten.

Fazit & Ausblick

Roche setzt auf eine fokussiertere Forschung, Effizienzgewinne und den breiteren Einsatz von KI, um bis 2030 mehr neue Medikamente hervorzubringen. Der nächste wichtige Prüfstein sind konkrete Studiendaten und Fortschritte bei einzelnen Wirkstoffkandidaten. Die angekündigten Ziele bleiben bis dahin ein langfristiger Anspruch und kein kurzfristiger Umsatznachweis.

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