Research-Update stuft DO & CO AG auf BUY: Kursziel 255 EUR – das steckt hinter dem Optimismus

DO & CO AG

Kurzüberblick

Ein aktuelles Research-Update hebt die Aktie von DO & CO in den Fokus: Die Analystenseite belässt die Einstufung auf BUY und nennt als Kursziel 255 EUR (Zeithorizont: 12 Monate). Zum Zeitpunkt der Marktbetrachtung notiert die Aktie bei 209 EUR und legt +1,7% am Tag zu; seit Jahresbeginn liegt sie bei +1,46%.

Im Zentrum steht ein solides Q1, das trotz belastender Entwicklungen im Nahen Osten geliefert hat. Laut Bericht stiegen die Umsätze um 5% auf 642 Mio. EUR und das EBIT um 8% auf 57 Mio. EUR (operative Marge: 8,8%, +0,2 Prozentpunkte). Für Anleger bleibt damit entscheidend, ob die angekündigte Beschleunigung der Gewinne in den kommenden Quartalen tatsächlich anzieht – insbesondere durch Vertragsstarts und die Erholung der Volumen.

Marktanalyse & Details

Solides Q1 trotz Middle-East-Headwinds

Die Belastung durch den Nahost-Konflikt wird im Update mit rund 40 Mio. EUR Umsatzkosten quantifiziert (aufgeteilt in 25 Mio. EUR Airline Catering und 15 Mio. EUR International Event Catering). Gleichzeitig betont das Papier, dass sich die operative Qualität gehalten hat: Die EBIT-Marge konnte in allen drei Segmenten zulegen.

  • Umsatz gesamt: 642 Mio. EUR (+5% yoy)
  • EBIT: 57 Mio. EUR (+8% yoy); Marge 8,8% (+0,2pp)
  • Nettoergebnis: 31 Mio. EUR (+16% yoy)
  • Finanzresultat: negativ, aber deutlich verbessert von minus 5,4 Mio. EUR auf minus 0,4 Mio. EUR

Analysten-Einordnung: Dass die Marge trotz eines quantifizierten Umsatzrückgangs durch den Nahost-Konflikt steigt, deutet darauf hin, dass DO&CO Kosten- und Mix-Effekte besser steuert als es die reine Absatzlage vermuten ließe. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass das Unternehmen nicht nur kurzfristig stabilisiert hat, sondern dass die operative Hebelwirkung (vor allem bei Segmenten mit höherer Marge) intakt bleibt – ein Kernargument für ein BUY und das Kursziel.

Segmenttreiber: Airline Catering, internationale Events und Restaurants

Im Airline Catering kletterten die Erlöse um 4% auf 484 Mio. EUR. Bereinigt um die Nahost-Belastung läge das Wachstum im Bericht bei rund 9%. Die operative Entwicklung blieb ebenfalls positiv: Die EBIT-Marge stieg auf 8,3% ( +0,1pp). Wachstumstreiber war insbesondere die Türkei, wo die Segmentumsätze um 17% zulegten. Ausschreibungsgewinne sollen laut Update zwar vor allem ab Q2 substanziell beitragen, erweitern aber bereits jetzt die Basis.

Im International Event Catering stiegen die Umsätze um 11% auf 112 Mio. EUR und die EBIT-Marge auf 10,6% (+0,8pp). Zwar wurden Großveranstaltungen in Bahrain und Saudi-Arabien gestrichen, doch der Bericht sieht den FIFA World Cup als klaren Ausgleich: DO&CO habe über 75.000 VIP-Gäste in 20 Spielen bewirtet, wobei rund 70% der zugehörigen Umsätze in Q1 fielen und der Rest in Q2.

Auch Restaurants, Lounges & Hotels zeigten sich robust: Umsatzplus von 7% auf 47 Mio. EUR, EBIT-Marge bei 10,2% (+0,2pp). Gestützt wird dies durch anhaltenden Städtetourismus sowie steigende Volumen im Gourmet-Einzelhandel (Henry und DEMEL). Operativ ist allerdings ein Einschnitt sichtbar: Der Wiener Stephansplatz-Flaggschiffbetrieb wird generalüberholt; Restaurants und Hotel sollen im Oktober wieder eröffnen.

Blick nach vorn: Verträge, Marcheziel und neue Wachstumsachsen

Für die kommenden Quartale erwartet das Update eine Beschleunigung. Geplant ist für FY 26/27 eine Umsatzdynamik von 6–8% yoy bei einer EBIT-Marge von 8,6–9,0%. Der Bericht verweist zudem auf einen weiteren Marchetakt (eNuW) und unterstreicht, dass sich die operative Zielspanne ab dem nächsten Schritt über die Quartale stabilisieren soll.

  • Heathrow (September): Übergang von einer temporären American-Airlines-Vereinbarung in einen langfristigen Vertrag – bis zu 22 Flüge pro Tag (aktuell nur ca. 6).
  • Chicago (ab Februar 2027): weiterer American-Airlines-Vertrag.
  • Nahost: Volumen sollen wieder auf Vor-Konflikt-Niveau zurückkehren.

Zusätzlich hebt das Papier den strategischen Wert der World-Cup-Präsenz für die USA hervor: DO&CO habe erstmals großskalierte Stadion-Hospitality gezeigt. Dies wirkt laut Argumentation wie ein Vertriebs-Boost in einem Geschäft, in dem neue Aufträge stärker über bewährte Leistung als über Marketing zustande kommen. Neue US-Stadiongeschäfte werden allerdings noch zeitlich eingegrenzt: Sie sollen eher in 2–3 Jahren realistisch sein; Corporate- und Einzelveranstaltungsaufträge könnten früher starten.

Bewertung: Aufwärtspotenzial bleibt zentrales Argument

Das Kursziel von 255 EUR liegt bei 209 EUR rund 22% über dem aktuellen Kursniveau. Entscheidend ist dabei weniger die reine Differenz, sondern die Abbildung des Szenarios: Das Update koppelt die positive Bewertung an die Kombination aus (1) strukturellem Rückenwind im Premium-Air-Travel-Bereich, (2) wachsender globaler Sport- und Eventnachfrage sowie (3) einem stabilen Margenprofil trotz temporärer Störungen.

Der Bericht sieht zudem günstige Rahmenbedingungen: Etwa 70% der Umsätze sollen unter Mehrjahresverträgen liegen, die Kosten zu etwa 80% variabel sein. Dazu kommt laut Update eine Netto-Cash-Bilanz, was die Verwundbarkeit gegenüber kurzfristigen Ausschlägen reduzieren kann.

Kapitalmaßnahme: Wandelanleihen erhöhen Aktienzahl leicht

Ergänzend in den jüngsten Meldungen: Inhaber von Wandelschuldverschreibungen wandelten Papiere im Wert von 3 Mio. EUR in Aktien um. Dadurch entstehen 37.507 neue Aktien; das Grundkapital erhöht sich nur leicht. Für Anleger ist das im Alltag vor allem als Hinweis auf eine mögliche geringe Verwässerungswirkung relevant – ohne dass daraus im Update ein operatives Problem abgeleitet wird.

Fazit & Ausblick

Die Analystenargumentation stützt sich auf eine robuste Ergebnisqualität im Q1 trotz Nahost-Belastung – und auf einen Fahrplan, der die nächsten Marcheinflüsse über Vertragsstarts ab September (Heathrow) sowie weitere Vereinbarungen in Richtung 2027 verknüpft. Für die Aktie bleibt damit der wichtigste Prüfstein: Ob DO&CO die erwartete Wachstums- und Margenbeschleunigung in den folgenden Quartalen tatsächlich durchzieht.

Der nächste Stimmungsimpuls dürfte vor allem mit den kommenden Quartalszahlen sowie mit der Umstellung in Heathrow im September zusammenfallen.

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