Raymond James stuft On Holding von Strong Buy auf Outperform ab – Kursziel 38 USD
Kurzüberblick
Mehrere Analysten haben die Aktie von On Holding AG (Onon) nach dem schwächeren Quartalsergebnis neu bewertet. Raymond James senkte die Einstufung von Strong Buy auf Outperform und kappte das Kursziel auf 38 USD (zuvor 52 USD). JPMorgan reduzierte parallel das Kursziel von 51 USD auf 41 USD bei weiterem Overweight-Votum.
Auslöser sind die Signale aus dem Q2-Reporting: On verfehlte die erwarteten Umsatzerlöse, verwies auf Belastungen im US-Großhandel und begrenzte die kurzfristige Sichtbarkeit. Bereits am 11.08. hatte William Blair On von Outperform auf Market Perform heruntergestuft – ebenfalls mit Verweis auf das schwierige Großhandelsumfeld und mehr Promotion im Markt.
Marktanalyse & Details
Q2-Ergebnis und Guidance: Umsatzdruck trotz Marge
Im zweiten Quartal meldete On Nettoerlöse von 850,3 Mio. CHF und lag damit unter den Erwartungen von rund 878,16 Mio. CHF. Das stärkt kurzfristig den Analysten-Diskurs, dass Wachstumstempo und Absatzmix im Großhandel hinter den Hoffnungen zurückbleiben.
Auf der Ergebnisqualität zeigte sich dagegen ein Lichtstreifen: On steigerte die Bruttomarge auf 65,4 % (Rekordniveau) und hob das Jahresziel für die Bruttomarge auf mindestens 65,0 % an. Auch die operative Ergebnisorientierung bleibt ein Thema: Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen eine adjustierte EBITDA-Marge von 19,5 % bis 20,0 % bei einer Umsatzspanne von 3,47 bis 3,56 Mrd. CHF (konstante Währung).
US-Großhandel als zentraler Schwachpunkt
Analysten knüpfen ihre Zurückhaltung vor allem an das Nordamerika-Geschäft im Großhandel. On verlangsamte dort das Wachstum im Quartal auf 13 % (aus Währungsbereinigung), nachdem es zuvor noch 17 % erreicht hatte. Parallel wirkte ein schwierigeres Konsumumfeld mit selektiveren Käufen und höheren Kosten – unter anderem durch US-Zollthemen.
Für Anleger wichtig: On betonte, im laufenden Quartal bewusst stärker auf Vollpreis-Integrität zu achten und Wholesale-Sell-in zu steuern, um in einem promotionsintensiven Markt eine „saubere“ Basis für kommende Innovationen zu schaffen. Diese Strategie kann die Marge stützen, reduziert aber kurzfristig oft die Sichtbarkeit bei Umsatzwachstum und Katalysatoren.
Analysten-Einordnung: Warum selbst Outperform-Voten abgewertet wurden
Die Kursreaktion und die jüngsten Downgrades deuten darauf hin, dass der Markt derzeit weniger die Marge als vielmehr die kurzfristige Wachstumsstrecke im Wholesale priorisiert. Raymond James bleibt zwar grundsätzlich konstruktiv und nennt langfristige Hebel – etwa DTC-Verschiebung, Distribution, Kundenakquise und Innovationen, die zeitlich in Richtung 2027 beschleunigen sollen. Dennoch bremst die Kombination aus Q2-Umsatzmiss und „Guide down“ die Überzeugung für die near-term Upside. Für Anleger bedeutet das: Der Bewertungs- und Erwartungsdruck verlagert sich in den Fokus „Wie schnell normalisiert sich der US-Großhandel?“ – nicht nur „Wie hoch ist die Bruttomarge?“
Auch William Blair begründet die Herabstufung mit zunehmendem Inflations- und Promotionsdruck im Apparel- und Footwear-Umfeld. Damit entsteht ein Szenario, in dem On zwar Preisdisziplin hält, aber Investoren kurzfristig weniger Planbarkeit in Umsatz- und Ergebnisbeiträgen des Großhandels sehen.
Aktienkurs nach dem Q2-Update: spürbarer Rückprall als Stimmungsindikator
Nach der Veröffentlichung der Q2-Zahlen zeigte die Aktie deutliche Schwäche: In der Folge ging es zeitweise um rund 18–20 % abwärts (u. a. minus 18,9 % auf 31,44 USD bzw. minus 20,4 % auf 30,85 USD). In diesem Umfeld wirken Analystenkorrekturen auf Kursziele häufig wie ein Verstärker – besonders, wenn die kurzfristige Umsatzdynamik als verfehlt wahrgenommen wird.
Geprüfte Fakten statt Erwartungen: Was aktuell zählt
- Umsatz: 850,3 Mio. CHF – deutlich unter den Konsenserwartungen von knapp 878 Mio. CHF.
- EPS: 0,35 CHF je Aktie (Konsens 0,34 CHF).
- Marge: Bruttomarge auf Rekordniveau (65,4 %); Jahresziel auf mind. 65 % angehoben.
- Regionen: Americas-Growth im Quartal langsamer; Asia-Pacific dagegen stark (plus 54,7 % konstantwährungsbereinigt).
- Analysten: Downgrades/Reduktionen mit Fokus auf Wholesale-Druck und geringere kurzfristige Sichtbarkeit.
Fazit & Ausblick
Die aktuellen Anpassungen bei Kurszielen und Ratings zeigen: On wird kurzfristig stärker am US-Großhandel gemessen – trotz überzeugender Bruttomargenentwicklung. Für die nächsten Quartale werden Anleger vor allem darauf schauen, ob On die Wholesale-Dynamik stabilisiert, ohne die Premium-Preisposition aufzugeben, und wie sich die Guidance im Jahresverlauf konkretisiert.
Nächster Impuls: Die kommenden Quartalszahlen dürften damit entscheiden, ob die erhöhte Marge als nachhaltiger Kompensationsfaktor für den Umsatzdruck im Großhandel wahrgenommen wird – oder ob der Markt weitere Sichtbarkeitsabschläge einpreist.
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