Raiffeisen Bank Int. Aktie: Erträge schlagen Erwartungen, Gewinn je Aktie enttäuscht

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Raiffeisen Bank International steigerte die Kernerträge in den ersten neun Monaten ohne Russland um 8 Prozent auf 4,97 Milliarden Euro.
  2. Im dritten Quartal übertrafen die Betriebserträge mit 2,31 Milliarden Euro die Erwartung von 1,97 Milliarden Euro; der Gewinn je Aktie blieb hinter der Prognose zurück.
  3. Das Konzernergebnis ohne Russland erhöhte sich von Januar bis September auf 1,127 Milliarden Euro nach 1,027 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.
  4. Für 2026 stellt RBI ohne Russland, aber einschließlich Garanti und unter Annahmen zur Addiko-Übernahme, rund 13 Prozent Konzern-Return-on-Equity in Aussicht.

Marktanalyse & Details

Starke Erträge, schwächerer Quartalsgewinn

RBI meldet für das dritte Quartal Betriebserträge von 2,31 Milliarden Euro und übertraf damit die Marktschätzung von 1,97 Milliarden Euro. Beim Ergebnis je Aktie fiel die Überraschung dagegen negativ aus: Die Quartalsübersicht nennt 1,16 Euro gegenüber erwarteten 2,06 Euro. Das Nettoergebnis wird dort mit 382 Millionen Euro angegeben; eine Rückstellung von 300 Millionen Euro im Zusammenhang mit Rasperia belastete das Ergebnis.

Die detaillierte Neunmonatsrechnung für das Geschäft ohne Russland weist für Q3 ein Konzernergebnis von 419 Millionen Euro und ein Ergebnis je Aktie von 1,18 Euro aus. Diese Werte und die Quartalsübersicht beruhen offenbar auf unterschiedlichen Abgrenzungen und sollten deshalb nicht unmittelbar gleichgesetzt werden.

Neun Monate: Wachstum bei Erträgen und Krediten

Ohne Russland stieg das Konzernergebnis in den ersten neun Monaten um 9,7 Prozent auf 1,127 Milliarden Euro. Der Zinsüberschuss legte auf 3,347 Milliarden Euro zu, der Provisionsüberschuss auf 1,624 Milliarden Euro. Zusammen erreichten die Kernerträge 4,971 Milliarden Euro. Die Kundenkredite wuchsen seit Jahresbeginn um 8 Prozent auf 109 Milliarden Euro.

  • Neubildungsquote für Kreditrisiken: 0,19 Prozent seit Jahresbeginn
  • Cost/Income Ratio: 53,0 Prozent in den ersten neun Monaten, nach 52,8 Prozent im Vorjahr
  • Harte Kernkapitalquote: 15,4 Prozent zum 30. September
  • Notleidende Kredite: NPE-Quote von 1,5 Prozent, nach 1,7 Prozent zum Jahresende 2025

Analysten-Einordnung: Die Ertragsentwicklung und das Kreditwachstum sprechen für eine robuste operative Basis. Der Rückgang des Quartalsgewinns zeigt jedoch, wie stark Sonderbelastungen das ausgewiesene Ergebnis beeinflussen können. Zudem stieg die Cost/Income Ratio im dritten Quartal auf 54,4 Prozent. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Die Ertragsstärke ist ein positives Signal, doch die Gewinnqualität und die Kostenentwicklung bleiben ebenso wichtig wie die Umsatzüberraschung.

Ausblick hängt an Übernahmen und Sondereffekten

Für 2026 erwartet RBI ohne Russland und einschließlich der übernommenen Garanti BBVA Group Romania einen Zinsüberschuss von mehr als 4,5 Milliarden Euro sowie einen Provisionsüberschuss von rund 2,2 Milliarden Euro. Die Bank rechnet mit einer Cost/Income Ratio von etwa 55 Prozent und einer Neubildungsquote von bis zu 35 Basispunkten. Die Garanti-Übernahme ist abgeschlossen.

Der angestrebte Konzern-Return-on-Equity von rund 13 Prozent berücksichtigt auch Addiko. Dafür setzt der Ausblick voraus, dass die nötigen Genehmigungen vorliegen und die Transaktion im vierten Quartal bei einer Annahmequote von 94,84 Prozent abgewickelt wird. Daraus könnte ein einmaliger positiver Effekt von rund 310 Basispunkten auf die Eigenkapitalrendite entstehen. Die für 2026 genannte harte Kernkapitalquote von etwa 14,5 Prozent beruht zudem auf einem Szenario zur Entkonsolidierung der russischen Einheit.

Fazit & Ausblick

RBI verbindet steigende Kernerträge und Kreditvolumen mit einem vorsichtigen Ausblick auf Kosten und Kreditrisiken. Entscheidend für die Einordnung der nächsten Ergebnisse wird sein, wie viel der angekündigten Eigenkapitalrendite aus dem laufenden Geschäft stammt und wie sich die Addiko-Annahmen tatsächlich erfüllen. Einen weiteren konkreten Berichtstermin nennen die vorliegenden Angaben nicht.

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