Qualcomm Aktie: BofA senkt Kursziel nach Quartalszahlen auf 170 US-Dollar

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Das Wichtigste in Kürze

  1. BofA stuft Qualcomm mit „Underperform“ ein und senkt das Kursziel von 180 auf 170 US-Dollar.
  2. Im vierten Geschäftsquartal übertraf Qualcomm die Umsatz- und bereinigten Gewinnerwartungen, der GAAP-Umsatz sank jedoch im Jahresvergleich um 8 Prozent.
  3. Der Handset-Umsatz fiel um 26 Prozent, während das Autogeschäft um 89 Prozent zulegte.
  4. Für das erste Quartal stellt Qualcomm Umsatz von 10,4 bis 11,2 Milliarden US-Dollar und bereinigten Gewinn je Aktie von 2,15 bis 2,35 US-Dollar in Aussicht.

Marktanalyse & Details

BofA senkt Kursziel – Aktie unter Druck

BofA reduzierte das Kursziel für Qualcomm von 180 auf 170 US-Dollar und bestätigte die Einstufung „Underperform“. Am 5. November notierte die Aktie an der Lang & Schwarz Exchange bei 138,58 Euro und damit 5,15 Prozent unter dem Vortag. Seit Jahresbeginn lag sie zu diesem Zeitpunkt 6,24 Prozent im Minus.

Handset-Schwäche belastet das Quartal

Qualcomm meldete für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen GAAP-Umsatz von 10,32 Milliarden US-Dollar. Das waren 8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, aber mehr als die erwarteten 10,12 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Umsatz lag bei 10,44 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 2,17 US-Dollar und übertraf die Schätzung von 2,16 US-Dollar knapp. Auf GAAP-Basis erzielte der Konzern einen Gewinn von 1,17 US-Dollar je Aktie, nach einem Verlust von 2,89 US-Dollar im Vorjahresquartal.

  • Handsets: 5,14 Milliarden US-Dollar Umsatz, ein Rückgang um 26 Prozent im Jahresvergleich.
  • Automotive: 1,99 Milliarden US-Dollar Umsatz, ein Plus von 89 Prozent.
  • Internet of Things: 1,89 Milliarden US-Dollar Umsatz, ein Plus von 4 Prozent.

Das Chipsgeschäft QCT verzeichnete insgesamt einen Umsatzrückgang von 8 Prozent auf 9,02 Milliarden US-Dollar. Auch das Lizenzgeschäft QTL gab nach: Der Umsatz sank um 7 Prozent auf 1,3 Milliarden US-Dollar.

Wachstumsfelder bieten Perspektive, aber noch keinen schnellen Ausgleich

Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet Qualcomm einen Umsatz zwischen 10,4 und 11,2 Milliarden US-Dollar sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 2,15 und 2,35 US-Dollar. Die Mittelpunkte der Spannen liegen über den jeweiligen Markterwartungen. Zugleich rechnet das Unternehmen mit branchenweit höheren Kosten für Waferfertigung, Montage, Tests, Verpackung und Materialien. Preisanpassungen sollen sich nach Unternehmensangaben erst in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2027 vollständig in der QCT-Bruttomarge niederschlagen.

Zusätzliche Chancen sieht Qualcomm im Infrastruktur- und Rechenzentrumsgeschäft. SpaceX wählte Qualcomm als Lieferanten von Halbleiterplattformen für das terrestrische 5G-Netz von Starlink Mobile in den USA. Der Ausbau mit Zehntausenden Standorten soll 2027 beginnen und sich über mehrere Jahre erstrecken. Qualcomm peilt außerdem für das Geschäftsjahr 2027 fünf Milliarden US-Dollar Umsatz im Rechenzentrumsgeschäft an; zwei kundenspezifische Chipprogramme sollen dann anlaufen.

Analysten-Einordnung: Die Zahlen zeigen eine klare Verschiebung im Geschäft: Starkes Wachstum bei Automotive und neue Infrastrukturprojekte stehen einem deutlichen Rückgang im weiterhin wichtigen Handset-Bereich gegenüber. Dies deutet darauf hin, dass die Diversifizierung zwar vorankommt, den Druck auf das Kerngeschäft aber noch nicht ausgleicht. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass neben der übertroffenen Quartalserwartung vor allem die Erholung der Smartphone-Nachfrage, die Kostenentwicklung und die Umsetzung der Rechenzentrumspläne entscheidend bleiben. Die bestätigte „Underperform“-Einstufung und das niedrigere Kursziel unterstreichen die Vorsicht am Markt; eine Begründung für die konkrete Kurszieländerung liegt in den vorliegenden Angaben nicht vor.

Fazit & Ausblick

Im nächsten Quartal liegt der Fokus auf der Umsetzung der über den Konsens reichenden Prognose und darauf, ob höhere Produktpreise die steigenden Inputkosten später wie geplant abfedern. Mittelfristig könnten Starlink Mobile, Automotive und Rechenzentren die Abhängigkeit vom Smartphonegeschäft verringern. Ihr Beitrag muss sich jedoch erst im Geschäft entwickeln.

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