Pyrum Innovations senkt 2026-Prognose: Technischer Engpass bremst Umsatz und EBIT

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Pyrum Innovations steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr 2026 um 37,6 Prozent auf 1,743 Mio. EUR.
  2. Ein technischer Engpass begrenzt den Durchsatz der Mahl- und Pelletieranlage derzeit auf bis zu 1.250 statt 1.650 kg pro Stunde.
  3. Pyrum senkt die Umsatzprognose 2026 auf 4,2 bis 5,3 Mio. EUR und erwartet ein EBIT von minus 10,0 bis minus 12,5 Mio. EUR.
  4. Für das schwedische Recyclingprojekt des Partners GreenTech liegt eine Förderzusage über 24 Mio. EUR vor.

Marktanalyse & Details

Umsatz wächst, Ergebnis bleibt unter Druck

Die Pyrum Innovations AG hat im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 1,743 Mio. EUR erzielt. Damit lag der Erlös um 37,6 Prozent über dem Vorjahreswert von 1,267 Mio. EUR. Wegen des verzögerten Hochlaufs der neuen Mahl- und Pelletieranlage blieb der Umsatz jedoch hinter den Erwartungen zurück.

Die Gesamtleistung sank auf 3,787 Mio. EUR nach 6,712 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Ausschlaggebend waren vor allem geringere aktivierte Eigenleistungen und niedrigere sonstige betriebliche Erträge, nachdem im Vorjahr umfangreiche Investitionszuschüsse für Anlagen in Dillingen ergebniswirksam geworden waren.

  • Das EBITDA lag bei minus 4,358 Mio. EUR. Bereinigt um die nicht wiederkehrenden Zuschüsse hatte Pyrum im Vorjahr ein EBITDA von minus 4,369 Mio. EUR erzielt.
  • Das EBIT belief sich auf minus 6,297 Mio. EUR nach minus 3,942 Mio. EUR im Vorjahr. Bereinigt lag der Vorjahreswert bei minus 5,954 Mio. EUR.
  • Das Konzernperiodenergebnis betrug minus 7,003 Mio. EUR.
  • Die verfügbare Liquidität sank zum 30. Juni 2026 auf 6,102 Mio. EUR nach 17,006 Mio. EUR zum Jahresende 2025.

Produktionsengpass erzwingt Prognosekorrektur

Der zentrale Belastungsfaktor ist die Mahl- und Pelletieranlage am Standort Dillingen. Nach technischen Umbauten erreicht sie aktuell einen Durchsatz von bis zu 1.250 kg pro Stunde und damit noch nicht das geplante beziehungsweise vertraglich garantierte Niveau von 1.650 kg. Nach Angaben des Unternehmens liegt der Engpass bei der Förderung des gemahlenen Materials aus den Silos beziehungsweise dem Bunker in die nachgelagerten Prozessschritte.

Der Anlagenlieferant arbeitet an technischen Lösungen. Pyrum rechnet derzeit mit einer Verzögerung von wenigen Wochen. Um einen Teil der fehlenden Mengen auszugleichen, soll bis Ende September eine dritte Schicht aufgebaut werden. Die vorübergehend genehmigte Ausweitung der Produktionszeit auf 24 Stunden täglich soll die Auslastung im vierten Quartal erhöhen. Sie kann die bereits verlorene Produktionszeit allerdings nicht vollständig kompensieren und dürfte wegen der Nachtarbeit höhere Betriebskosten verursachen.

Neue Prognose für 2026

Infolge des langsameren Anlagenhochlaufs erwartet Pyrum im Gesamtjahr 2026 nun einen Umsatz von 4,2 bis 5,3 Mio. EUR. Zuvor hatte das Unternehmen 6,5 bis 9,5 Mio. EUR in Aussicht gestellt. Die Mitte der Umsatzspanne sinkt damit rechnerisch von 8,0 auf 4,75 Mio. EUR.

Die Prognose für die Gesamtleistung wurde auf 11,0 bis 14,0 Mio. EUR von zuvor 12,0 bis 18,0 Mio. EUR reduziert. Beim Konzern-EBIT rechnet Pyrum jetzt mit einem Verlust von rund 10,0 bis 12,5 Mio. EUR. Die bisherige Erwartung hatte bei einem EBIT-Verlust von 8,0 bis 10,5 Mio. EUR gelegen.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass die technische Skalierung derzeit der entscheidende operative Risikofaktor von Pyrum ist. Die bereinigte EBITDA-Entwicklung im ersten Halbjahr blieb zwar ungefähr auf Vorjahresniveau, doch die deutlich gesenkte Umsatzprognose zeigt, dass der Engpass die Wachstumspläne unmittelbar trifft. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die erfolgreiche technische Lösung und der tatsächliche Durchsatz im vierten Quartal wichtiger sind als die nominale Umsatzsteigerung im ersten Halbjahr. Gleichzeitig macht die auf 6,102 Mio. EUR gesunkene Liquidität die Finanzierung des weiteren Wachstums zu einem zentralen Beobachtungspunkt.

Schweden-Projekt erhält wichtigen Finanzierungsbaustein

Positiv ist die Förderzusage über 24 Mio. EUR für das gemeinsame Projekt mit GreenTech Recycling Tires AB in Schweden. Geplant ist eine Thermolyseanlage mit einer Recyclingkapazität von 22.700 Tonnen Altreifen pro Jahr. Die Fördermittelzusage geht an den schwedischen Projektpartner und stellt keinen unmittelbar ausgewiesenen Mittelzufluss für Pyrum dar, verbessert aber die Finanzierungsperspektive des Vorhabens.

Die erforderlichen Umwelt-, Bau- und Betriebsgenehmigungen befinden sich nach Unternehmensangaben bereits in Prüfung. Pyrum erwartet, dass das Projekt spätestens im ersten Quartal 2027 an Dynamik gewinnt. Zudem wurde Ende August der erste Anlagenkaufvertrag mit einem tschechischen Partner unterzeichnet. Für ThermoTireBlack aus der neuen Anlage liegt seit Mai eine Lieferfreigabe von Continental vor.

Zum Stand vom 23. September 2026 um 07:45 Uhr notierte die Pyrum-Aktie bei 25,10 EUR. Das entsprach einem Tagesminus von 1,57 Prozent; seit Jahresbeginn lag die Aktie 10,36 Prozent im Minus.

Fazit & Ausblick

Kurzfristig dominieren bei Pyrum die Prognosesenkung, die technischen Nacharbeiten und der gestiegene operative Verlust. Der Webcast für Investoren, Analysten und Medien beginnt am 23. September 2026 um 11:00 Uhr. Entscheidend für die weitere Bewertung sind der Nachweis eines stabilen Durchsatzes von 1.650 kg pro Stunde, die Entwicklung der Kosten im Dreischichtbetrieb und die Finanzierung der nächsten Ausbaustufe. Das Schweden-Projekt bietet zugleich eine langfristige Wachstumsperspektive, dürfte die Belastungen aus dem verzögerten Hochlauf in Dillingen aber nicht kurzfristig ausgleichen.

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